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Literatur+Sprache / Lesung Sogar Theater Zürich Zürich, Josefstrasse 106
Literatur+Sprache | Lesung mit Musik

Literatur und Musik: Delia Mayer liest Alma Mahler

Tonhalle-Orchester Zürich

Delia Mayer, Lesung Theresa Pilsl, Sopran Hendrik Heilmann, Klavier Laurenz Lütteken, Einführung Gustav Mahler, Alma Mahler-Werfel, Alexander von Zemlinsky, Alban Berg u.a. Lieder für Sopran und Klavier Alma Mahler-Werfel Auszüge aus Erinnerungen, Briefen und Zeugnissen (Textfassung Franz Willnauer) Alma Mahler ist als Muse ebenso eine Legende wie als männerverschlingendes Monster. Doch hinter dieser oberflächlichen Sicht zeigt sich eine eigenständige Künstlerin und Komponistin, was gerade im Leben mit Gustav Mahler, nicht zuletzt wegen ihres Antisemitismus, zu Spannungen führte. Noch vor der Hochzeit notiert sie: «Er hält von meiner Kunst gar nichts – von seiner viel – und ich halte von seiner Kunst gar nichts und von meiner viel. So ist es!» Umso bedeutender sind die wenigen veröffentlichten Kompositionen, die sie gegen seinen Willen schuf. Darunter stechen die Lieder hervor. Der Mahler-Forscher Franz Willnauer hebt Schätze aus dem Archiv des bewegten Lebens an der Seite Gustav Mahlers, aber auch des Komponisten Alexander Zemlinsky, des Bauhaus-Architekten Walter Gropius, des Malers und Grafikers Oskar Kokoschka, der nach der Trennung eine Puppe nach ihren Massen anfertigen liess, und des Schriftstellers Franz Werfel. Fünf Männer wie fünf Notenlinien, auf denen sie ihr Leben komponierte.
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Literatur und Musik:
Patrycia Ziółkowska liest Nietzsche und Nijinsky

Tonhalle-Orchester Zürich

Patrycia Ziółkowska, Lesung Alexandra Gouveia, Flöte Martin Frutiger, Oboe, Englischhorn Calogero Palermo, Klarinette Syuzanna Vardanyan, Violine Hendrik Heilmann, Klavier Stefan Zweifel, Einführung Werke von R. Strauss, R. Wagner, G. Bizet, I. Strawinsky, C. Debussy Friedrich Nietzsche: Auszüge aus «Also sprach Zarathustra» Vaslav Nijinsky: Auszüge aus den Tagebüchern «Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde.» Am Ende seiner Lauf- bzw. Tanzbahn las Vaclav Nijinsky 1918 im Engadin solche Sätze von Friedrich Nietzsche, besuchte das Nietzsche-Haus in Sils Maria und identifizierte sich im Wahn ebenfalls mit einem geschundenen Pferd. Im Hotel «Suvretta» in St. Moritz gab er der Schickeria die Ehre eines letzten Tanzes, bevor auch er eine Tournee durch die Irrenhäuser antrat: «Ich habe schreckliche Sachen getanzt. Sie hatten Angst vor mir, ich hatte den Krieg getanzt und die Sexualität, und sie glaubten, ich wolle sie umbringen. Ich stellte ihnen mit einem Kokottentanz die Lebensfrage.» Vielleicht hat Nijinsky seinen bedeutendsten Pas de deux mit Nietzsche getanzt. Patrycia Ziolkowska, die das Schauspielhaus Zürich in den letzten Jahren mitgeprägt hat, wird die Texte zu einem Klangteppich verweben – im Echoraum der Musik von Wagner bis Debussy. Zu Debussys Musik löste Nijinsky übrigens im Ballett «Après-midi d’un faune» 1912 den wohl grössten Theaterskandal des 20. Jahrhunderts aus, da er das Dionysische so intensiv verkörperte – Nietzsche hätte sicher an ihn geglaubt, den tanzenden Gott. In seiner Einführung entfaltet Stefan Zweifel die dionysische Seelenverwandtschaft genauso wie die biografischen Zufälle, die Nietzsche ins Irrenhaus von Otto Binswanger und Nijinsky in das Sanatorium von dessen Neffen Ludwig Binswanger brachte.
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Literatur und Musik:
Eva Menasse liest Eva Menasse

