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(Foto: © Priska Ketterer / Lucerne Festival)
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Lucerne Festival

Das zentrale Festival im Sommer von Mitte August bis Mitte September bietet ein vielfältiges Angebot von rund 100 Konzerten und weiterführenden Veranstaltungen. Jedes Sommer-Festival hat ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Dramaturgie des Programms zieht. Geboten wird ein vielfältiges Angebot an Konzertformaten – Sinfoniekonzerte, Kammermusik, Rezitale, De­buts, Late Nights und vieles mehr. Flankiert wird der Sommer von Kurzfestivals im Frühjahr und Herbst: Im November von «Lucerne Festival Forward» und vor Ostern von einer Frühjahrs-Residenz des Lucerne Festival Orchestra. «Lucerne Festival Forward» wird von Musiker*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) künstlerisch und konzeptionell gestaltet. Im Mai 2023 wird ein viertes Festival hinzukommen: ein dreitägiges Klavierfest, das der Pianist Igor Levit kuratiert. Das KKL Luzern, erbaut von Jean Nouvel und für seine Akustik ebenso berühmt wie für seine Architektur, ist die zentrale Spielstätte von Lucerne Festival.

Die drei Sparten «Symphony», «Contemporary» und «Music For Future» stehen für die zentralen Programm-Schwerpunkte des Festivals. Jeden Sommer gastieren die renommiertesten internationalen Sinfonieorchester am Vierwaldstättersee, unter anderem die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker oder das Royal Concertgebouworkest. Das Lucerne Festival Orchestra wurde 2003 von Claudio Abbado und Michael Haefliger ins Leben gerufen und versammelt jeden Sommer für zwei Wochen international renommierte Orchestermusiker*innen in Luzern, im Herbst ist es häufig mit Tourneen im Ausland präsent. Seit 2016 ist Riccardo Chailly Chefdirigent des Orchesters. Täglich treten im Sommer auch internationale Star-Solist*innen auf, hinzu kommt ein «artiste étoile», der mit mehreren Veranstaltungen im Fokus steht. Neben der Pflege des traditionellen Repertoires nimmt bei Lucerne Festival die Programmierung und Vermittlung von zeitgenössischer Musik im Bereich «Contemporary» einen zentralen Stellenwert ein. Der Lucerne Festival Academy, 2003 von Pierre Boulez und Michael Haefliger gegründet, steht seit 2016 der Künstlerische Leiter Wolfgang Rihm vor. Mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO), das Musiker*innen aus dem Academy-Netzwerk versammelt, verfügt das Festival über einen eigenen Klangkörper für zeitgenössische Musik, das auch im Ausland gastiert. Ein «composer-in-residence» setzt im Sommer-Festival wichtige programmatische Akzente. Die Sparte «Music For Future» rückt die Förderung junger Musiker und Angebote für junges Publikum ins Zentrum. Das Angebot umfasst eine Debut-Reihe, Konzerte mit Jugendorchestern und vielfältige Veranstaltungen für Familien sowie Konzerte in Schulen. Darüber hinaus werden Förderpreise wie der Credit Suisse Young Artist Award oder der Fritz-Gerber-Award vergeben. Neue Zielgruppen werden auch beispielsweise über das innovative Gratis-Format 40min angesprochen.

Kontakt

Lucerne Festival
Hirschmattstr. 13
CH-6002 Luzern

Telefon: +41 (0)41 226 44 00
Fax: +41 (0)41 226 44 60
E-Mail: info@lucernefestival.ch

Bewertungschronik

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Festival

Sommer-Festival 2024

«Kinder, macht Neues! Neues! Und abermals Neues», forderte schon Richard Wagner die Kreativen auf. Und gab damit die Devise aus, dass wir offen sein müssen, um die Zukunft zu gewinnen. Pierre Boulez folgte dieser Idee, als er 2004 die Lucerne Festival Academy ins Leben rief: eine musikalische Werkstatt, in der ausschliesslich das Neue erprobt und so dargeboten wird, dass auch das Publikum einen emotionalen Zugang zu ungewohnten Klängen findet. Wir feiern den 20. Geburtstag unserer Akademie mit dem Motto «Neugier» und lassen uns von der Gier nach Neuem beflügeln: nach neuen Werken und Wegen in der Präsentation. Davon profitieren natürlich auch die «Klassiker» des Repertoires.

Zwei Jubilare stehen im Zentrum: Anton Bruckner, der vor 200 Jahren geboren wurde und Wagners Motto spektakulär umsetzte, ist mit gleich fünf Sinfonien dabei, dirigiert von Yannick Nézet-Séguin, Kirill Petrenko, Andris Nelsons, Christian Thielemann und Lahav Shani. Arnold Schönberg ging noch einen Schritt weiter und erfand mit der Zwölftonlehre sogar eine neue musikalische Grammatik. Zu seinem 150. Geburtstag folgen wir seinem Weg von den spätromantischen Anfängen bis zur Atonalität.
Vier Mal können Sie das unvergleichliche Lucerne Festival Orchestra erleben, dirigiert von Riccardo Chailly, Klaus Mäkelä und Yannick Nézet-Séguin. Das Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) widmet sich Werken der beiden composers-in-residence Beat Furrer und Lisa Streich, aber auch dem Akademie-Gründer Pierre Boulez und seinem Nachfolger Wolfgang Rihm. Und dann wären da noch die beiden «artistes étoiles» Lisa Batiashvili und Sheku Kanneh-Mason, die mit ungewöhnlichen Projekten Ihre Neugier wecken werden.

Freuen Sie sich auf einen Sommer der Überraschungen!

Sehr herzlich
Michael Haefliger
Intendant Lucerne Festival

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Konzert

Youth Symphony Orchestra of Ukraine | Oksana Lyniv

Youth Symphony Orchestra of Ukraine
Oksana Lyniv, Dirigentin
Andrei Bondarenko, Bariton
Uladzimir Sinkevich, Violoncello


Evgeni Orkin (*1977): Requiem für einen Dichter für Bariton und Orchester
(Uraufführung)
Edward Elgar (1857–1934): Cellokonzert e-Moll op. 85
Robert Schumann (1810–1856): Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 Frühlingssinfonie

Für Standing Ovations sorgte das Youth Symphony Orchestra of Ukraine, als es vor zwei Jahren, wenige Monate nach Beginn des brutalen russischen Angriffs auf die Ukraine, erstmals bei Lucerne Festival gastierte. Nun kehren die jungen Musiker*innen zurück, während in ihrer Heimat immer noch der Krieg tobt und täglich zahllose Opfer fordert. Deshalb beginnt das Konzert mit der Uraufführung eines Requiems von Evgeni Orkin, der 2023 mit dem Europäischen Kompositionspreis ausgezeichnet wurde: Gewidmet ist es dem jungen Schriftsteller Maxim Krivtsov, der Anfang Januar an der Front getötet wurde, einen Tag nach Erscheinen seines ersten Gedichtbands. Unter dem Eindruck eines Kriegs, des Ersten Weltkriegs nämlich, entstand auch Edward Elgars elegisches Cellokonzert, sein letztes Meisterwerk. Die zweite Konzerthälfte führt uns dann mit Schumanns beschwingter Frühlingssinfonie «aus dem Dunkel ins Licht». Denn für Dirigentin Oksana Lyniv, die das Youth Symphony Orchestra of Ukraine 2016 ins Leben rief, erweist sich die Musik «als eine unzerstörbare Kraft, die lauter und deutlicher wirken kann als alle Bomben und Maschinengewehre».

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Konzert

European Union Youth Orchestra | Gianandrea Noseda | Nicolas Altstaedt

European Union Youth Orchestra
Gianandrea Noseda. Dirigent
Nicolas Altstaedt. Violoncello


Carlos Simon (*1986): Fate Now Conquers für Orchester
Benjamin Britten (1913–1976): The Young Person’s Guide to the Orchestra op. 34
Richard Strauss (1864–1949): Don Quixote. Fantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters op. 35

Seit fast 50 Jahren vereint das European Union Youth Orchestra (EUYO) die besten Nachwuchstalente aus allen EU-Staaten. Zwischen 16 und 26 Jahre alt sind seine rund 120 Mitglieder, die alljährlich aus einer riesigen Bewerber*innenzahl ausgewählt werden. Den meisten von ihnen gelingt eine professionelle Karriere, und so gibt es kaum einen europäischen Klangkörper, in dem nicht ehemalige EUYO-Absolvent*innen mitspielen. Sozusagen als Vorstellungsrunde des aktuellen Jahrgangs dient Benjamins Brittens Young Person’s Guide, der uns einmal durchs Orchester führt und mit den einzelnen Instru­mentengruppen bekanntmacht — ein kurzweiliger Einstieg in die Welt der Klassik nicht nur für junge Hörer*innen. Richard Strauss wiederum hat die Abenteuer von Don Quixote (verkörpert vom Solocello) äusserst plastisch in Töne übersetzt: Beim Kampf mit der Hammelherde dürfen die Holzbläser munter blöken, beim Ritt durch die Luft kommt die Windmaschine zum Einsatz. Aber auch junge Musik hat das junge Orchester im Gepäck: ein effektvolles Stück des US-Amerikaners Carlos Simon aus dem Jahr 2020, das mit groovenden Blechbläser-Einwürfen und einer schwelgerischen Cello-Kantilene aufwartet.

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1 Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent


Lisa Streich (*1985): Neues Werk
Gustav Mahler (1860–1911): Sinfonie Nr. 7 e-Moll

Der ideale Stoff für Neugierige: Gustav Mahlers Siebte Sinfonie, mit der Riccardo Chailly und sein Lucerne Festival Orchestra den Festspielsommer eröffnen, gibt Rätsel auf. Nachtschwarz und pessimistisch beginnt sie, mit ostentativem Optimismus und überschwänglichem Jubel schliesst sie. Wie passt das zusammen? Mahler ging es darum, mit seinen Sinfonien eine Welt aufzubauen — und dazu gehören die hellen wie die dunklen Seiten des Lebens. Deshalb präsentiert er in der Siebten unerbittliche Marschrhythmen genauso wie paradiesische Visionen. Er lässt die Gespenster hämisch kichern und schwelgt gleich danach in Walzerseligkeit. Die schwarze Romantik kommt im Totentanz des Scherzos zum Einsatz, doch dann ertönen im «Andante amoroso» süsse Liebesstimmen, zart begleitet von Harfe, Mandoline und Gitarre. Im Finale zieht Mahler schliesslich alle Register des Pompösen und Festlichen: mit einer Paukenintrada und Fanfaren, einem Jubelchoral und Glockengeläut. Das Lucerne Festival Orchestra ist seit seiner Gründung vor über zwanzig Jahren ein Mahler-Orchester ersten Ranges. Mehr als hundert Mitwirkende bieten ein Spektakel für die Ohren. Und viel zu sehen gibt es natürlich auch.

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly - Lakeside Symphony

Lucerne Festival Orchestra 1 – Eröffnung

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent


Lisa Streich (*1985): Neues Werk
Gustav Mahler (1860–1911): Sinfonie Nr. 7 e-Moll

Ein Festival-Highlight für Gross und Klein: Geniessen Sie das Eröffnungs-konzert live auf der Grossleinwand auf dem Luzerner Inseli — mit Blick auf den abendlichen Vierwaldstättersee und das grandiose Panorama von Rigi, Bürgenstock & Co. Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra eröffnen den paradiesischen Musiksommer mit Mahlers Siebter Sinfonie.

Eintritt frei

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Diskussion

Podiumsdiskussion «20 Jahre Lucerne Festival Academy»

Gesprächsrunde mit
Michael Haefliger, Intendant Lucerne Festival
Wolfgang Rihm, Künstlerischer Leiter der Lucerne Festival Academy
Felix Heri, Leiter der Lucerne Festival Academy
Christiane Engelbrecht, Geschäftsführerin der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA)
Estelle Costanzo, Harfenistin und Contemporary Leader der Lucerne Festival Academy
Benjamin Herzog, (SRF) Moderator


Welch kühne Idee war es doch, die der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez gemeinsam mit Festivalintendant Michael Haefliger vor 20 Jahren Wirklichkeit werden liess: eine Meisterschule ausschliesslich für die Neue Musik. Denn die Partituren des 20. und 21. Jahrhunderts verlangen von ihren Interpret*innen spezielle Fähigkeiten, kamen aber im damaligen Hochschulalltag deutlich zu kurz. 2003 fand ein reduzierter Probelauf statt, bevor die Lucerne Festival Academy im Folgejahr dann richtig startete. Über 1500 junge Instrumentalist*innen, Dirigent*innen und Komponist*innen haben diese weltweit einzigartige Institution seither besucht. Im Jubiläumssommer 2024 blicken wir in einer Podiumsdiskussion zurück und voraus: Wo steht die Academy 20 Jahre nach ihrer Gründung? Wie haben sich Musikwelt, Ausbildungssituation und Selbstverständnis der jungen Musiker*innen seither verändert — vielleicht sogar durch Impulse aus Luzern? Und wo soll’s in Zukunft hingehen?

Eintritt frei

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Klaus Mäkelä | Leif Ove Andsnes

Lucerne Festival Orchestra 2

Lucerne Festival Orchestra
Klaus Mäkelä, Dirigent
Leif Ove Andsnes, Klavier


Felix Mendelssohn (1809–1847): Die Hebriden oder Die Fingalshöhle. Konzertouvertüre op. 26
Edvard Grieg (1843–1907): Klavierkonzert a-Moll op. 16
Robert Schumann (1810–1856): Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

Zwei Stars aus dem hohen Norden geben sich ein Stelldichein. Am Pult des Lucerne Festival Orchestra ist erstmals der 28-jährige Finne Klaus Mäkelä zu erleben. Im letzten Sommer debutierte er fulminant mit dem Oslo Philharmonic beim Festival: «Mäkelä zeigt allen, wie man dirigiert», befand Christian Wildhagen in der Neuen Zürcher Zeitung und staunte, wie bei diesem Maestro «die Musik glüht und leuchtet, ohne in formloses Schwärmen auszuufern». Freuen darf man sich aber auch auf den norwegischen Pianisten Leif Ove Andsnes, der das folkloristisch gefärbte Klavierkonzert seines Landsmanns Edvard Grieg vorträgt. Andsnes verbinde «meisterhaft Eleganz, Kraft und Erkenntnis», erteilte ihm die New York Times den Ritterschlag. Heimliche Hauptstadt des Abends aber ist Leipzig, wo Grieg ab 1858 studierte und damals auch Robert Schumanns Klavierkonzert zu hören bekam, gespielt von dessen Witwe Clara. Schumann selbst ist mit seiner Zweiten Sinfonie vertreten, die 1846 im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt wurde, mit Felix Mendelssohn als Dirigent. Und der ist auch als Komponist dabei und eröffnet mit der aufwühlenden Hebriden-Ouvertüre ein rundum romantisches Programm.

17.30 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

Im Anschluss an das Konzert laden wir Sie zur Live-Kritik-Runde von Radio SRF 2 Kultur ins KKL-Foyer.

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Diskussion

Teilnehmer*innen des Contemporary-Conducting Program | Wolfgang Rihm | Dieter Ammann

Composer Seminar 1 – Orchester

Teilnehmer*innen des Contemporary-Conducting Program
Teilnehmer*innen des Composer Seminars
Wolfgang Rihm, Dozent
Dieter Ammann, Dozent


Als Wolfgang Rihm 2016 die Künstlerische Leitung der Lucerne Festival Academy übernahm, hatte er einen Wunsch: Neben Instrumentalist*innen und Dirigent*innen sollten verstärkt auch junge Komponist*innen von dieser einzigartigen Ausbildungsstätte profitieren. Schon in seinem ersten Academy-Sommer rief er deshalb das Composer Seminar ins Leben, das er seither alljährlich gemeinsam mit Dieter Ammann durchführt. Hier können Nachwuchskomponist*innen ihre Werke und Visionen diskutieren und mit den versierten Academy-Musiker*innen einem Praxistest unterziehen. Zum runden Geburtstag der Academy bieten Rihm und Ammann gleich zwei Composer Seminare an: eins für Ensemble- und zusätzlich eins für grossbesetzte Orchesterstücke. Diese Sonderausgabe beginnt mit einer öffentlichen Sitzung, in der Sie die Teilnehmer*innen und ihr Schaffen kennenlernen können. Nach Einzellektionen und einer Probenphase mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) werden die neuen Orchesterstücke dann am 25. August in einem wiederum öffentlichen Abschlusskonzert offiziell aus der Taufe gehoben.

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Konzert

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra

Lucerne Festival Orchestra 3

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra

Enjott Schneider (*1950): Hoketus aus Jubilus für zwei Trompeten, zwei Posaunen, Pauke und Orgel
Uraufführung der Neufassung von 2024
Alfred Schnittke (1934–1998): Schall und Hall für Posaune und Orgel
Julien-François Zbinden (*1917): Dialogue für Piccolotrompete und Orgel op. 50
James MacMillan (*1959): A New Song, arrangiert für zwei Trompeten, zwei Posaunen und Orgel von Jörgen van Rijen
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Ricercar a 6 aus dem Musikalischen Opfer aus dem Musikalischen Opfer, arrangiert für Trompete, Posaune und Orgel
Louis Vierne (1870–1937): Marche Triomphale pour le centenaire de Napoléon 1er op. 46 für drei Trompeten, drei Posaunen, drei Pauken und Orgel
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Oboenquartett F-Dur KV 370 (368b)



Den anderen genau zuhören, ihre musikalischen Impulse aufgreifen, sie fortspinnen und darauf antworten: Das ist ein Schlüssel zum Erfolg des Lucerne Festival Orchestra. Nirgendwo lässt sich dieses Prinzip besser entwickeln als in der Kammermusik. Das war schon Claudio Abbado, dem Gründer des Orchesters, besonders wichtig:

«In Luzern kommen jedes Jahr ganz neue und teilweise ungewöhnlich besetzte Ensembles zusammen, die dann eigene Programme erarbeiten und sie im grossen Konzertsaal vorstellen.» Im Sommer 2024 haben sich die Blechbläser*innen um den Trompeter Reinhold Friedrich und den Posaunisten Jörgen van Rijen zusammengetan, um festliche, meditative oder auch schmissige Werke vom Barock bis zur Gegenwart aufzuführen. Und dabei lässt sich so allerlei entdecken: etwa ein Triumphmarsch aus dem Zeitalter Napoleons von Louis Vierne oder ein Hoketus, eine Satztechnik aus dem Mittelalter, die der Komponist Enjott Schneider aufgegriffen hat. Am Ende der Matinee aber geht es ganz klassisch zu, mit Wolfgang Amadé Mozart und seinem Oboenquartett, das mit seinem glanzvollen und hochvirtuosen Oboenpart an ein verkapptes Solokonzert erinnert.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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Konzert

Festival Strings Lucerne

Nachmittagskonzert

Festival Strings Lucerne
Daniel Dodds, Violine und Musikaklische Leitung
Ivo Gass, Horn


Andrea Falconieri (1585–1656): Ciaccona G-Dur für zwei Violinen und Continuo
Antonio Vivaldi (1678–1741): Concerto G-Dur für Streicher und Basso continuo RV 151 Alla rustica
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Hornkonzert Es-Dur KV 447
Samuel Coleridge-Taylor (1875–1912): Vier Noveletten op. 52 für Streichorchester und Schlagzeug

Schon lange bevor es in der Musikszene Mode wurde, nach neuen Konzertformaten zu suchen, entwickelte Lucerne Festival mit der Stadt Luzern einen bahnbrechenden Prototypus: das Nachmittagskonzert, das ungewöhnliche Wege geht. Hier gibt es 45 Minuten Musik, launig moderiert, mit abwechslungsreichem Programm, und das alles für sozialverträgliche 10 Franken: barrierefreie Festspielfreuden. Diesmal durchstreifen die Festival Strings Lucerne und Daniel Dodds gleich vier Epochen. Es beginnt mit dem neapolitanischen Lautenspieler, Sänger und Komponisten Andrea Falconieri, der Anfang des 17. Jahrhunderts wirkte, an der Schwelle von der Renaissance zum Frühbarock. Dann gibt es ein schwungvolles Vivaldi-Concerto, und danach kommt Ivo Gass, der Solohornist des Lucerne Festival Orchestra, mit Mozart. Er spielt das Dritte Hornkonzert, das mit einer zauberischen Romance und einem beschwingten Jagdfinale aufwartet. Musik, die gute Laune macht, erklingt auch zum Abschluss mit den spätromantischen Noveletten des afrobritischen Komponisten Samuel Coleridge-Taylor, der 1912 im Alter von nur 37 Jahren verstarb: mehr als eine Entdeckung für Neugierige.

Dieses Konzert hat keine Pause.

Karten für CHF 10 vom 5. bis 16. August (jeweils von 9.00 bis 11.00 und von 14.00 bis 16.00 Uhr) ausschliesslich am Empfangsschalter im Stadthaus Luzern (Hirschengraben 17) gegen Barzahlung erhältlich.

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© Peter Fischli/Lucerne Festival
Konzert

Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

Lucerne Festival Academy 1

Solist*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Raimonda Žiūkaitė, Stimme
Jack Adler-McKean, Tuba
Edward Kass, Kontrabass
Helga Karen, Klavier
Johnna Wu, Violine
Aya Masui, Schlagzeug
João Carlos Pacheco, Schlagzeug
Noah Rosen, Schlagzeug


«Geburtstagskonzert 20 Jahre Lucerne Festival Academy»

Begrüssung durch Intendant Michael Haefliger und Gespräch mit Lisa Streich im Konzert

Wolfgang Rihm (*1952): Stück für drei Schlagzeuger
Pierre Boulez (1925–2016): une page d'éphéméride für Klavier
Lisa Streich (*1985): Safran für motorisiertes Klavier und Violine
Beat Furrer (*1954): kaleidoscopic memories für Kontrabass und Live Elektronik
Raimonda Žiūkaitė (*1991): Neues Werk für Tuba und Stimme

Dieses Konzert hat keine Pause.

In ihrem ersten Konzert des Sommers blickt die Lucerne Festival Academy zurück und voraus. Wir zeigen einen Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm Inheriting the Future of Music, der den Academy-Gründer Pierre Boulez an seiner Luzerner Wirkungsstätte portraitiert. Ausserdem stehen Werke von Boulez und Wolfgang Rihm, dem aktuellen Künstlerischen Leiter der Academy, auf dem Programm. Wir stellen Ihnen aber auch unsere beiden diesjährigen composers-in-residence vor: Beat Furrer erkundet in einem Kontrabass-Solo mit Live-Elektronik die tiefen Register. Und die Schwedin Lisa Streich, die als «Roche Young Commissions»-Preisträgerin einst entscheidende Impulse durch die Academy empfing, spürt der Lyrik des Mechanischen nach, indem sie das Klavier mit selbstgebauten elektrischen Geräten präpariert. Gestaltet wird das Geburtstagskonzert von den Lucerne Festival Contemporary Leaders, allesamt Absolvent*innen der Academy und ihr heute als Coaches eng verbunden. Zu ihnen zählt auch die litauische Komponistin und Performerin Raimonda Žiūkaitė, die als «Geburtstagsständchen» ein neues Werk für Tuba und Stimme beisteuert.

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© Peter Fischli/Lucerne Festival
Konzert

West-Eastern Divan Orchestra | Daniel Barenboim | Anne-Sophie Mutter

25 Jahre West-Eastern Divan Orchestra

West-Eastern Divan Orchestra
Daniel Barenboim, Dirigent
Anne-Sophie Mutter, Violine


Johannes Brahms (1833–1897): Violinkonzert D-Dur op. 77
Arnold Schönberg (1874–1951): Pelleas und Melisande op. 5

Als Daniel Barenboim und der palästinensische Literaturwissenschaftler Edward Said 1999 das West-Eastern Divan Orchestra gründeten, ging es ihnen um eine Friedensvision: Musiker*innen aus Israel und der arabischen Welt bilden gemeinsam diesen fabelhaften Klangkörper, der die Gräben zwischen Kulturen und Religionen überbrückt. Wenn das West-Eastern Divan Orchestra zusammenkommt, spielen Hass und Gewalt keine Rolle. Das gilt erst recht nach den barbarischen Angriffen der palästinensischen Hamas auf Israel vom vergangenen Oktober und dem anschliessenden Krieg. «Unsere Friedensbotschaft muss lauter sein denn je», zeigt sich Barenboim überzeugt. Mit jedem Konzert gelinge es, «den vermeintlich Anderen besser zu verstehen und Gemeinsamkeiten in unserer Menschlichkeit und der Musik zu finden». Zum 25. Geburtstag des Orchesters gratuliert Stargeigerin Anne-Sophie Mutter mit dem beglückenden Violinkonzert von Johannes Brahms. Und Barenboim schwelgt mit Arnold Schönbergs früher Tondichtung Pelleas und Melisande im spätromantischen Sound eines Riesenorchesters.

18.30 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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© Peter Fischli/Lucerne Festival
Seminar

Composer Seminar mit Wolfgang Rihm und Dieter Ammann

Teilnehmer*innen des Composer Seminars
Wolfgang Rihm, Dozent
Dieter Ammann, Dozent


Präsentation und Diskussion der ausgewählten Werke

Wie entsteht eigentlich eine Komposition? Womit fängt man an, wie lässt sich aus einem Einfall ein ganzes Stück entwickeln? Und wie trifft man musikalische Entscheidungen, wenn es keine verbindlichen kompositorischen Regeln, kein «richtig» oder «falsch» gibt? Das Composer Seminar, das Wolfgang Rihm und Dieter Ammann allsommerlich im Rahmen der Lucerne Festival Academy anbieten, ermöglicht allen Interessierten einen aufschlussreichen Schulterblick in die Komponier-Werkstatt: Vier Tage lang, in acht öffentlich zugänglichen Sitzungen, diskutieren die jungen Komponist*innen mit Rihm und Ammann über ihre Partituren und Ideen. Dabei geht es um ganz praktische Inputs zur Instrumentation oder zur Notation, um Vorbilder und um Anregungen — von anderen Musikgenres bis zum Internet-Meme. Aber auch Biografisches und grundsätzliche Fragen kommen zur Sprache: nach dem eigenen Selbstverständnis als Komponist*in etwa oder zur Rolle der Musik in unserer Gesellschaft.

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© Patrick Hürlimann/Lucerne Festival
Konzert

«Duo, Trio & More»

40min 1

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra

40 Minuten Lucerne Festival für Neugierige: Achtmal stellen wir Ihnen am frühen Abend ausgewählte Künstler*innen und Werke vor — mit Musik und im Gespräch, ganz casual und bei freiem Eintritt. Und für alle, denen 40 Minuten nicht reichen, hätten wir noch am 24. August ein dreiteiliges 40min Open Air.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min (mit Ausnahme des Open Airs am 24. August) ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der Veranstaltung, ab Mittwoch, 14.08. | 10.00 Uhr, können Sie über lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Rest­tickets bezogen werden.

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© Dovile Sermokas/Sony Music Entertainment
Klavierkonzert

Mao Fujita

Rezital

Mao Fujita, Klavier

Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Klaviersonate B-Dur KV 333 (315c)
Déodat de Séverac (1872–1921): Les Fêtes aus Cerdaña
Frédéric Chopin (1810–1849): Barcarolle Fis-Dur op. 60
Sergej Prokofjew (1891–1953): Klaviersonate Nr. 1 f-Moll op. 1
Robert Schumann (1810–1856): Arabeske C-Dur op. 18
Robert Schumann (1810–1856): Kreisleriana op. 16

Er ist gerade einmal 25 Jahre alt und doch schon ein Stammgast bei Lucerne Festival: 2022 verzauberte der japanische Pianist Mao Fujita die Festspielgäste mit seiner poetischen Interpretation von Rachmaninows Zweitem Klavierkonzert. 2023 lockte er mit seinem ersten Solo-Rezital beim Festival scharenweise das junge Publikum an. Und im Sommer 2024 wird er seine ganze Vielseitigkeit mit einem neuen Programm beweisen, das Rares und Populäres, Verspieltes und Hochvirtuoses vereint. Für seine Gesamtaufnahme von Mozarts Klaviersonaten erhielt Fujita gerade den Opus Klassik — warum, das wird klar, wenn er die berühmte B-Dur-Sonate KV 333 mit ihrem filigranen Netz aus Skalen, Trillern und Arpeggien interpretiert. Neugierige dürfen sich auf den französischen Impressionisten Déodat de Séverac freuen, Verträumte auf Chopins Barcarolle. Bei der Ersten Klaviersonate des jungen Sergej Prokofjew, die noch in der romantischen Tradition wurzelt, darf Fujita seine ganze Fingerfertigkeit präsentieren. Und für Schumanns Kreisleriana, diese brillante Hommage an den von E.T.A. Hoffmann erfundenen exzentrischen Kapellmeister Kreisler, braucht er darüber hinaus eine gute Portion schrägen Humor.

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© Liudmila Malofeeva
Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Riccardo Chailly | Alexander Malofeev

Lucerne Festival Orchestra
Riccardo Chailly, Dirigent
Alexander Malofeev, Klavier


Sergej Rachmaninow (1873–1943):
Sinfonischer Satz d-Moll (Jugendsinfonie)
Klavierkonzert Nr. 1 fis-Moll op. 1
Sinfonische Tänze op. 45

Wie alles anfing — und wie es endete. In der neuesten Folge ihres Rachmaninow-Zyklus koppeln Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra die ersten Werke des russischen Komponisten mit seinem Opus ultimum. Die Reise beginnt 1890/91, als der nicht einmal 18-jährige Rachmaninow mit seinem Ersten Klavierkonzert eine beachtliche Visitenkarte vorlegte: Romantischer Überschwang à la Grieg und Tschaikowsky trifft hier auf intellektuelle Übersicht, reiche Erfindung auf eine packende Dramaturgie. Zur selben Zeit versuchte er sich auch an einer ersten Sinfonie, die jedoch über einen einzigen Satz nicht hinausgelangte. Den allerdings sollte man gehört haben! Als Rachmaninow 1940, drei Jahre vor seinem Tod, mit den grandiosen Sinfonischen Tänzen eine Lebensbilanz zog, zitierte er auch sein frühes Schaffen. Der Kreis schliesst sich, und siehe da: Anfang und Ende haben mehr miteinander zu tun, als man meinen sollte. Solist des Abends ist der erst 22-jährige Alexander Malofeev. Riccardo Chailly ist hingerissen von seinem Talent und attestiert ihm neben brillanter Technik auch eine musikalische Tiefe und Reife, wie er sie nur selten erlebt habe.