Tonhalle-Orchester Zürich

Eva Menasse, Lesung Isaac Duarte, Oboe Kaspar Zimmermann, Oboe Matthias Rácz, Fagott Peter Kosak, Kontrabass Azul Lima, Laute Ulrike-Verena Habel, Cembalo Jan Dismas Zelenka: Auswahl aus Sechs Sonaten ZWV 181 für zwei Oboen, Fagott und Basso continuo Die vielfach ausgezeichnete Österreicherin Eva Menasse ist eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen im deutschsprachigen Raum. Immer wieder meldet sie sich auch als öffentliche Intellektuelle scharfsinnig und geistreich zu Wort. Anlässlich einer «carte blanche» des Literaturhauses Zürich und der Tonhalle-Gesellschaft Zürich macht sich Menasse Gedanken über das Gemeinsame von Musik und Sprache: Haben nicht beide Rhythmus, Motive, Wiederholungen, Dur und Moll, Takt? Führen nicht beide zu Eindringlichkeit und Wiedererkennen? Welchen Raum nimmt das Unerwartete ein? Gibt es eine verborgene Ebene, hinter den Wörtern, hinter den Noten? Und wie lange muss man «üben», bis endlich mal ein Satz gelingt? Begleitet wird sie durch die expressive, hoch emotionale Musik des böhmischen Barock-Komponisten Jan Dismas Zelenka (1679-1745). Gemeinsam ist beiden ihre Klangsinnlichkeit und lebendige Beweglichkeit.
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Thomas Mann – Exil in Zürich

Schauspielhaus Zürich / Pfauen

Eine Lesung Eine «Lebensepoche» nennt Thomas Mann seine fünf Jahre im Zürcher Exil. Hier avancierte er zum politischen Publizisten. Entlang von Briefen, Notaten und öffentlichen Debatten vermittelt die Lesung einen faszinierenden Einblick in Thomas Manns Politisierung und seine enge Beziehung zum Schauspielhaus. MIT: Ursula Amrein, Matthias Neukirch, Lena Schwarz
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Literatur und Musik: Robert Hunger-Bühler trifft auf Thomas Adès

Tonhalle-Orchester Zürich

Robert Hunger-Bühler, Lesung Katalin Károlyi, Mezzosopran Thomas Adès, Klavier Julia Becker, Violine George-Cosmin Banica, Violine Sarina Zickgraf, Viola Gabriele Ardizzone, Violoncello Samuel Alcántara, Kontrabass Thomas Adès, Einführung Thomas Adès: «Növények» Sieben ungarische Gedichte für Mezzosopran und Klaviersextett Zwei Mazurkas aus op. 27 «Metamorphosen der Pflanzen» Auszüge aus Texten von Ovid, J.J. Rousseau, M. Proust, J.W. von Goethe Der britische Komponist und Dirigent Thomas Adès, der 2025/26 Creative Chair beim Tonhalle-Orchester Zürich ist, gehört zu den gefragtesten zeitgenössischen Künstler*innen überhaupt. Er begeistert zudem als Pianist und ist als solcher auch bei «Literatur und Musik» zu erleben: Er spielt zwei seiner luziden und schwungvollen Mazurkas für Klavier solo, die anlässlich des Chopin-Jubiläums 2010 entstanden sind. Sie machen bereits deutlich, wie mitreissend er Komplexität und unmittelbare Verständlichkeit in seiner Musik vereint. Als leidenschaftlicher Kammermusiker inszeniert er vom Klavier aus gemeinsam mit Musiker*innen des Tonhalle-Orchesters Zürich verschiedene Aspekte des menschlichen Daseins in seinem Werk «Növények» («Pflanzen», «Dinge, die wachsen»). Dieser Zyklus ungarischer Gedichte über Pflanzen und Menschen steht meisterhaften literarischen Metamorphosen gegenüber − von Ovid bis Marcel Proust mit seiner 3000-seitigen, sommerlich-duftigen «Suche nach der verlorenen Zeit». CHF 40 In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Zürich
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Literatur und Musik: Anna Schudt liest isländische Sagas