18.30 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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© Antoine Saito
Konzertante Aufführung

Dresdner Festspielorchester | Concerto Köln | Kent Nagano

Die Walküre

Dresdner Festspielorchester
Concerto Köln
Kent Nagano, Dirigent
Simon Bailey, Wotan
Maximilian Schmitt, Siegmund
Sarah Wegener, Sieglinde
Åsa Jäger, Brünnhilde
Patrick Zielke, Hunding
Claude Eichenberger, Fricka
Natalie Karl, Helmwige
Chelsea Zurflüh, Gerhilde
Ania Vegry, Ortlinde
Ulrike Malotta, Waltraute
Marie-Luise Dressen, Roßweiße
Ida Aldrian, Siegrune
Eva Vogel, Grimgerde
Jasmin Etminan, Schwertleite


Richard Wagner (1813–1883):
Die Walküre. Erster Tag des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen
Konzertante Aufführung
The Wagner Cycles
Ein Projekt der Dresdner Musikfestspiele

Richard Wagner war der grosse Neuerer des Musiktheaters. Mit dem Vierteiler Der Ring des Nibelungen setzte er seine Idee vom Gesamtkunstwerk um, in dem die verschiedenen Künste miteinander verschmelzen. Wie revolutionär Wagners Errungenschaften waren, zeigt Kent Nagano mit dem Dresdner Festspielorchester und Concerto Köln. Denn sie führen Die Walküre, den zweiten Teil der Tetralogie, so auf, wie sie zu Wagners Lebzeiten erklang: Die Streichinstrumente sind mit Darmsaiten bespannt, Wagner-Tuben, Fagotte und Oboen wurden historisch getreu nachgebaut. Das Orchester ist auf 435 Hertz gestimmt, also tiefer, als man es heute kennt, und das Gesangsensemble muss nicht nur singen, sondern auch melodramatisch deklamieren. Als Nagano im vergangenen Sommer mit dem Rheingold den Auftakt dieses historisch informierten Rings präsentierte, war die Begeisterung gross: «Alles tönt viel rauer, urtümlicher und so radikal modern, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt», urteilte die Neue Zürcher Zeitung. Man darf also gespannt sein auf die Fortsetzung. Und sich auf «Greatest Hits» wie den berühmten Walkürenritt oder den Feuerzauber freuen.

16.00 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Konzert

Tjasha Gafner

Debut

Tjasha Gafner, Harfe

Marcel Tournier (1879–1951): Féerie für Harfe solo
Johann Sebastian Bach (1685–1750): Suite c-Moll für Laute BWV 997, arrangiert für Harfe von Tjasha Gafner
Kristín Þóra Haraldsdóttir (*1979): Neues Werk
Uraufführung, Auftragswerk der I&I Foundation
Joseph Haydn (1732–1809): Klaviersonate As-Dur Hob. XVI:43, arrangiert für Harfe von Tjasha Gafner
Henriette Renié (1875–1956): Légende d’après «Les Elfes» de Leconte de Lisle

Vielleicht kann Tjasha Gafner ihre vielen Preise gar nicht mehr alle aufzählen: Zwanzig Auszeichnungen wurden ihr in den letzten zehn Jahren bei Wettbewerben in aller Welt zuteil. Aber die jüngste war wohl die wichtigste: 2023 gewann die 1999 in Lausanne geborene Harfenistin den ARD-Musikwettbewerb in München und erhielt dort obendrein den Publikumspreis. Die Süddeutsche Zeitung attestierte ihr «eine hinreissende Mischung aus filigraner Eleganz und musikantischer Präsenz». Seit ihrem zehnten Lebensjahr steht Tjasha Gafner auf der Bühne, sie konzertierte als Solistin etwa mit den London Mozart Players, dem Orchestre de Chambre de Lausanne oder dem Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie. Dabei begnügt sie sich nicht mit dem bestehenden Repertoire, sondern legt selbst neue Transkriptionen für ihr Instrument vor. Weshalb sie bei ihrem Debutkonzert auch eigene Bearbeitungen einer Lautensuite von Bach und einer Klaviersonate von Haydn präsentiert. Dazu kommen feine, poetische Originalwerke der beiden französischen Harfenlegenden Marcel Tournier und Henriette Renié sowie eine neue Komposition der Isländerin Kristín Þóra Haraldsdóttir, die eigens für dieses Konzert entsteht.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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Konzert

«Neugierig auf Bruckner?»

40min 2

Lucerne Festival Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent


40 Minuten Lucerne Festival für Neugierige: Achtmal stellen wir Ihnen am frühen Abend ausgewählte Künstler*innen und Werke vor — mit Musik und im Gespräch, ganz casual und bei freiem Eintritt. Und für alle, denen 40 Minuten nicht reichen, hätten wir noch am 24. August ein dreiteiliges 40min Open Air.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min (mit Ausnahme des Open Airs am 24. August) ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der Veranstaltung, ab Samstag, 17.08. | 10.00 Uhr, können Sie über lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Rest­tickets bezogen werden.

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Konzert

Luzerner Sinfonieorchester | Michael Sanderling | Francesco Piemontesi

Luzerner Sinfonieorchester
Michael Sanderling, Dirigent
Francesco Piemontesi, Klavier


Ludwig van Beethoven (1770–1827): Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73
Franz Schubert (1797–1828): Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944 Grosse C-Dur-Sinfonie

«Dieses Orchester will weiterkommen und wachsen», weiss Michael Sanderling, der seit 2021 als Chefdirigent an der Spitze des Luzerner Sinfonieorchesters steht — und selbst das Seine dazu beiträgt, damit der Wunsch Wirklichkeit wird. Für «überaus geglückt» hält etwa die Frankfurter Allgemeine die Gesamtaufnahme der vier Brahms-Sinfonien, die 2023 als erstes gemeinsames CD-Projekt erschien: «Selten, dass eine Einspielung Gefühlswärme und Anteilnahme ebenso zeigt wie Wachheit gegenüber dem kompositorischen Wie und Warum.» Dieses Erfolgsrezept setzen Sanderling und seine Musiker*innen nun mit Schuberts Achter Sinfonie fort, der Grossen in C-Dur, deren «himmlische Längen» schon Robert Schumann zum Schwärmen brachten. Eröffnet wird der Abend von einem Weltstar aus der Schweiz: Der 1983 in Locarno geborene Pianist Francesco Piemontesi, der schon mit den Philharmonikern aus Berlin und Los Angeles, dem Gewandhausorchester Leipzig oder dem Cleveland Orchestra konzertierte, spielt Beethovens heroisches Es-Dur-Konzert. Und auch er hat sich viel vorgenommen: «Ich möchte das Publikum an der Tiefe der Musik teilhaben lassen», erklärt Piemontesi.

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© Ollie Ali
Konzert

Tschechische Philharmonie | Jakub Hrůša | Sheku Kanneh-Mason

Tschechische Philharmonie
Jakub Hrůša, Dirigent
Sheku Kanneh-Mason, Violoncello


Antonín Dvořák (1841–1904):
Cellokonzert h-Moll op. 104
In der Natur. Konzertouvertüre op. 91
Karneval. Konzertouvertüre op. 92
Othello. Konzertouvertüre op. 93

Sie glauben, dass Antonín Dvořák neun Sinfonien komponiert hat? Dann dürfen Sie auf die «Zehnte» neugierig sein, die Jakub Hrůša in diesem Konzert vorstellt: Unter dem Titel Natur — Leben — Liebe fasste Dvořák drei Konzertouvertüren zu einem sinfonischen Triptychon zusammen, in dem sich Poesie, musikantischer Überschwang und Dramatik verbinden. Vogelrufe empfangen uns In der Natur; mit dem Karneval stürzen wir uns ins närrische Treiben; und in Othello durchleben wir eine Liebesgeschichte, die in einem Eifersuchtsdrama tragisch endet. Hrůša, der gerade als «Dirigent des Jahres 2023» mit dem Opus Klassik ausgezeichnet wurde, hat sich seit seinem beherzten Last-Minute-Einspringen für den erkrankten Riccardo Chailly zu einem Luzerner Publikumsliebling entwickelt. Im letzten Sommer entzückte er am Pult der Wiener Philharmoniker mit seiner betörenden Interpretation von Dvořáks Achter: Das klang zart und schmissig, nonchalant und tiefsinnig zugleich. Dvořák sei für ihn eben so etwas wie seine Muttermilch, sagte Hrůša einmal. Davon wird auch Sheku Kanneh-Mason profitieren, der mit Dvořáks himmlischem Cellokonzert seine Residenz als «artiste étoile» eröffnet.

18.30 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Ruth Reinhardt

Lucerne Festival Academy 2

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Ruth Reinhardt, Dirigentin


Arnold Schönberg (1874–1951): Fünf Orchesterstücke op. 16, Fassung von 1949
Lisa Streich (*1985): Ishjärta für Orchester, Schweizer Erstaufführung
Wolfgang Rihm (*1952): In-Schrift für Orchester
Pierre Boulez (1925–2016): Rituel in memoriam Bruno Maderna für Orchester in acht Gruppen

Neugier ist der Motor der Musikgeschichte, das zeigt diese Tour d’Horizon des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO). Mit seinen Fünf Orchesterstücken op. 16 wagte Arnold Schönberg zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Schritt in die freie Atonalität: zu einem expressiv verdichteten «Wechsel von Farben, Rhythmen und Stimmungen». Vom Klang aus denkt auch composer-in-residence Lisa Streich: Ishjärta (zu Deutsch «Eisherz»), uraufgeführt im vergangenen Sommer von den Berliner Philharmonikern, changiert zwischen warm pulsierenden Texturen und eisig erstarrten Harmonien. Hinzu kommen Werke zweier Zentralgestirne der Lucerne Festival Academy. Wolfgang Rihm komponierte In-Schrift für den Markusdom in Venedig und versuchte seiner Musik den berühmten Sakralraum «einzuschreiben» — mit Glocken, Choralanklängen und einer dunkel leuchtenden Besetzung ohne hohe Streicher. Eine sakrale Aura evoziert auch Pierre Boulez’ Rituel in memoriam Bruno Maderna, eine seiner suggestivsten Partituren: Zum regelmässigen Puls der Schlagzeuger entfalten acht Orchestergruppen eine «Zeremonie der Erinnerung», so Boulez.

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© Priska Ketterer/Lucerne Festival
Konzert

40min Open Air

Klassik für alle

14.00 Uhr «Brass Begins» - London Central Brass
15.00 Uhr «Zwischen Säntis und Pilatus» - Schäbyschigg
16.00 Uhr «Tanzschritt und Marschtritt» - Ensemble of the Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Weshalb die Sonderausgabe unserer beliebten 40min-Konzerte gleich drei Acts präsentiert — und zwar als Open Air auf dem Europaplatz, direkt vor dem KKL Luzern. 120 Minuten Musik also, bei hoffentlich strahlendem Sonnenschein, dann und wann garniert vom Signalton eines Schiffshorns, das vom Vierwaldstättersee herüberklingt. Die Eröffnungsfanfare stimmt indes ein junges britisches Bläserquintett an: London Central Brass gewann im vergangenen Jahr den renommierten Philip Jones Brass Prize und wird neben flotten Arrangements von Maurice Ravel und George Gershwin auch Evergreens wie Amazing Grace oder Round Midnight spielen. Ihm antwortet ein Quintett aus der Region: Schäbyschigg präsentiert traditionelle Schweizer Melodien in frischen Interpretationen. Für ein fideles Finale sorgen schliesslich die jungen Musiker*innen des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO): mit Autohupen und Türklingeln, mit Béla Bartóks folkloristischem Divertimento und mit Mauricio Kagels herrlich schrägen Märschen, um den Sieg zu verfehlen, in denen die Musik fortwährend aus dem Tritt gerät.

Eintritt frei

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Konzert

Lucerne Festival Orchestra | Yannick Nézet-Séguin | Beatrice Rana

Lucerne Festival Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Beatrice Rana, Klavier


Clara Schumann (1819–1896): Klavierkonzert Nr. 1 a-Moll op. 7
Anton Bruckner (1824–1896): Sinfonie Nr. 7 E-Dur WAB 107, Edition von Leopold Nowak

Yannick Nézet-Séguin räumt mit einer alten Mär auf: der Behauptung, dass es in der Musikgeschichte keine erstrangigen Komponistinnen gegeben habe. 2022 stellte er bei Lucerne Festival die Afroamerikanerin Florence Price vor, 2023 die früh verstorbene Französin Lili Boulanger — und nun ist die deutsche Romantikerin Clara Schumann an der Reihe, mit ihrem Ersten Klavierkonzert, das sie mit dreizehn in Angriff nahm. Die Italienerin Beatrice Rana, die im letzten Sommer mit Rachmaninows Paganini-Rhapsodie für Aufsehen sorgte, ist die ideale Pianistin für dieses furiose Frühwerk. Ihre Einspielung mit Nézet-Séguin, die kürzlich herauskam, sei die bisher «beste Interpretation» des Konzerts, hiess es im Bayerischen Rundfunk. Nézet-Séguin gilt als «musicians’ conductor», als Dirigent, der das Herz der Musiker*innen erreicht und sie zu Höchstleistungen beflügelt. Das bewies er auch schon mit dem Lucerne Festival Orchestra, zuletzt bei einer bewegenden Aufführung der Achten Sinfonie von Anton Bruckner, die Dringlichkeit mit überwältigender Klangschönheit verband. Die Fortsetzung gibt es nun mit der Siebten in E-Dur: Was für ein Geschenk zum 200. Geburtstag des Komponisten!

Im Anschluss an das Konzert laden wir Sie zur Live-Kritik-Runde von Radio SRF 2 Kultur ins KKL-Foyer.

17.30 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Konzert

Sheku Kanneh-Mason | Plínio Fernandes

Sheku Kanneh-Mason, Violoncello
Plínio Fernandes, Gitarre


Heitor Villa-Lobos (1887–1959): Aria (Cantilena) aus Bachianas brasileiras Nr. 5
Radamés Gnattali (1906–1988): Sonate für Violoncello und Gitarre
Leo Brouwer (*1939): Sonate für Violoncello und Gitarre The Magic Space
Rafael Marino Arcaro (*1990): Élégie à une mémoire oubliée
Astor Piazzolla (1921–1992): Café 1930 und Nightclub 1960 aus Histoire du Tango

Diese Kombination macht neugierig: «Artiste étoile» Sheku Kanneh-Mason gestaltet sein erstes Solo-Rezital nicht etwa mit Klavier, sondern mit Gitarre! Zu diesem Zweck hat er sich mit dem Brasilianer Plínio Fernandes zusammengetan, der in seiner Heimat längst ein Star ist, weil er die Saudade, den wehmütigen Weltschmerz, so kunstvoll mit dem klassischen Gitarrenspiel verbindet. Dabei darf der berühmteste brasilianische Komponist nicht fehlen: Kanneh-Mason und Fernandes eröffnen ihre stimmungsvolle Late Night mit der seraphischen Aria aus den Bachianas brasileiras von Heitor Villa-Lobos, die eine zauberhafte Abendstimmung heraufbeschwört. Und sie beschliessen sie, zumindest imaginär, in einem verruchten Nachtclub in Buenos Aires mit den Tangorhythmen Astor Piazzollas. Die instrumentalen Farben von Cello und Gitarre mischen sich fantastisch, Kanneh-Mason und Fernandes musizieren mit einem Atem und Herzschlag. Weil es den beiden selbst so viel Spass macht, haben sie für ihr ungewöhnliches Duo schon neue Werke bei Leo Brouwer und Rafael Marino Arcaro bestellt. Und sie haben eine Sonate des 1988 verstorbenen Radamés Gnattali ausgegraben, die uns von der Schönheit Südamerikas träumen lässt.

Dieses Konzert hat keine Pause.

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Konzert

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra | Greogy Ahss | Raphael Christ

Lucerne Festival Orchestra 6

Solist*innen des Lucerne Festival Orchestra
Greogy Ahss, Violine und Leitung (Frühling, Herbst)
Raphael Christ, Violine und Leitung (Sommer, Winter)


Antonio Vivaldi (1678–1741): Die vier Jahreszeiten op. 8

In der Literatur, der Malerei und der Musik sind die Jahreszeiten ein beliebtes Thema. Aus gutem Grund: Sie prägen unser tägliches Leben, lassen sich anschaulich ins Bild setzen — und ebenso plastisch in Töne. Die wohl berühmteste Jahreszeiten-Vertonung stammt von Antonio Vivaldi: Vor rund 300 Jahren veröffentlichte der italienische Barockkomponist vier unverwüstliche Violinkonzerte, eines für jede Jahreszeit. Und tatsächlich ist hier so einiges zu hören an Wetter- und anderen Naturphänomenen: Im Frühling zwitschern die Vögel um die Wette, im Sommer donnern gewaltige Gewitter übers Land. Im Herbst geht’s zur Weinernte und auf die Jagd, im Winter — darauf war zu Vivaldis Zeiten noch Verlass — rieselt leise der Schnee. Auch quakende Frösche, bellende Hunde und umhersummende Mücken haben ihren Auftritt. Unter der Leitung seiner beiden Konzertmeister musiziert das Lucerne Festival Orchestra diesen Evergreen als sonntägliches Musikvergnügen für alle Generationen: kurz und gut, unterhaltsam und berührend. Das ideale Konzert zum Einstieg in die Welt der Klassik.

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Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Teilnehmer*innen des Composer Seminars | Wolfgang Rihm | Dieter Ammann

Composer Seminar: Abschlusskonzert 1 — LFCO

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Teilnehmer*innen des Contemporary-Conducting Program: Yixuan Hu | Eden Lonsdale | Kenta Onoda | Jose Luis Valdivia Arias
Wolfgang Rihm, Moderation
Dieter Ammann, Moderation


Werkschau des Composer Seminars für Orchester:
Orchesterwerke von Yixuan Hu, Eden Lonsdale, Kenta Onoda und Jose Luis Valdivia Arias
Uraufführungen

Wolfgang Rihm und Dieter Ammann stellen die Komponist*innen und ihre Werke im Konzert vor.

Komponieren müsse man «in der Praxis lernen», ist Wolfgang Rihm überzeugt. Es sei wichtig, Hörerfahrungen mit der eigenen Musik zu sammeln, sie «ausprobieren» und die aufgeschriebenen Noten auf das klingende Resultat hin überprüfen zu können. Auch die Rückmeldung der Interpret*innen sei hilfreich. All das gilt natürlich erst recht für die grosse Orchesterbesetzung und die vielfältigen Klang-mixturen, die sie ermöglicht. Im Jubiläumssommer der Lucerne Festival Academy bieten Rihm und sein Schweizer Komponistenkollege Dieter Ammann deshalb eine Sonderausgabe ihres Composer Seminars an. Vier junge Komponist*innen aus China, Grossbritannien, Japan und Spanien können kurze Orchesterstücke für das Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) komponieren und mit ihm zur Aufführung bringen — ein Angebot, das im Hochschulalltag kaum möglich ist. Im Abschlusskonzert erklingen die neuen Partituren gleich zweimal. Jeweils nach dem ersten Durchgang sprechen Ammann und Rihm über die Komponist*innen und wichtige Merkmale ihrer Stücke. So schärfen sie unsere Ohren für die zweite Aufführung: Doppelt hört besser!

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Gottesdienst

Solist*innen, Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern | Luzerner Kantorei | Jürg Henneberger

Gottesdienst zum Kirchweihfest

Solist*innen, Vokalensemble und Orchester des Collegium Musicum Luzern
Luzerner Kantorei
Jürg Henneberger, Dirigent

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Konzert

Rotterdam Philharmonic Orchestra | Lahav Shani | Lisa Batiashvili

Rotterdam Philharmonic Orchestra
Lahav Shani, Dirigent
Lisa Batiashvili, Violine


Felix Mendelssohn (1809–1847): Meeresstille und glückliche Fahrt. Konzertouvertüre op. 27
Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Violinkonzert A-Dur KV 219
Claude Debussy (1862–1918): La Mer
Maurice Ravel (1875–1937): La Valse. Poème chorégraphique

Der Vater wusste, wie man’s macht: «Vergiss das sogenannte Populare nicht, das auch die langen Ohren kitzelt», riet Leopold Mozart seinem Sohn Wolfgang Amadé. Und der gab mit den deftigen Alla-turca-Passagen aus seinem A-Dur-Violinkonzert die passende Antwort. Das zeitgenössische Publikum verspürte bei dieser «Türkenmusik» eine Mischung aus Lust und Schauer. Für Lisa Batiashvili aber ist es der ideale Einstieg in ihre Residenz als «artiste étoile». Denn in Mozarts berühmtestem Violinkonzert darf sie nicht nur ihre musikantischen Qualitäten herausstellen; sie wird auch zärtliche Kantilenen anstimmen, brillante Sprünge meistern und mit stilsicherem musikalischem Geschmack überzeugen. Am Pult steht ihr der 35-jährige Lahav Shani zur Seite, der im vergangenen Festspielsommer mit dem Israel Philharmonic Orchestra auftrat und Haydns letzte Sinfonie so spritzig dirigierte, dass man aus dem Staunen nicht herauskam. Mit seinem Rotterdam Philharmonic Orchestra widmet er sich nun zwei Meilensteinen der französischen Musik: In Debussys La Mer verwandelt sich das Orchester in einen flutenden Ozean, in Ravels La Valse zelebriert es einen heissen Tanz auf dem Vulkan.

17.30 Uhr Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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«Musik von heute für morgen»

40min 3

Internationale Ensemble Modern Akademie (IEMA-Ensemble 2023/24)

40 Minuten Lucerne Festival für Neugierige: Achtmal stellen wir Ihnen am frühen Abend ausgewählte Künstler*innen und Werke vor — mit Musik und im Gespräch, ganz casual und bei freiem Eintritt. Und für alle, denen 40 Minuten nicht reichen, hätten wir noch am 24. August ein dreiteiliges 40min Open Air.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der Veranstaltung, ab Mittwoch, 21.08. | 10.00 Uhr, können Sie über lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Rest­tickets bezogen werden.

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Konzert

Lisa Batiashvili | Giorgi Gigashvili | Tsotne Zedginidze

Lisa Batiashvili, Violine
Giorgi Gigashvili, Klavier
Tsotne Zedginidze, Klavier


Franz Schubert (1797–1828): Impromptu c-Moll D 899 Nr. 1
Claude Debussy (1862–1918):
Brouillards aus den Préludes pour piano, 2ème livre
Bruyères aus den Préludes pour piano, 2ème livre
Ondine aus den Préludes pour piano, 2ème livre
Tsotne Zedginidze (*2009):
Neue Werke für Klavier
Violinsonate
Josef Bardanashvili (*1948): Postlude für Klavier
César Franck (1822–1890): Violinsonate A-Dur

Seit 1991 ist Lisa Batiashvili in Deutschland zuhause — ihre georgischen Wurzeln aber hat sie nie vergessen. Als sie zehn Jahre alt war, erlebte sie hautnah, wie ihr Heimatland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion für die Unabhängigkeit kämpfte. 2008 verfolgte sie gebannt, wie Putin Panzer schickte und einige georgische Regionen Russland einverleibte. Es war der Moment ihrer Politisierung und auch ein Grund, warum sie sich nach dem Überfall auf die Ukraine so rückhaltlos mit dem Land solidarisierte. Mit ihrer 2021 gegründeten Lisa Batiashvili Foundation leistet sie ihren Beitrag zu Georgiens musikalischer Zukunft: «Es gibt dort junge Künstlerinnen und Künstler, die mich so berührt haben, dass ich sie auf ihrem Weg unterstützen möchte.» Zwei ihrer Stipendiaten stellt sie in diesem Konzert vor: den 23-jährigen Giorgi Gigashvili, der schon etliche Preise bei internationalen Klavierwettbewerben gewann, und den 2009 geborenen Tsotne Zedginidze. «Er ist ein Jahrhunderttalent», schwärmt Batiashvili. «Dieser Junge besitzt eine überbordende Fantasie und eine Art zu komponieren, die zu Herzen geht.» Mit beiden wird sie in diesem Konzert musizieren.

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Klavierkonzert

Martin James Bartlett

Debut

Martin James Bartlett, Klavier

François Couperin (1668–1733): Les Barricades mystérieuses
Jean-Philippe Rameau (1683–1764): Gavotte et six doubles aus Suite a-Moll RCT 5
Robert Schumann (1810–1856): Kinderszenen op. 15
Maurice Ravel (1875–1937): Pavane pour une infante défunte
Franz Liszt (1811–1886): Widmung S 566
Alberto Ginastera (1916–1983): Danzas Argentinas op. 2
Maurice Ravel (1875–1937): La Valse, für Klavier solo eingerichtet vom Komponisten

Dieses Konzert hat keine Pause.

Er ist schon mehr als ein Geheimtipp: Der 1996 geborene britische Pianist Martin James Bartlett spielt sich gerade in die Spitzenklasse der Klavierszene. 2014 gewann er den BBC-Young-Musician-Wettbewerb und debutierte im Folgejahr bei den BBC Proms. 2020 ging er als Sieger aus der Cleveland International Piano Competition hervor. 2022 kürte ihn Rudolf Buchbinder zum Gewinner des erstmals ausgetragenen «Prix Serdang» in der Schweiz. Bartlett ist Exklusivkünstler bei Warner Classics und hat dort bereits zwei hochgelobte CDs veröffentlicht. Stilistisch ist er bei den französischen Clavecinisten ebenso zuhause wie bei Mozart, in der Romantik oder bei jazzig inspirierten Werken. Und immer besticht er durch seine intelligenten, packenden Interpretationen. Beim Thema «Neugier» dachte Bartlett zunächst an die Wissbegierde von Kindern. Weshalb er Schumanns Kinderszenen und Ravels Pavane pour une infante défunte aufs Programm gesetzt hat. Aber er lädt uns mit Couperins Barricades mystérieuses auch zum Rätselraten ein: «Manche glauben, das Stück habe mit dem Weinbau zu tun, sein Rhythmus illustriere das Stampfen der Trauben.» Lassen Sie sich überraschen!

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Musik

Musikgruppen aus aller Welt

In den Strassen – Eröffnungskonzert

Cristina Clara Portugal
Schäbyschigg (Schweiz)
TRÚ (Irland)
Mauro Palmas/Giacomo Vardeu (Italien)
Super Ram (Kolumbien)
Talike’n Beko (Madagaskar)
Tante Friedl (USA/Deutschland)
Wild Strings Trio (Slowakei/Slowenien/Frankreich)


Neugierig auf andere Musikkulturen? Dann sollten Sie «In den Strassen» nicht verpassen, die Weltmusikwoche im Festival! Sechs Tage lang können Sie in der Luzerner Altstadt auf musikalische Weltreise gehen: Acht Gruppen gestalten über 80 mitreissende Open-Air-Auftritte — bei freiem Eintritt. Das detaillierte Programm publizieren wir im Juli.

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Musik

Musikgruppen aus aller Welt

In den Strassen

Cristina Clara Portugal
Schäbyschigg (Schweiz)
TR (Irland)
Mauro Palmas/Giacomo Vardeu (Italien)
Super Ram (Kolumbien)
Talike’n Beko (Madagaskar)
Tante Friedl (USA/Deutschland)
Wild Strings Trio (Slowakei/Slowenien/Frankreich)


Neugierig auf andere Musikkulturen? Dann sollten Sie «In den Strassen» nicht verpassen, die Weltmusikwoche im Festival! Sechs Tage lang können Sie in der Luzerner Altstadt auf musikalische Weltreise gehen: Acht Gruppen gestalten über 80 mitreissende Open-Air-Auftritte — bei freiem Eintritt. Das detaillierte Programm publizieren wir im Juli.

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Konzert

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker

Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker

Felix Mendelssohn (1809–1847): Hebe deine Augen und Denn er hat seinen Engeln befohlen aus dem Oratorium Elias op. 70
Francis Poulenc (1899–1963): Figure humaine, bearbeitet von David Riniker
Sebastian Currier (*1959): Spark für zwölf Violoncelli
Stephan Koncz (*1984): Swing on Dvořák
Georges Bizet (1838–1875): Je crois entendre encore aus Les Pêcheurs de perles, bearbeitet von David Riniker
Jerry Goldsmith (1929–2004): Titelmelodie aus der Filmmusik zu Basic Instinct, arrangiert von David Riniker
John Williams (*1932): Titelmelodie aus der Filmmusik zu Catch Me If You Can, arrangiert von David Riniker
James Horner (1953–2015): Titelmelodie aus der Filmmusik zu Titanic, arrangiert von Wilhelm Kaiser-Lindemann
Herman Hupfeld (1894–1951): As Time Goes By, arrangiert von Wilhelm Kaiser-Lindemann
Shigeaki Saegusa (*1942): Ragtime
Astor Piazzolla (1921–1992):
La Muerte del ángel
Adiós Nonino
Fuga y misterio

Wie es gelingen kann, breiteste Publikumskreise auf die klassische Musik neugierig zu machen, das wissen die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker ganz genau. Denn die unverwechselbare Mixtur ihrer Programme bietet für jede und jeden etwas: Originalwerke, viele davon eigens für das Ensemble komponiert, treffen auf raffinierte Bearbeitungen beliebter Repertoire-Highlights, Filmhits erklingen im Wechselspiel mit Jazz und Tangos. Und das alles im satten Supersound der philharmonischen Cellogruppe. Kein Wunder, dass diese Formation Fans in aller Welt hat und sogar schon mehrfach für den japanischen Kaiser spielte. Auch diesen Sommer dürfen wir mit den «fabulous twelve» schwelgen: etwa in beseligenden Ensemblesätzen aus Mendelssohns Elias oder mit der herrlichen Arie Je crois entendre encore aus Bizets Perlenfischern. Direkt in die Beine geht Shigeaki Saegusas Ragtime, und Cineast*innen kommen bei Filmmelodien aus Basic Instinct, Catch Me If You Can oder Titanic ganz auf ihre Kosten. Wenn dann noch der Song As Time Goes By erklingt, schmelzen wohl alle dahin. Aber die 12 Cellisten können auch anders — und entlassen uns mit Astor Piazzollas Tangorhythmen in die laue Sommernacht.

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Konzert

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent


Anton Bruckner (1824–1896): Sinfonie Nr. 5 B-Dur WAB 105

Zum Bruckner-Jubiläum haben sich die Berliner Philharmoniker und Kirill Petrenko die vieldeutigste der Bruckner-Sinfonien vorgenommen, die Fünfte. Die einen nennen sie «Die Tragische» und glauben, dass sie die widrigen Lebensumstände des oberösterreichischen Komponisten spiegele, der in Wien so hart um Anerkennung ringen musste. Die anderen sprechen von der «Katholischen» oder der «Glaubenssinfonie», weil Bruckner hier so viele Choralweisen verwendet. In den Orchestern wird die Fünfte gern als «Pizzicato-Sinfonie» bezeichnet, und wer sie einmal gehört hat, versteht sofort, warum. Sogar die Fussball-Fans haben das Werk für sich entdeckt, denn in der Champions League grölen die Tifosi einen Schlachtengesang, der verdächtig an das Hauptthema aus dem Kopfsatz erinnert. Und Bruckner selbst? Er sprach von seiner «Phantastischen», verriet nur leider nicht den Grund dafür. Fest steht, dass Bruckners Fünfte äusserst kunstvoll gearbeitet ist: Sowohl die Eck- als auch die Binnensätze beginnen jeweils mit demselben musikalischen Material! Ein Wunderwerk also. Und wenn ein Weltklasseorchester wie «die Berliner» es spielt, dann dürfte kein Wunsch offenbleiben.