Tonhalle-Orchester Zürich

Anna Schudt, Lesung Peter McGuire, Violine Antonia Siegers-Reid, Viola Ioana Geangalau-Donoukaras, Violoncello Ulrike-Verena Habel, Cembalo Anna Thorvaldsdottir, Einführung in englischer Sprache Anna Thorvaldsdottir: «Spectra» für Violine, Viola und Violoncello Aus «Fingerprints» für Cembalo Aus «Sola» für Viola und Electronics «Shades of Silence» für Violine, Viola, Violoncello und Cembalo Isländische Sagas So archetypisch die Sagenwelten sein mögen: Es gibt nur wenige Regionen, in denen sie so vielfältig und noch so lebendig sind wie in Island. Ihre Buntheit und Versponnenheit wirkt bis in die Literatur von Sjon oder in die Clips von Björk weiter. Durch einen neuen Band in der Reihe «Isländer Sagas» im S. Fischer Verlag wird der Sagenkreis nochmals erweitert. In dieser Ausgabe werden die Geschichten nun auch für unseren Sprachkreis neu entdeckt. Die Fantasie sprüht darin wie die Geysire – die von Film, Fernsehen und Bühne bekannte und sagenhafte Stimme von Anna Schudt wird das prächtig zur Geltung bringen. Dazu gibt es Werke der isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdottir, die dieses Jahr als Creative Chair beim Tonhalle-Orchester Zürich wirkt und in der Einleitung über ihr musikalisches Schaffen spricht. Die Lesung der Sagas findet auf Deutsch statt, die Einführung auf Englisch. Preise CHF 40 In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Zürich
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Denken nach Botho Strauß

Schauspielhaus Zürich / Schiffbau

Begegnungen in einer anderen Zeit Botho Strauß, seit einem halben Jahrhundert eine der bedeutendsten wie berüchtigtsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur und immer noch einer ihrer meistgespielten Dramatiker, ist kein »Gegenwartsautor«. In der Überzeugung, dass die Dichtung stets dazu bestimmt war, eine bereits verlorene Welt zu verteidigen, ist ihm der Rückzug hinter den Vorhang der Geschichte nicht nur zum poetischen Programm, sondern auch zum Lebensprinzip geworden. Wie aber begegnet man einem Schriftsteller, der so selbstgewählt aus der Zeit fällt? In seinem Essay DENKEN NACH BOTHO STRAUß, jüngst erschienen im Verlag Matthes & Seitz, begibt sich Philipp Theisohn (Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der UZH) auf die Suche nach einem Menschen und seinen Denkspuren – auf eine Reise durch verlassene Texte, Landschaften und Republiken. Mit: Philipp Theisohn Es liest: Sebastian Rudolph Moderation: Nicola Steiner (Leiterin Literaturhaus Zürich)
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Literatur und Musik: Sunnyi Melles liest Jaeggy

Tonhalle-Orchester Zürich

Sunnyi Melles, Lesung Irina Pak, Violine Amelia Maszonska-Escobar, Violine Barbara Villiger Heilig, Einführung Luciano Berio: Aus Duetti per due violini Fleur Jaeggy: Auszüge aus dem Roman «Die seligen Jahre der Züchtigung» Endlich erhält Fleur Jaeggy mit dem Gottfried-Keller-Preis 2024 eine Würdigung im eigenen Land. In Zürich geboren und in verschiedenen «Instituten» aufgewachsen, lebt die Autorin heute in Mailand – ihr zeitloses Werk spricht gerade eine Generation jüngerer Autorinnen an. Das Motiv des Pianos durchzieht ihr Werk und schlägt die Brücke zur Musik ihrer Sprache, wie Barbara Villiger Heilig, die wohl versierteste Kennerin von Fleur Jaeggys Werk, in der Einleitung darlegen wird. In einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit ihrer helvetischen Herkunft und Schweizer Autoren wie Robert Walser schildert Fleur Jaeggy die schillernden Erfahrungen in einem Appenzeller Mädchen-Internat im Roman «Die seligen Jahre der Züchtigung» (1989), der bereits zu einem modernen Klassiker avanciert ist: «Die Lektüre dauert vier Stunden», bemerkte der amerikanische Dichter Joseph Brodsky, «die Erinnerung daran das ganze Leben». Eindringlich umkreist Fleur Jaeggy die erotisch aufgeladenen Beziehungen der jungen Frauen zwischen Aggression und Zärtlichkeit. Im Institut werden Mädchen diszipliniert, «bis die Disziplin selbst eine Lust wird». In ihrem Werk gelingt es der Autorin, die existenzielle Zerrissenheit, die Ambivalenz der Liebe und die Ekstasen des Wahns in die kristalline Klarheit einer Sprache zu fassen, deren tiefe Klangfülle dem mystischen Schweigen entsteigt und mit einem untrüglichen Gefühl für Rhythmus verschmilzt. Das wird die Stimme von Sunnyi Melles unvergesslich vorführen. Preise CHF 40 In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Zürich

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