Dieses Konzert hat keine Pause.

18.30 Uhr: Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Konzert

Annemarie Federle

Debut

Annemarie Federle, Horn
Junyan Chen, Klavier


Benjamin Britten (1913–1976): Prologue für Horn solo aus der Serenade op. 31
Franz Strauss (1822–1905): Introduktion, Thema und Variationen für Horn und Klavier op. 13
Franz Liszt (1811–1886): Au bord d’une source aus Années de pèlerinage, Band 1 Suisse S 160
Volker David Kirchner (1942–2020): Tre poemi für Horn und Klavier
Franz Liszt (1811–1886): Orage aus Années de pèlerinage, Band 1 Suisse S 160
Jane Vignery (1913–1974): Sonate für Horn und Klavier op. 7
Benjamin Britten (1913–1976): Epilogue für Horn solo aus der Serenade op. 31

Sie ist eine Senkrechtstarterin: Mit siebzehn gewann Annemarie Federle die Kategorie «Blechbläser» bei der BBC Young Musician Competition, ein Jahr später räumte sie beim ARD-Musikwettbewerb gleich zwei Sonderpreise ab. Als 20-Jährige wurde sie als Solohornistin ins Aurora Orchestra berufen und übernahm dieselbe Position nur wenige Monate später auch im berühmten London Philharmonic Orchestra. Federle, Jahrgang 2002, stammt ursprünglich aus Deutschland, zog jedoch schon als Kleinkind mit ihrer Familie ins britische Cambridge. Das Horn spielt sie seit ihrem siebten Lebensjahr: Sie sei wohl ein sehr lautes Baby mit ungewöhnlich kräftigen Lungen gewesen, räumt sie selbstironisch ein — und deshalb prädestiniert für dieses Instrument. Ihr Debut eröffnet und schliesst Federle mit zwei Sätzen aus ihrem Lieblingswerk: dem Prolog und dem Epilog für Solohorn aus Benjamin Brittens Serenade op. 31. Mit Franz Strauss, dem Vater des grossen Richard, ehrt sie den wohl berühmtesten Waldhornisten des 19. Jahrhunderts. Und mit Jane Vignery stellt sie eine belgische Komponistin vor, deren spätromantische Sonate alles bietet, was Horn-Fans begeistert: von der schmetternden Fanfare bis zur schmelzenden Kantilene.

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Konzert

«Trumpet for Future: Lisa Streichs Trompetenkonzert»

40min 4

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Beat Furrer, Dirigent
Simon Höfele, Trompete


40 Minuten Lucerne Festival für Neugierige: Achtmal stellen wir Ihnen am frühen Abend ausgewählte Künstler*innen und Werke vor — mit Musik und im Gespräch, ganz casual und bei freiem Eintritt. Und für alle, denen 40 Minuten nicht reichen, hätten wir noch am 24. August ein dreiteiliges 40min Open Air.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der Veranstaltung, ab Samstag, 24.08. | 10.00 Uhr, können Sie über lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Rest­tickets bezogen werden.

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Konzert

Berliner Philharmoniker | Kirill Petrenko

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent


Bedřich Smetana (1824–1884): Má vlast («Mein Vaterland»). Ein Zyklus Sinfonischer Dichtungen

Nicht nur Anton Bruckner, auch Bedřich Smetana feiert 2024 seinen 200. Geburtstag. Mit sechs Sinfonischen Dichtungen, die er als Má vlast veröffentlichte, hat er sein «Vaterland» (so die deutsche Übersetzung des Titels) auf der musikalischen Landkarte Europas verankert. Smetana erzählt darin von der grossen Geschichte seines Volks, von den Sagen und Mythen — und natürlich von der traumhaften Landschaft: Berühmtester Teil ist die unverwüstliche Moldau mit ihrem ohrwurmtauglichen Hauptthema, aber Smetana bringt auch die Schönheiten Aus Böhmens Hain und Flur zum Klingen und erklimmt mit uns den Prager Burghügel Vyšehrad. Dabei verschmilzt er die Volksmusik, etwa Tänze wie die Polka, mit einer avancierten Klangsprache à la Liszt und Wagner. Smetana hat mit diesem Zyklus die tschechische Musik emanzipiert und alle herabwürdigenden Vorurteile entkräftet. Kein Wunder, dass der «Prager Frühling», das berühmteste Musikfestival des Landes, alljährlich mit Má vlast eröffnet wird. Im Jubiläumsjahr haben die Berliner Philharmoniker und Kirill Petrenko die Ehre, diese Aufgabe zu übernehmen. Und stellen im Sommer ihre Deutung dann auch in Luzern vor.

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Konzert

Royal Concertgebouw Orchestra | Myung-Whun Chung | Sir András Schiff

Royal Concertgebouw Orchestra
Myung-Whun Chung, Dirigent
Sir András Schiff, Klavier


Carl Maria von Weber (1786–1826): Ouvertüre zur Romantischen Oper Der Freischütz op. 77
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Johannes Brahms (1833–1897): Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Drei Werke, die Geschichte geschrieben haben, hat sich das ehrwürdige Royal Concertgebouw Orchestra ausgesucht. Mit der Freischütz-Ouvertüre entführt es uns zunächst in die Welt der Romantik: Wenn nach acht Takten die Hörner einsetzen, glaubt man sogleich, im Wald zu sein und das Moos zu riechen. Aber manchmal geht es da auch ganz schön unheimlich zu … Anschliessend spielt der grosse András Schiff das ungewöhnlichste der fünf Beethoven-Klavierkonzerte, die Nummer 4 in G-Dur. Hier geht es weniger um heroisches Pathos oder die virtuose Pranke. Nein, intime Empfindungen sind gefragt, und Schiff darf sich lyrisch aussingen, wird im mittleren Satz sogar mit zarten Klängen die wilden Furien des Orchesters zähmen. Das Klavier wird zur Stimme der Menschlichkeit – und trägt den Sieg über die tobende Welt davon. Auch Johannes Brahms liess sich von mäkelnden Widersachern nicht beeindrucken und antwortete auf das «Fortschrittsgebot» seiner Zeit mit einem Gegenentwurf. Seine Vierte Sinfonie greift im Finale die uralte Form der Passacaglia auf und präsentiert auf dem Fundament einer gleichbleibenden Basslinie 31 Variationen: ein Wunderwerk an Fabulierlust und Selbstbeschränkung in einem.

18.30 Uhr: Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Konzert

Internationale Ensemble Modern Akademie | Teilnehmer*innen des Contemporary-Conducting Program | Wolfgang Rihm | Dieter Ammann

Composer Seminar: Abschlusskonzert 2 — IEMA-Ensemble

Internationale Ensemble Modern Akademie (IEMA-Ensemble 2023/24)
Teilnehmer*innen des Contemporary-Conducting Program Dirigent*innen
Wolfgang Rihm, Moderation
Dieter Ammann, Moderation


Werkschau des Composer Seminars für Ensemble:
Ensemblewerke von Christoph Baumgarten, Sebastian Black, Che Buford, Coral Douglas, Hyeokjae Kim, Ingrid Saldaña, Noh SeungJu und Tianyu Zou
Uraufführungen

Wolfang Rihm und Dieter Ammann stellen die Komponist*innen und ihre Werke im Konzert vor.

Dieses Konzert des «Neugier»-Sommers ist etwas für besonders Neugierige. Denn hier begegnen Sie nicht Werken «fertiger» Meister*innen, sondern junger Komponist*innen, die noch auf der Suche sind. Wolfgang Rihm und Dieter Ammann haben sie für das Composer Seminar im Rahmen der Lucerne Festival Academy ausgewählt, haben ihre Werke in Einzellektionen und öffentlichen Sitzungen intensiv besprochen (siehe S. 49) und auch die Probenarbeit mit den Neue-Musik-Spezialist*innen der Internationalen Ensemble Modern Akademie begleitet. Im Abschlusskonzert des Composer Seminars können Sie nicht nur acht vielversprechende Nachwuchstalente mit ganz unterschiedlichen kompositorischen Ansätzen und Idiomen kennenlernen. Sie werfen auch einen Blick in die Zukunft: Was treibt die nachrückende Generation von Komponist*innen um? In welche Richtungen könnte sich das zeitgenössische Musikschaffen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten entwickeln?

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Konzert

Sheku Kanneh-Mason | Harry Baker

Rezital

Sheku Kanneh-Mason, Violoncello
Harry Baker, Klavier


«Bach & Beyond»
Lianne La Havas (*1989): Sour Flower, arrangiert von Sheku Kanneh-Mason und Harry Baker
Leoš Janáček (1854–1928):
Nr. 3, 4, 10 und 15 aus 15 Mährische Volkslieder, arrangiert von Harry Baker
Pohádka («Märchen») für Violoncello und Klavier
Bill Evans (1929–1980): Waltz for Debby
Pat Metheny (*1954): James
Sheku Kanneh-Mason (*1999): Prelude & Fugue
Laura Mvula (*1987): Green Garden, arrangiert von Harry Baker
Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Prélude aus der Suite für Violoncello solo Nr. 1 G-Dur BWV 1007
Choralvorspiel Ich ruf zu dir BWV 639
Harry Baker (*1997): I call to you (nach Bachs Ich ruf zu dir)
Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Courante G-Dur BWV 1007 aus der Suite für Violoncello solo Nr. 1
Sarabande aus der Suite für Violoncello solo Nr. 1 G-Dur BWV 1007
Heitor Villa-Lobos (1887–1959):
Dansa aus der Bachiana brasileira Nr. 2
Toccata aus der Bachiana brasileira Nr. 2
Johann Sebastian Bach (1685–1750):
Gigue aus der Suite für Violoncello solo Nr. 1 G-Dur BWV 1007
Präludium und Fuge D-Dur BWV 850 aus dem Wohltemperierten Klavier, Band 1

Kein zweiter Komponist (von Komponistinnen ganz zu schweigen) hat die Musikgeschichte so stark geprägt wie Johann Sebastian Bach — und das nicht nur im Bereich der Klassik! Bachs Spuren finden sich auch im Jazz, im Pop oder in der Folk Music. Das brachte «artiste étoile» Sheku Kanneh-Mason auf die Idee, in seinem Rezital die Fährte aufzunehmen. Er spielt Auszüge aus Bachs Erster Suite für Violoncello solo und präsentiert gemeinsam mit dem Pianisten Harry Baker Bearbeitungen von Bach-Präludien und -Chorälen. Mit der Bachiana brasileira Nr. 2 stellt er eine Hommage des Bach-Verehrers Heitor Villa-Lobos an den legendären Thomaskantor vor. Und mit Mährischen Volksliedern von Leoš Janáček eröffnet er unerwartete Querbezüge: Wie Bach habe auch der Tscheche Janáček, als eine Art Bruder im Geiste, auf den reinen Quell der Volksmusik zurückgegriffen, erklärt Kanneh-Mason. Aber er geht noch einen Schritt weiter, zu den beiden amerikanischen Jazz-Grössen Bill Evans und Pat Metheny, und zeigt, wie die Polyphonie à la Bach auch bei ihnen fruchtbar wurde. Genauso wie bei den britischen Soul- und Folksängerinnen Lianne La Havas und Laura Mvula, die ebenfalls nicht fehlen dürfen.

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Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Beat Furrer | Simon Höfele

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Beat Furrer, Dirigent
Simon Höfele, Trompete


Beat Furrer (*1954):
Neues Werk für Orchester
Uraufführung «Roche Commissions»
Lisa Streich (*1985):
Neues Werk für Trompete und Orchester
Schweizer Erstaufführung
Auftragswerk des Konserthuset Stockholm/Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, des WDR Sinfonieorchesters, von Lucerne Festival und L’Auditori/Orquestra Simfonica de Barcelona i Nacional de Catalunya
Morton Feldman (1926–1987): Coptic Light für Orchester

Morton Feldman dachte gross: Mehrere Stunden können Aufführungen seiner Werke dauern. Dagegen nimmt sich Coptic Light, sein letztes, knapp 30-minütiges Orchesterstück, fast schon wie eine Petitesse aus. Und entfaltet gleichwohl eine geradezu hypnotische Sogwirkung: Angeregt durch frühe koptische Webkunst im Pariser Louvre, knüpft Feldman einen sanft wabernden Klangteppich aus zahllosen Stimmen und Motiven, die sich überlagern, sich gegeneinander verschieben und immer neue Licht- und Farbwirkungen hervorrufen. Weshalb Markus Güdel die Aufführung um eine veritable Lichtinszenierung ergänzen wird. Beat Furrer hat sich Coptic Light ausdrücklich für seine Luzerner Residenz gewünscht — und stellt Feldmans tranceartiger Slow-Motion-Musik eine eigene Uraufführung zur Seite. Ausserdem dirigiert er ein neues Trompetenkonzert, das zeigt, wie nachhaltig die Arbeit der Lucerne Festival Academy ist: Sowohl die Komponistin Lisa Streich als auch der Solist, Opus-Klassik-Preisträger Simon Höfele, erhielten einst wichtige Impulse in der Academy.

18.30 Uhr: Konzerteinführung Lisa Streich im Gespräch mit Mark Sattler (KKL Luzern, Auditorium)

Im Anschluss an das Konzert laden wir Sie zur Live-Kritik-Runde von Radio SRF 2 Kultur ins KKL-Foyer.

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Klavierkonzert

Anna Vinnitskaya

Rezital

Anna Vinnitskaya, Klavier

Felix Mendelssohn (1809–1847):
Lied ohne Worte fis-Moll op. 67 Nr. 2
Lied ohne Worte h-Moll op. 30 Nr. 4
Lied ohne Worte As-Dur op. 38 Nr. 6
Lied ohne Worte fis-Moll op. 30 Nr. 6
Lied ohne Worte E-Dur op. 67 Nr. 4
Jörg Widmann (*1973): Zirkustänze. Suite für Klavier
Robert Schumann (1810–1856): Carnaval. Scènes mignonnes sur quatre notes op. 9

Bei Lucerne Festival feiert man die Fasnacht auch schon mal im Sommer. Zumindest wenn sich die grossartige deutsch-russische Pianistin Anna Vinnitskaya die Ehre gibt. Mit Robert Schumanns Carnaval lässt sie die Figuren der Commedia dell’arte — Pierrot und Arlequin, Pantalon und Colombine — auf den Tasten tanzen. Ganz abgesehen davon, dass sich hier auch Schumanns fiktiver Geheimbund, die fortschrittlichen Davidsbündler, ein wildes Gefecht mit den spiessigen Philistern liefert. Der zeitgenössische Komponist Jörg Widmann ist ein grosser Schumann-Bewunderer — und hat mit seinen elf Zirkustänzen noch einen oben draufgesetzt. Was gibt es da nicht alles zu hören: eine Fanfare, einen Boogie-Woogie, mehrere Walzer, einen Kinderreim und zum guten Schluss sogar einen Bayerisch-babylonischen Marsch, in dem der Jodelklassiker der «lustigen Holzhackerbuam» einer gewissen Sprachverwirrung unterzogen wird. Ein pralles Hörvergnügen! Ein Venezianisches Gondellied findet sich übrigens auch in Widmanns Zyklus. Und damit schlägt Anna Vinnitskaya den Bogen zurück zum Beginn des Rezitals mit Felix Mendelssohns Liedern ohne Worte, sodass sich der Kreis rundet.

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Familienkonzert

Schlagwerk Voermans

Familienkonzert — Schlagzeug-Show

Schlagwerk Voermans: Maren Voermans und Mark Voermans, Schlagzeug

«Drumming out of the Box»
Eine kunterbunte Schlagzeug-Show

«Drumming out of the Box»: Der Titel ist wörtlich zu verstehen. Denn das Berliner Duo Schlagwerk Voermans öffnet in seinem Programm die riesige Kiste der Schlaginstrumente und präsentiert den kleinen und grossen Konzertbesucher*innen die kunterbunte Vielfalt des Perkussion-Universums — vom Klangholz bis zur Kesselpauke, von verschiedenen Trommelarten bis zu Vibra- und Marimbafon. Frei nach dem Motto «Schläft ein Beat in allen Dingen» verwandeln die beiden Profimusiker*innen aber auch ganz gewöhnliche Alltagsobjekte in Musikinstrumente und entlocken ihnen faszinierende Klänge — Hupen etwa, den Besteckkasten oder Gegenstände aus dem Süsswarenregal. Zwischen den Stücken plaudert das Musikerpaar aus dem Nähkästchen, verrät die besten Grooves zum Nachmachen und verführt dazu, die Welt mit anderen Ohren zu hören. Eine abwechslungsreiche, mitreissende Schlagzeug-Show, bei der das junge Publikum sicher nicht still auf den Stühlen sitzen bleibt.

Für alle von 6 bis 10 Jahren

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Konzert

Klangforum Wien | Cantando Admont | Beat Furrer | Sarah Aristidou | Christoph Brunner

Klangforum Wien
Cantando Admont, Chor
Beat Furrer, Dirigent
Sarah Aristidou, Sopran
Christoph Brunner, Sprecher
Markus Wallner, Klangregie


Beat Furrer (*1954): Begehren. Musiktheater nach Texten von Cesare Pavese, Günter Eich, Ovid und Vergil

Der Orpheus-Mythos stand vor 425 Jahren am Anfang der Operngeschichte, und er diente auch composer-in-residence Beat Furrer als Ausgangspunkt für ein innovatives Musiktheater. Begehren erzählt nicht einfach eine Geschichte, sondern verdichtet den antiken Stoff zu zehn eindringlichen Klangbildern und montiert dafür Texte von Ovid und Vergil, Cesare Pavese, Günter Eich und Hermann Broch. Ausgehend vom tragischen Moment, als Orpheus zur geliebten Eurydike zurückblickt und sie dadurch für immer verliert, erkundet Furrer das Beziehungsdrama zweier archetypischer Figuren («Er» und «Sie»): Es geht um Nähe und Distanz, Begehren und die Unmöglichkeit der Begegnung, Suchen und Erinnern. Und es geht um die Übergänge zwischen Singen, Sprechen und instrumentalen Klängen. Vor zwanzig Jahren zur Eröffnung der Kulturhauptstadt Graz uraufgeführt und seither vielerorts nachgespielt, ist Begehren nun endlich auch in der Schweiz angekommen — mit dem formidablen Klangforum Wien und dem Komponisten am Dirigentenpult.

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Konzert

The Cleveland Orchestra | Franz Welser-Möst | Víkingur Ólafsson

The Cleveland Orchestra
Franz Welser-Möst, Dirigent
Víkingur Ólafsson, Klavier


Robert Schumann (1810–1856): Klavierkonzert a-Moll op. 54
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893): Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64

Dieser Pianist ist einfach anders. Víkingur Ólafsson gesteht freimütig ein, dass er mit dem Begriff «Klassik» wenig anfangen kann: «Man denkt schnell an das alte Rom oder die griechische Antike, an eine ferne Vergangenheit. Aber ich bin doch nicht von gestern.» Lieber will er jedes Stück wie eine Uraufführung angehen. Wie das funktioniert, hat er im vergangenen Sommer in Luzern bewiesen, als er Bachs Goldberg-Variationen wie ein Theatrum mundi gestaltete, mit sprechenden Charakteren. Oder als «Ode an das Leben», wie er es selbst nennt: Es war einer der Höhepunkte des letzten Festivals. Nun kehrt der 40-jährige Isländer mit einer Ikone der Romantik zurück, mit Robert Schumanns Klavierkonzert, das ihm neben Virtuosität auch Poesie und eine gute Portion Humor abfordert. An seiner Seite spielt das Cleveland Orchestra mit seinem Chef Franz Welser-Möst, das vielleicht «europäischste» der amerikanischen Toporchester. Sie interpretieren im zweiten Teil Tschaikowskys Fünfte Sinfonie, eine bewegende Seelenbeichte, die mit ihren sehnsuchtsvollen Melodien, einem entzückenden Walzer und einem Triumphmarsch direkt ins Zauberreich der Musik führt.

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Konzert

«Neugier! Carte blanche für die Lucerne Festival Contemporary Leaders»

40min 5

Mitglieder des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)

40 Minuten Lucerne Festival für Neugierige: Achtmal stellen wir Ihnen am frühen Abend ausgewählte Künstler*innen und Werke vor — mit Musik und im Gespräch, ganz casual und bei freiem Eintritt. Und für alle, denen 40 Minuten nicht reichen, hätten wir noch am 24. August ein dreiteiliges 40min Open Air.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der Veranstaltung, ab Mittwoch, 28.08. | 10.00 Uhr, können Sie über lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Rest­tickets bezogen werden.

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Konzert

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks | Sir Simon Rattle

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Sir Simon Rattle, Dirigent


Gustav Mahler (1860–1911): Sinfonie Nr. 6 a-Moll

Ohne Gustav Mahler hätte Sir Simon Rattle wohl einen anderen Beruf ergriffen. Als er zwölf Jahre alt war, hörte er in Liverpool erstmals eine Mahler-Sinfonie — und war hin und weg: «Mir war schon klar, dass ich Musiker werden wollte, aber durch dieses Ereignis wurde ich zum Dirigenten.» Eine Schlüsselrolle spielte für ihn vor allem die Sechste Sinfonie, die «Tragische». Mit ihren martialischen Hammerschlägen nimmt sie das Schicksal vorweg, das Mahler bald darauf ereilen sollte: den Tod seiner kleinen Tochter Maria und die Entdeckung seiner unheilbaren Herzkrankheit. Das apokalyptische Ende der Sinfonie wiederum wirkt wie eine Vorahnung der Katastrophen, die das blutige 20. Jahrhundert der Menschheit bescherte. Rattle dirigierte das visionäre und erschütternde Werk, als er 1987 bei den Berliner Philharmonikern debutierte, und es stand abermals auf dem Programm, als er sich 2018 als Chefdirigent von ihnen verabschiedete. Dass er es jetzt für seinen ersten Luzerner Auftritt mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ausgewählt hat, setzt die Serie eindrucksvoll fort. Die Sechste Mahler ist für Rattle das Stück seines Lebens.

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Konzert

Theo Plath | Aris Alexander Blettenberg

Debut Theo Plath

Theo Plath, Fagott
Aris Alexander Blettenberg, Klavier


Pancho Vladiguerov (1899–1978): Caprice für Fagott und Klavier
Claude Debussy (1862–1918): Sonate g-Moll für Violine und Klavier, transkribiert von Theo Plath
Heinz Holliger (*1939): Drei Stücke für Fagott solo
Edward Elgar (1857–1934): Romanze d-Moll für Fagott und Klavier op. 62
Daniel Schnyder (*1961): Sonate für Fagott und Klavier

So etwas nennt man wohl Liebe auf den ersten Blick: Theo Plath war fünf Jahre alt, als er mit seiner Familie den Tag der offenen Tür einer Musikschule besuchte und das Fagott für sich entdeckte. Noch als Kindergartenkind erhielt er den ersten Unterricht, entwickelte sich rasch fort, nahm mit fünfzehn sein Studium an der Münchner Musikhochschule auf und begann schon im Jahr darauf mit seiner Solistenkarriere. Natürlich ging er auch als Preisträger aus etlichen Konkurrenzen hervor, etwa aus dem Deutschen Musikwettbewerb, dem Internationalen ARD-Musikwettbewerb oder, mit seinem Monet-Bläserquintett, aus dem Concours International du Chambre de Lyon. Heute gilt Theo Plath als einer der besten Fagottisten weltweit — warum, das wird er bei seinem Luzerner Debut unter Beweis stellen. Neben Originalwerken von Heinz Holliger, Edward Elgar und Daniel Schnyder präsentiert er dabei seine eigene Bearbeitung der Violinsonate von Debussy. Und da Plath auch ein begabter Kommunikator ist, der sich im Projekt «Rhapsody in School» für Jugendliche und Education engagiert, wird er einzelne Stücke selbst kommentieren. Wetten, dass auch Sie danach gerne Fagott spielen würden?

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Konzert

«Inside the Academy: Eine öffentliche Probe»

40min 6

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Sir George Benjamin, Dirigent


40 Minuten Lucerne Festival für Neugierige: Achtmal stellen wir Ihnen am frühen Abend ausgewählte Künstler*innen und Werke vor — mit Musik und im Gespräch, ganz casual und bei freiem Eintritt. Und für alle, denen 40 Minuten nicht reichen, hätten wir noch am 24. August ein dreiteiliges 40min Open Air.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der Veranstaltung, ab Donnerstag, 29.08. | 10.00 Uhr, können Sie über lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Rest­tickets bezogen werden.

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Konzert

Chineke! Orchestra | Leslie Suganandarajah | Kelly Hall-Tompkins

Chineke! Orchestra
Leslie Suganandarajah, Dirigent
Kelly Hall-Tompkins, Violine


Samuel Coleridge-Taylor (1875–1912): Ballade a-Moll op. 33
Wynton Marsalis (*1961): Violinkonzert D-Dur
Florence Price (1887–1953): Sinfonie Nr. 3 c-Moll

Es war eine Sensation, als beim Luzerner Sommer-Festival 2022 erstmals das Chineke! Orchestra und das Chineke! Junior Orchestra auftraten: zwei Klangkörper, deren Mitglieder hauptsächlich People of Color sind. Das Bild von der klassischen Musik als Domäne der Weissen wurde damit gründlich infrage gestellt. Und das umso mehr, als das künstlerische Ergebnis begeisterte: «Geballte Exzellenz», attestierte Die Zeit dem Chineke! Orchestra und nannte es eines «der musikalisch interessantesten Ensembles, die derzeit um den Globus touren». 2024 findet die Erfolgsgeschichte ihre Fortsetzung, und diesmal stehen gleich drei schwarze Komponist*innen auf dem Programm. Am Anfang erklingt mit der zündenden Ballade op. 33 des Briten Samuel Coleridge-Taylor ein Werk der Spätromantik, das sofort ins Ohr geht. Vielleicht denkt der eine oder die andere da an Tschaikowsky oder Dvořák. Letzterer hat fraglos die Sinfonik der Afroamerikanerin Florence Price beeinflusst. 2022 stellte Yannick Nézet-Séguin in Luzern Prices Erste Sinfonie vor, jetzt erklingt die Nummer 3. Zwischendurch wird es jazzig: mit dem Violinkonzert des legendären Trompeters und Komponisten Wynton Marsalis.

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Konzert

Gewandhausorchester Leipzig | Andris Nelsons | Daniil Trifonov

Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons, Dirigent
Daniil Trifonov, Klavier


Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Klavierkonzert C-Dur KV 503
Anton Bruckner (1824–1896): Sinfonie Nr. 6 A-Dur WAB 106

Am 4. September 1824, genau auf den Tag vor 200 Jahren, wurde Anton Bruckner geboren: Das muss gefeiert werden! Als Gratulant reist das Leipziger Gewandhausorchester an, das Bruckner einst mit der Uraufführung der Siebten Sinfonie seinen grossen Durchbruch bescherte. Das Gewandhausorchester war auch der erste Klangkörper weltweit, der einen kompletten Zyklus der Bruckner-Sinfonien aufführte, und diese Tradition setzt sich bis zum heutigen Tage fort: Unter seinem aktuellen Chef, dem Letten Andris Nelsons, hat das Orchester gerade «alle Neune» auf CD vorgelegt und höchstes Lob von der Kritik geerntet. Zum Festtag haben die Leipziger Bruckners Sechste ausgewählt, die der Komponist selbst als seine «Keckste» bezeichnete. Tatsächlich paart sich hier Spiritualität mit motorischer Energie, Polyrhythmik mit schmachtenden Schleifern, Nonchalance mit Wagner-Reminiszenzen — eine verwegene Mixtur! Zuvor aber gibt es Mozart, das triumphale C-Dur-Klavierkonzert KV 503, das kein Geringerer als der russische Pianisten-Poet Daniil Trifonov spielt. Seine Interpretation des Schumann-Konzerts im vergangenen Sommer war eine Offenbarung. So soll es weitergehen!

18.30 Uhr: Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Klavierkonzert

Isata Kanneh-Mason

Debut

Isata Kanneh-Mason, Klavier

Joseph Haydn (1732–1809): Klaviersonate C-Dur Hob. XVI:50
Clara Schumann (1819–1896): Notturno F-Dur op. 6 Nr. 2
Felix Mendelssohn (1809–1847): Scherzo aus der Bühnenmusik zu Shakespeares Ein Sommernachtstraum op. 61, für Klavier bearbeitet von Sergej Rachmaninow
Carl Nielsen (1865–1931): Chaconne op. 32
Sofia Gubaidulina (*1931): Chaconne für Klavier

Dass Klassik nichts für junge Leute sei, hält Isata Kanneh-Mason für eine Mär. «Sie müssen diese Musik einfach nur mal hören, je jünger desto besser», glaubt sie. Selbst hatte sie das Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der Musik omnipräsent war und alle sieben Kinder ein Instrument erlernten. Teilweise sei es daheim ganz schön laut gewesen, gesteht sie. Allein vier Klaviere gab es in ihrem Elternhaus, und oft wurden sie gleichzeitig bespielt. Aber die Kanneh-Mason-Kinder waren ehrgeizig — mit dem Ergebnis, dass Isata und ihr jüngerer Bruder Sheku mittlerweile Weltstars sind und beide beim Sommer-Festival 2024 auftreten. Die 1996 geborene Isata, die als beste Nachwuchskünstlerin den Opus Klassik erhielt, mit dem Leonard Bernstein Award ausgezeichnet wurde und mit ihren CDs ganz oben in den Charts rangierte, interpretiert Werke von Haydn bis Gubaidulina. Hochvirtuoses ist dabei wie Rachmaninows Klaviertranskription von Mendelssohns Scherzo aus dem Sommernachtstraum, und natürlich darf auch ihre auserkorene Lieblingskomponistin Clara Schumann nicht fehlen. Was es mit alldem auf sich hat, wird Isata Kanneh-Mason im Konzert übrigens selbst verraten.

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Konzert

Orchestre de Paris | Klaus Mäkelä | Lisa Batiashvili

Orchestre de Paris
Klaus Mäkelä, Dirigent
Lisa Batiashvili, Violine


Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840–1893): Violinkonzert D-Dur op. 35
Hector Berlioz (1803–1869): Symphonie fantastique op. 14

Als Lisa Batiashvili in Georgien mit dem Violinstudium begann, wollten alle an der Hochschule das Tschaikowsky-Konzert aufführen. Nur sie nicht. Das kennen doch alle, das muss nicht sein, dachte sie sich. Erst als sie schon ein Weltstar war, vor rund zehn Jahren, nahm sich Batiashvili das vielgespielte Werk vor und war überrascht, was eigentlich in den Noten steht: «Da merkst du erst, was aus Gewohnheit und Tradition alles hinzugefügt wurde.» Tschaikowsky pur — schlackenlos, rein und berührend — wird sie mit dem Orchestre de Paris und Klaus Mäkelä zu Gehör bringen. Und die widmen sich im zweiten Teil dann einem Komponisten, für den Neugier das oberste Gebot war: Hector Berlioz vertonte in der Symphonie fantastique seine eigene unglückliche Beziehung zur irischen Schauspielerin Harriet Smithson und führte die Liebesgeschichte zu einem fiktiven, surrealen Ende mit Opiumrausch, Hinrichtung und Hexensabbat. Innovativ wie er war, brachte er dabei zahlreiche neue Klangeffekte zum Einsatz. Beim Ball rauschen die Harfen auf, zur Exekution wirbeln die Trommeln, und beim finalen Totentanz lassen die Geigen mit dem hölzernen Teil des Bogens die Skelette klappern. Ein Heidenspektakel!

18.30 Uhr: Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Konzert

Wiener Philharmoniker | Christian Thielemann

Wiener Philharmoniker
Christian Thielemann, Dirigent


Felix Mendelssohn (1809–1847): Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 Schottische
Richard Strauss (1864–1949): Ein Heldenleben. Sinfonische Dichtung für grosses Orchester op. 40

«Mit den Wiener Philharmonikern war es Liebe auf den ersten Blick beziehungsweise Ton», gesteht Christian Thielemann, der schon 1987 an der Wiener Staatsoper debutierte und auch dem Orchester aus der Donaumetropole seit bald einem Vierteljahrhundert verbunden ist. Seinen Einstand bei ihnen gab er im Jahr 2000 — mit Richard Strauss. Kein Wunder, ist Thielemann bei diesem Komponisten doch ganz in seinem Element: Er weiss die flutenden Klangwogen zu bändigen, dirigiert ihn nie ungeschlacht oder lärmig, lässt die Musik dafür frei fliessen und verzichtet doch nicht auf die nötige Präzision. Das feine Gespür für die koloristischen Klangeffekte und die subtile Ironie hat er ohnehin. Thielemann interpretiert Strauss’ Heldenleben deshalb auch nicht als masslosen Ego-Trip eines selbstverliebten Künstlers, der sich zum Heros erhebt, sondern unprätentiös und facettenreich. Von diesem Ansatz aus ist der Weg zurück zu Felix Mendelssohn und seiner Schottischen Sinfonie vielleicht gar nicht so weit! Denn in diesem Werk, das auf einer Schottland-Reise des 20-Jährigen gründet, geht es ebenfalls um Klangbilder, da peitschen die Stürme und wogen die Wellen. Selbst Richard Wagner, ein anderes Thielemann-Idol, liess sich später von Mendelssohns Klängen inspirieren. Die Musikwelt ist klein.

18.30 Uhr: Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Konzert

Ensemble Helix, Studio für zeitgenössische Musik mit Studierenden der Hochschule Luzern – Musik | Beat Furrer

Portrait Beat Furrer & Lisa Streich

Ensemble Helix, Studio für zeitgenössische Musik mit Studierenden der Hochschule Luzern – Musik
Beat Furrer, Dirigent


Beat Furrer (*1954):
... cold and calm and moving für Flöte, Harfe, Violine, Viola und Violoncello
linea dell'orizzonte für Ensemble
Lisa Streich (*1985): Francesca für Ensemble

Welchen Klängen lauschte die heilige Franziska von Rom auf dem Sterbebett? Diese Frage stellte sich composer-in-residence Lisa Streich, als sie im Nonnenkloster Tor de’ Specchi ein Fresko betrachtete, das den Tod der Stadtheiligen darstellt: Auf einem Blumenteppich steigt sie auf in den Himmel. Streichs Ensemblestück Francesca versucht eine Antwort zu geben: mit Ahnungen einer herüberklingenden Engelsmusik und mit einem Klavier, das mittels kleiner motorisierter Apparate zum sphärischen Zupfinstrument mutiert. Nicht auf ein Bild, sondern auf Texte bezieht sich der enthusiastische Leser Beat Furrer mit ... cold and calm and moving, das den Rhythmus eines Petrarca-Sonetts aufgreift und mit seinem Titel eine frühe Joyce-Novelle zitiert. Flöte, Harfe und Streichtrio kontrastieren «Bilder der Erstarrung» mit rasenden, wild auffahrenden Passagen. linea dell’orizzonte wiederum erweist sich als Studie über den Schatten, der die (klangliche) Realität verdoppelt, verfremdet und verzerrt.

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Konzert

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Sir George Benjamin | Jörgen van Rijen

Lucerne Festival Academy 4

Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Sir George Benjamin, Dirigent
Jörgen van Rijen, Posaune


Der Brite Sir George Benjamin ist nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart, sondern auch ein grossartiger Dirigent. Weshalb wir ihn in beiden Rollen zum Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) eingeladen haben. Aufführen wird Benjamin mit den jungen Musiker*innen zwei gänzlich verschiedene Konzerte: Der US-Amerikaner Andrew Norman hat ein neues Posaunenkonzert für Jörgen van Rijen komponiert, der eigentlich Soloposaunist des Lucerne Festival Orchestra ist, an diesem Abend aber einen «Seitensprung» wagt. In Benjamins eigenem Concerto for Orchestra aus dem Jahr 2021 dagegen ist das Orchester selbst der Star: Es tanzt und schwelgt, alle Instrumentengruppen dürfen zeigen, was sie können, und immer wieder treten einzelne Musiker*innen mit brillanten Soli hervor. «Dieses Stück ist das Virtuoseste, was ich seit langem komponiert habe», so Benjamin. Als Fest der Klangfarben erweist sich auch Hans Abrahamsens ebenfalls 2021 uraufgeführtes Orchesterstück Vers le Silence, dessen vier Sätze zur Stille als dem Zielpunkt aller Musik streben.

George Benjamin (*1960): Concerto for Orchestra
Andrew Norman (*1979): Neues Werk für Posaune und Orchester, Uraufführung
Hans Abrahamsen (*1952): Vers le Silence für Orchester

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Oper

Lucia Ronchetti: Der Doppelgänger

Lucia Ronchetti (*1963):
Der Doppelgänger. Oper für Solostimmen, Vokalensemble und Orchester
Schweizer Erstaufführung der Oper von Lucia Ronchetti. Libretto von Katja Petrowskaja, nach der gleichnamigen Erzählung von Fjodor Dostojewski.

Opernensemble des Luzerner Theaters
Luzerner Sinfonieorchester
Tito Ceccherini, Dirigent
David Hermann, Regie
Bettina Meyer, Bühne
You-Jin Seo, Kostüme
Clemens Gorzella, Licht
Jens Schubbe, Dramaturgie

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Konzert

Wiener Philharmoniker | Christian Thielemann

Wiener Philharmoniker
Christian Thielemann, Dirigent
Julia Hagen, Violoncello


Robert Schumann (1810–1856): Cellokonzert a-Moll op. 129
Anton Bruckner (1824–1896): Sinfonie Nr. 1 c-Moll WAB 101 (Wiener Fassung von 1890/91)

Eigentlich gehörte Anton Bruckner der Kirche. Als Linzer Domorganist spielte er die Orgel wie kaum ein Zweiter. Er lebte keusch und erfüllte gewissenhaft seine Gebetsverpflichtungen. Doch 1863 hörte er am Linzer Theater erstmals Musik von Richard Wagner, den erotisch aufgeladenen Tannhäuser, der im Venusberg spielt. Bruckner war hin und weg von Wagners Klangsprache mit ihrem satten Bläsersatz, den gewaltigen Steigerungswellen und chromatischen Fortschreitungen. So etwas wollte er nun auch machen — allerdings auf dem Gebiet der Orchestermusik. Seine Erste Sinfonie, abgeschlossen 1866, markiert einen frühen Meilenstein in dieser Entwicklung. Als «keckes Beserl» hat er das Werk bezeichnet, was gewisse Fragen aufwirft. Dachte Bruckner an ein kratzbürstiges Putzgerät oder eher an einen «flotten Feger», also ein fesches Frauenzimmer, wie man zu seiner Zeit gesagt hätte? Bevor Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker das Rätsel lösen, erwartet Sie aber zuerst die neue Preisträgerin des hochdotierten «Credit Suisse Young Artist Award», die phänomenale Cellistin Julia Hagen mit Robert Schumanns erzromantischem Cellokonzert. Sie trat bereits bei den Salzburger Festspielen und beim Festival d’Aix-en-Provence auf, spielte mit Igor Levit und Renaud Capuçon im Trio und wurde unlängst mit der Verleihung des Beethoven-Rings geehrt. Mit Lucerne Festival ist sie auch «genealogisch» verbunden: als Tochter von Clemens Hagen und Schülerin von Jens Peter Maintz, den beiden Solocellisten im Lucerne Festival Orchestra.

18.30 Uhr: Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Gottesdienst

Ökumenischer Gottesdienst

Themengottesdienst

Ökumenischer Gottesdienst zum Festivalthema «Neugier» mit Aline Kellenberger, Marcel Köppli, Andreas Rosar und der Matthäuskantorei

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Konzert

Jupiter Ensemble | Thomas Dunford | Lea Desandre

Jupiter Ensemble
Thomas Dunford, Laute und Musikalische Leitung
Lea Desandre, Mezzosopran


Antonio Vivaldi (1678–1741):
Vedrò con mio diletto aus Il Giustino RV 717
Armatae face et anguibus aus Juditha triumphans RV 644
Sonate C-Dur für Laute, Violine und Basso continuo RV 82
Cum dederit aus dem Nisi Dominus RV 608
Veni, veni me sequere fida aus Juditha triumphans RV 644
Concerto D-Dur für Laute, zwei Violinen und Basso continuo RV 93
Gelido in ogni vena aus Il Farnace RV 711
Gelosia, tu già rendi l’alma mia aus Ottone in Villa RV 729
Concerto d-Moll für Violoncello, Streicher und Basso continuo RV 407
Onde chiare che sussurate aus Ercole sul Termodonte RV 710
Scenderò, volerò, griderò aus Ercole sul Termodonte RV 710

Lea Desandre ist der neue Stern der Opernszene: Die 1993 geborene französisch-italienische Mezzosopranistin hat ein wunderschönes Timbre, gestaltet delikat und verfügt über das, was man in früheren Zeiten eine «geläufige Gurgel» nannte, also über grenzenlose Koloraturkünste. Bei den Salzburger Festspielen begeisterte sie als Mozarts Despina und Cherubino, in Luzern stahl sie als Annio in La clemenza di Tito fast Cecilia Bartoli die Schau. Kein Wunder, dass ihr 2022 als «Sängerin des Jahres» der Opus Klassik verliehen wurde. Besonders eindrucksvoll sind ihre Projekte mit dem Jupiter Ensemble und dem exzellenten britischen Lautenisten Thomas Dunford, der auch im echten Leben ihr Partner ist. Die Konzerte sind stimmungsvoll choreografiert, und man merkt, dass Desandre auch eine Ballettausbildung absolviert hat. Eigens für Lucerne Festival haben sie nun ein Vivaldi-Programm erarbeitet, mit Opernarien, geistlichen Werken und Concerti, in dem sich alles um Liebe, Eifersucht und Verzweiflung dreht. Und das Ziel? Zu beweisen, dass die sogenannte Alte Musik nicht von gestern, sondern hochaktuell ist.

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Musiktheater

Jörg Schade | Carl-Herbert Braun «Krach mit Bach»

Musiktheater für Kinder von Jörg Schade und Franz-Georg Stähling

Jörg Schade, Johann Sebastian Bach
Carl-Herbert Braun, Georg Friedrich Händel
Ensemble Prisma: Ralph Töpsch | Bernhard Wesenick | Alma Klemm
Jeannette Wernecke Constanze, Sopran


Musik arrangiert von Andreas N.Tarkmann

Die beiden berühmten Komponisten Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach hängen viel herum: Seit mehr als 250 Jahren fristen sie ihr Dasein in den Bilderrahmen des Musikzimmers im kleinen Schlossmuseum. Doch allabendlich um Mitternacht, zur Geisterstunde, werden ihre Portraits lebendig. Und dann entbrennt zwischen Bach und Händel ein heftiger Streit: Wer von ihnen war denn nun der bessere Komponist? Mitten in eine dieser nächtlichen Debatten platzt die Museumsführerin Constanze. Um die Rivalen zu versöhnen, lässt sie ein Trio aus Geistermusiker*innen verschiedene Stücke der beiden spielen. Und weil sie eine virtuose Sopranistin ist, versucht sie auch selbst singend zu schlichten. Zunächst ohne Erfolg, denn die Ansichten der beiden Streithähne liegen einfach zu weit auseinander. Aber dann hat sie eine Idee...

Für alle von 6 bis 10 Jahren

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Konzert

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO) | Teilnehmer*innen des Contemporary-Conducting Program

Lucerne Festival Academy 5

Ensemble des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO)
Teilnehmer*innen des Contemporary-Conducting Program: Yixuan Hu | Eden Lonsdale | Kenta Onoda | Jose Luis Valdivia Arias


Yang Song (*1985): Heterometric Patterns für 15 Musiker*innen in drei Gruppen
Kaija Saariaho (*1952): Semafor für acht Instrumente
Elnaz Seyedi (*1982): frames II für Ensemble
Hannah Kendall (*1984): shouting forever into the receiver für grosses Ensemble

Vier starke weibliche Stimmen! In Semafor, einer ihrer letzten Partituren, entwickelt die 2023 verstorbene Finnin Kaija Saariaho aus «obsessiven Oktavklängen» und «Glissando-Schreien» ein farbenfrohes Geschehen, turbulent «wie eine belebte Kreuzung in Manhattan zur Rushhour» (New York Classical Review). Ausserdem lernen Sie drei Komponistinnen der jungen Generation kennen: Die Chinesin Yang Song möchte volksmusikalische Elemente in eine zeitgenössische Tonsprache überführen und liess sich dabei vom Obertongesang der Xhosa in Südafrika anregen. Hannah Kendall, Britin mit südamerikanisch-karibischen Wurzeln, thematisiert das Leid der Afrodiaspora, indem sie den Ensembleklang um Walkie-Talkies und Musikboxen erweitert: Neben Bibelversen hören wir bekannte Melodien von Mozart, Beethoven & Co., die zur Zeit der Plantagensysteme komponiert wurden. Die Iranerin Elnaz Seyedi schliesslich konfrontiert in frames II massive Tutti-Akkorde mit kammermusikalischen Passagen, in denen die Interpret*innen grosse gestalterische Freiheit erhalten: «Die Fantasie überlebt, sogar innerhalb eines stark hierarchisch strukturierten Systems, und hat die Kraft, das System zu verändern.»

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Konzert

Staatskapelle Berlin | Susanna Mälkki | Wiebke Lehmkuhl | Eric Cutler

Staatskapelle Berlin
Susanna Mälkki, Dirigentin
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Eric Cutler, Tenor


Gustav Mahler (1860–1911):
Sinfonischer Satz Blumine
Das Lied von der Erde

1907 brach für Gustav Mahler die Welt zusammen. Im Juni musste er nach einer antisemitischen Hetzkampagne sein Amt als Wiener Hofoperndirektor niederlegen, am 12. Juli starb seine erst fünfjährige Tochter Maria, und fünf Tage später wurde bei ihm selbst ein unheilbares Herzleiden diagnostiziert. Nach diesen drei Schicksalsschlägen habe er «wie ein Anfänger wieder gehen und stehen lernen» müssen, bekannte er gegenüber dem Dirigenten Bruno Walter. Trost fand Mahler in einem Bändchen mit alter chinesischer Lyrik, die um Liebe und Schönheit, Natur und Vergänglichkeit kreist. Sechs der Gedichte wählte er aus, vertonte sie und veröffentlichte sie als Das Lied von der Erde: eine Sinfonie für Alt, Tenor und Orchester, die mit teils kammermusikalischer Instrumentation und ihrer Tendenz zur Vergeistigung den Beginn seines Spätwerks markiert. Die finnische Dirigentin Susanna Mälkki interpretiert dieses ergreifende Stück bei ihrem Debut mit der Staatskapelle Berlin. Und rückt den frühen sinfonischen Satz Blumine, den Mahler ursprünglich für seine Erste Sinfonie komponiert hatte, an den Beginn des Konzerts. Ein Abend, der unter die Haut zu gehen verspricht.

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Konzert

«Catch! Von Rameau bis Adès»

40min 7

Ensemble der Hochschule Luzern – Musik

40 Minuten Lucerne Festival für Neugierige: Achtmal stellen wir Ihnen am frühen Abend ausgewählte Künstler*innen und Werke vor — mit Musik und im Gespräch, ganz casual und bei freiem Eintritt. Und für alle, denen 40 Minuten nicht reichen, hätten wir noch am 24. August ein dreiteiliges 40min Open Air.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der Veranstaltung, ab Mittwoch, 04.09. | 10.00 Uhr, können Sie über lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Rest­tickets bezogen werden.

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Konzert

Mahler Chamber Orchestra | Antonello Manacorda | Anna Prohaska

Mahler Chamber Orchestra
Antonello Manacorda, Dirigent
Anna Prohaska, Sopran


Ferruccio Busoni (1866–1924): Berceuse élégiaque op. 42
Gustav Mahler (1860–1911): Sieben frühe Lieder, transkribiert für Sopran und Orchester von Eberhard Kloke
Antonín Dvořák (1841–1904): Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 Aus der Neuen Welt

1892 wurde der Tscheche Antonín Dvořák als Direktor an das neugegründete Musikkonservatorium in New York berufen. «Die Amerikaner erwarten grosse Dinge von mir», schrieb er aus den Vereinigten Staaten. «Vor allem soll ich ihnen den Weg ins Gelobte Land und in das Reich der neuen, selbständigen Kunst weisen.» Dvořák war neugierig genug, um sich auf das Experiment einzulassen. Er liess sich Spirituals vorsingen und studierte Tänze der indigenen Bevölkerung. All diese Eindrücke brachte er in seine Sinfonie Aus der Neuen Welt ein. Im «Neugier»-Sommer dirigiert Antonello Manacorda das ebenso populäre wie legendäre Werk. An der Seite von Claudio Abbado gehörte der 1970 geborene Italiener zu den Gründungsmitgliedern des Mahler Chamber Orchestra, das er nun bei seinem Festivaldebut leitet. Mit der Kammerakademie Potsdam hat Manacorda schon reihenweise Plattenpreise abgeräumt, aber auch bei den weltbesten Orchestern ist er ein gerngesehener Gast. Eröffnet wird der Abend mit Ferruccio Busonis Berceuse élégiaque und frühen Mahler-Liedern, die Anna Prohaska vorträgt: eine fantastische Sopranistin, die «mehr ist als eine Sängerin», wie die Kritikerin Eleonore Büning feststellte.

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Konzert

Adelphi Quartet

Debut

Adelphi Quartet

Joseph Haydn (1732–1809): Streichquartett c-Moll Hob. III:28
Orlando di Lasso (1532–1594): Je l’aime bien
Madli Marje Gildemann (Sink) (*1994): Neues Werk, Uraufführung
Orlando di Lasso (1532–1594): Prolog: Carmina chromatico aus den Prophetiae sibyllarum
Tom Coult (*1988): Neues Werk, Uraufführung
Orlando di Lasso (1532–1594): Je l’aime bien
Benjamin Britten (1913–1976): Streichquartett Nr. 2 C-Dur op. 36

Eigentlich ist das Adelphi Quartet eine Art europäische Union en miniature. Die vier Mitglieder stammen aus vier verschiedenen Ländern: aus Belgien, Spanien, England und Deutschland. Sie haben beim Hagen Quartett am Salzburger Mozarteum studiert und wichtige Impulse vom Kammermusik-Papst Eberhard Feltz, vom Cellisten Valentin Erben und vom Komponisten György Kurtág erhalten. Was sich prompt in Wettbewerbserfolgen niederschlug, etwa bei der Wigmore Hall Competition in London, beim Premio Paolo Borciani in Italien und beim Streichquartettfest des Heidelberger Frühlings. «Was uns eint?», fragt das Quartett — und kennt natürlich die Antwort: «Spontaneität, Spass, Zweifel, Perfektion, Stress, Adrenalin, Urvertrauen, Angst, Freude, Wahnsinn und immer wieder: Musik, Musik, Musik.» Daran soll es beim Luzerner Debut nicht mangeln. Das Adelphi Quartet hat ein raffiniertes Programm erdacht, mit dem Gründervater der Gattung Joseph Haydn am Anfang und einem Klassiker des 20. Jahrhunderts, Benjamin Britten, am Ende. Dazwischen lassen die vier den Renaissancekomponisten Orlando di Lasso in einen Dialog mit zwei Uraufführungen treten. Wenn das nichts für Neugierige ist!

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Konzert

Stegreif – The Improvising Symphony Orchestra

Stegreif – The Improvising Symphony Orchestra

«#freebruckner»
Anton Bruckner/Alistair Duncan
Rekomposition von Bruckners Sinfonie Nr. 7 E-Dur WAB 107

Müssen Orchester eigentlich immer im Sitzen spielen und die Musik aus den Noten ablesen? Oder geht das nicht auch auswendig und frei? Das in Berlin beheimatete Ensemble Stegreif, das 2015 gegründet wurde und Musiker*innen aus vielen Ländern umfasst, nennt sich ein «improvisierendes Sinfonieorchester». Es nimmt sich bekannte Repertoireklassiker vor, «rekomponiert» sie aber und hebt sie damit in unsere Zeit. Wie Anton Bruckners Siebte Sinfonie, die Stegreif-Mitglied Alistair Duncan zum 200. Geburtstag des Komponisten bearbeitet hat. Auch Saxofon, E-Gitarre und Drumset dürfen hier mitspielen, es wird gesungen, und die Ausführenden bewegen sich dabei locker über die Bühne. Natürlich erklingt unüberhörbar Bruckners Musik, aber eben anders: mal jazzig und mal volksliedhaft angehaucht, mal mit arabischen Einsprengseln oder mit Techno-Beats versehen. Gerade das «Adagio», das Bruckner auf den Tod Richard Wagners schrieb, wird so zur «komponierten Trauerarbeit für eine (un)mögliche Zukunft». Für seine bisherigen «#free ...»-Projekte wurde Stegreif u. a. mit dem Würth-Preis und als Trendmarke des Jahres 2019 ausgezeichnet; zuletzt erhielt es 2023 den Tonali Award «Mut zur Utopie».

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Klavierkonzert

Rudolf Buchbinder

Rezital

Rudolf Buchbinder, Klavier

Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Zwölf Variationen C-Dur über das französische Lied Ah, vous dirai-je Maman KV 265 (300e)
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Klaviersonate C-Dur op. 53 Waldstein
Frédéric Chopin (1810–1849): Klaviersonate Nr. 3 h-Moll op. 58

Nein, Rudolf Buchbinder hat sich nicht in der Jahreszeit geirrt. Wenn Sie denken, dass er Sie zur Eröffnung seines Rezitals mit Morgen kommt der Weihnachtsmann empfängt, dann stimmt das zwar mit Blick auf die Melodie. Aber Mozart variierte das französische Volkslied Ah, vous dirai-je Maman, das erst 1835, lange nach seinem Tod, mit den bekannten Versen des Dichters Heinrich Hoffmann von Fallersleben unterlegt wurde. Buchbinder, der Doyen unter den Weltklasse-Pianisten, wird zeigen, wie witzig, intelligent und einfallsreich Mozart die schlichte Liedvorlage zu verwandeln verstand. Anschliessend widmet er sich seinem «Hausgott» Ludwig van Beethoven. Genauer: der berühmten Waldstein-Sonate, die mit manischem Pochen und fieberhafter Energie anhebt, in den Couplets des Finalrondos hingegen rustikale Akzente setzt und jazzig zu swingen beginnt. Buchbinder und Beethoven — das gehört einfach zusammen: Über sechzig Mal hat er alle 32 Klaviersonaten des Komponisten schon aufgeführt und dabei die Interpretationsgeschichte weiterentwickelt. Aber auch bei Chopin ist der österreichische Virtuose ganz in seinem Element: Das wird er im zweiten Teil mit der grandiosen Klaviersonate in h-Moll zeigen.

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Konzert

Tonhalle-Orchester Zürich | Paavo Järvi | Sheku Kanneh-Mason

Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi, Dirigent
Sheku Kanneh-Mason, Violoncello


Dmitri Schostakowitsch (1906–1975): Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
Gustav Mahler (1860–1911): Sinfonie Nr. 1 D-Dur

Zum Abschluss seiner Residenz als «artiste étoile» hat sich Sheku Kanneh-Mason einen echten Brocken vorgenommen: das Erste Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch, das ihm alle Finessen der Spieltechnik abverlangt und dabei kaum einen Takt Pause gönnt. Den dritten Satz muss er sogar ganz allein spielen, ohne Unterstützung des Orchesters. Auch interpretatorisch stellt das doppelbödige Werk einige Herausforderungen: Motorische Besessenheit und lamentoartige Kantilenen lassen vermuten, dass Schostakowitsch hier an sein eigenes Schicksal in der Sowjetunion gedacht hat, die ihn jahrzehntelang gängelte und mit Verhaftung oder Schlimmerem bedrohte. Schostakowitschs grossem Idol Gustav Mahler gehört die zweite Hälfte des Abends. Dirigent Paavo Järvi sorgte im letzten Sommer mit seiner Interpretation der Dritten Sinfonie am Pult des Lucerne Festival Orchestra für einen der Höhepunkte — er habe «völlig neue Massstäbe» gesetzt, schwärmte die Frankfurter Allgemeine. Diesmal präsentiert der estnische Maestro Mahlers Erste mit ihren Naturlauten, Ländler- und Klezmer-Anklängen und natürlich dem verfremdeten Bruder-Jakob-Kanon. Fast ein Heimspiel für das Tonhalle-Orchester!


18.30 Uhr: Konzerteinführung mit Susanne Stähr (KKL Luzern, Auditorium)

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Klavierkonzert

Mélodie Zhao

Debut

Mélodie Zhao, Klavier

Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791): Klaviersonate F-Dur KV 332 (300k)
Franz Liszt (1811–1886): Klaviersonate h-Moll S 178
Mélodie Zhao (*1994): Shades Of Paganini
George Gershwin (1898–1937): Rhapsody in Blue

Sie ist Schweizerin mit chinesischen Wurzeln, geboren 1994 in Greyerz. Aber ihre Muttersprache sei die Musik, sagt die Pianistin Mélodie Zhao. Kein Wunder, erhielt sie doch schon mit zwei Jahren ihren ersten Klavierunterricht und kann sich an keinen einzigen Tag ihres Lebens erinnern, an dem sie nicht auf ihrem Instrument gespielt hätte. Doch die Schülerin von Pascal Devoyon und Paul Badura-Skoda ist mehr als bloss eine Virtuosin auf den Tasten: Seit ihrem 15. Lebensjahr studiert sie auch Komposition und hat ein reiches Œuvre vom Solostück bis zum Orchesterwerk vorgelegt, darunter eine Ode an den Frieden, die 2022 vom DSO Berlin uraufgeführt wurde. Und ganz nebenbei lässt sie sich auch noch zur Dirigentin ausbilden. Dass sie sich bei ihrem Debut sowohl als Pianistin wie auch als Komponistin vorstellt, ist deshalb naheliegend. Zhao eröffnet das Programm mit Mozart, dessen Jenamy-Konzert sie gerade auf CD eingespielt hat; mit Liszts h-Moll-Sonate und ihrer eigenen Paganini-Fantasie begibt sie sich auf die Spuren der grossen Virtuos*innen. Und mit ihrer Bearbeitung von Gershwins Rhapsody in Blue frönt sie ihrem Faible für jazzige Klassik.

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Konzert

«Preisgekrönt!»

40min 8

Gewinner*innen des Fritz-Gerber-Award

40 Minuten Lucerne Festival für Neugierige: Achtmal stellen wir Ihnen am frühen Abend ausgewählte Künstler*innen und Werke vor — mit Musik und im Gespräch, ganz casual und bei freiem Eintritt. Und für alle, denen 40 Minuten nicht reichen, hätten wir noch am 24. August ein dreiteiliges 40min Open Air.

Der Zutritt zu den Konzerten der Reihe 40min ist nur mit einem gültigen Ticket möglich. Fünf Tage vor der Veranstaltung, ab Samstag, 07.09. | 10.00 Uhr, können Sie über lucernefestival.ch kostenlose, nicht nummerierte Tickets beziehen. Die Anzahl der Tickets ist auf zwei pro Bestellung limitiert. Am Tag der Veranstaltung können vor Ort allfällige Rest­tickets bezogen werden.

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Konzert

Münchner Philharmoniker | Lahav Shani | Renaud Capuçon

räsonanz – Stifterkonzert

Münchner Philharmoniker
Lahav Shani, Dirigent
Renaud Capuçon, Violine


Unsuk Chin (*1961): subito con forza für Orchester
Henri Dutilleux (1916–2013): L’abre des songes. Konzert für Violine und Orchester
Michael Seltenreich (*1988): Neues Werk für Orchester, Schweizer Erstaufführung
Paul Ben-Haim (1897–1984): Sinfonie Nr. 1

Neugierige aufgepasst: Gleich vier aufregende Entdeckungen servieren Ihnen die Münchner Philharmoniker und ihr designierter Chefdirigent Lahav Shani! Kennen Sie zum Beispiel den jüdischen Komponisten Paul Ben-Haim, geboren 1897 in München als Paul Frankenburger? Nach einem vielversprechenden Karrierestart in Deutschland wanderte er 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, nach Palästina aus und avancierte zu einem Gründervater des israelischen Musiklebens. Seine Erste Sinfonie entstand 1939/40, und die Schrecken des beginnenden Weltkriegs haben in diesem aufwühlenden, bekenntnishaften Werk, dessen Zentrum ein berührender «Psalm» bildet, unüberhörbare Spuren hinterlassen. Oder kennen Sie Henri Dutilleux’ Violinkonzert L’arbre des songes, ein traumverlorenes, in zarten Farben duftendes Herzensstück von Stargeiger Renaud Capuçon? Der knallige Opener, Unsuk Chins Beethoven-Hommage subito con forza, setzt dagegen — wie schon der Titel verrät — auf krasse Kontraste: «von Vulkanausbrüchen bis hin zu extremer Gelassenheit», so Chin.