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Aufführungen / Theater LaVox Theater Zürich, Bederstr. 72
Aufführungen / Theater Theater der Künste Zürich Zürich, Gessnerallee 11
Aufführungen | Ballett

Anna Karenina

Opernhaus Zürich

Die schöne Anna Karenina ist mit einem strengen und hoch angesehenen Regierungsbeamten in St. Petersburg verheiratet und führt mit ihm eine freudlose Ehe. Als sie dem leichtlebigen Offizier Graf Wronski begegnet, verliebt sie sich auf den ersten Blick in ihn, sträubt sich aber zunächst gegen eine Affäre. Wronski wirbt um sie, bis sie seine heimliche Geliebte wird. Die Liaison bleibt nicht lange unentdeckt, und die Gesellschaft ächtet die Ehebrecherin. Anna verzweifelt zwischen moralischer Ehepflicht und Liebe. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Lew Tolstoi hat mit Anna Karenina einen Roman von Weltrang geschrieben. Er erzählt nicht nur die Geschichte einer an den herrschenden Moralvorstellungen scheiternden Liebesbeziehung, sondern entwirft auch ein vielschichtiges Panorama der russischen Gesellschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert. In seinem opulenten Sittengemälde bilden der integre Gutsbesitzer Lewin und die Petersburger Fürstentochter Kitty einen Gegenpol zu Anna und Wronski. Ihre Beziehung wird nicht von Leidenschaft, sondern von Verantwortung, Aufrichtigkeit und Zärtlichkeit dominiert und findet ihre Erfüllung in einem glücklichen Leben auf dem Lande. Christian Spucks Ballettadaption der anspruchsvollen Romanvorlage hat mittlerweile einen festen Platz im internationalen Ballettrepertoire gefunden. Namhafte Compagnien in Oslo, Moskau, München und Seoul haben sie in ihr Repertoire übernommen, und das Ballett Zürich wurde damit in Tel Aviv und Hongkong gefeiert. Das Schicksal der Titelheldin stellt der Zürcher Ballettdirektor in den Mittelpunkt seiner Version, widmet sich aber auch den Lebensentwürfen der weiteren Hauptfiguren. Zu Sinfonik und Kammermusik von Sergej Rachmaninow und Witold Lutosławski übersetzt er das Schicksal von Tolstois Romanhelden in eindringliche choreografische Bilder. Choreografie: Christian Spuck Musikalische Leitung: Paul Connelly Bühnenbild: Christian Spuck, Jörg Zielinski Kostüme: Emma Ryott Lichtgestaltung: Martin Gebhardt Video-Design: Tieni Burkhalter Sound-Collagen: Martin Donner Dramaturgie: Michael Küster, Claus Spahn Dauer 2 Std. 20 Min. inkl. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 1 Std. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn. Eine Koproduktion mit Den Norske Opera & Ballett / Nasjonalballetten, Oslo.
Aufführungen | Ballett

Horizonte

Opernhaus Zürich

COME BACK Uraufführung von Samantha Lynch Choreografie, Bühnenbild, Kostüme: Samantha Lynch Musik: Joey McNamara, Antonio Vivaldi, Bobby McFerrin, Luke Howard Lichtgestaltung: Martin Gebhardt Dramaturgie: Michael Küster Junior Ballett FORMORIA Uraufführung von Vittoria Girelli Choreografie, Bühnenbild, Kostüme: Vittoria Girelli Musik: Davidson Jaconello, Edward Elgar Lichtgestaltung: Martin Gebhardt Dramaturgie: Michael Küster Junior Ballett Die alle zwei Jahre stattfindenden Ballettabende des Junior Balletts haben sich seit 2012 zu einer vom Publikum begeistert aufgenommenen Tradition entwickelt. Dabei ist es für den tänzerischen Nachwuchs des Balletts Zürich stets eine besondere Herausforderung, nicht nur im aktuellen Repertoire aufzutreten, sondern selbst unmittelbar an der Entstehung neuer Stücke beteiligt zu sein. Zum ersten Mal werden Vittoria Girelli, Samantha Lynch und Shaked Heller mit dem Junior Ballett arbeiten. Alle drei sind selbst noch tänzerisch aktiv, gehen aber seit einigen Jahren bereits auch sehr erfolgreich choreografische Wege. Vittoria Girelli stammt aus Italien. Ihre tänzerische Ausbildung absolvierte sie an der Ballettschule der Mailänder Scala und an der English National Ballet School. Seit 2016 ist sie Mitglied tanzt sie im Stuttgarter Ballett. Dort entstanden auch ihre ersten Choreografien. Bei ihrem Stück für das Junior Ballett arbeitet sie mit dem Komponisten Davidson Jaconello zusammen. Samantha Lynch ist Principal Dancer im Norwegischen Nationalballett. Die gebürtige Australierin begann ihre Laufbahn beim Houston Ballet, ehe sie nach Oslo wechselte und sich hier zu einer der erfolgreichsten und charismatischsten Tänzerinnen entwickelte. Seit mehreren Jahren leitet sie am Opernhaus Oslo zudem einen renommierten Workshop für Choreografie, in dessen Rahmen viele ihrer eigenen Arbeiten entstanden sind. Erstmals wird sie nun mit dem Junior Ballett arbeiten. Shaked Heller stammt aus Israel und war in der Saison 2015/16 selbst Mitglied des Junior Balletts. Seither tanzt er im Stuttgarter Ballett, für das bereits mehrere Choreografien entstanden sind. In den Mittelpunkt seiner ersten Arbeit für das Junior Ballett stellt er Kompositionen des deutschen Klangpioniers Oskar Sala. Gemeinsam mit dem Ingenieur Friedrich Trautwein entwickelte Sala Ende der 1920-er Jahre das Trautonium, einen Vorläufer des späteren Synthesizers. Das elektronische Musikinstrument mit seinem unverwechselbaren Klang erfreute sich vor allem im Film und im Rundfunk grösster Beliebtheit. Neben Komponisten wie Paul Hindemith und Harald Genzmer schuf Oskar Sala viele Stücke für sein Instrument, die er auch selbst interpretierte. Shaked Heller lässt sich für von dieser surreal-exotischen Klangwelt inspirieren. Dauer 1 Std. 30 Min. inkl. Pause nach ca. 25 Min. Mit Unterstützung der Freunde des Balletts Zürich
Aufführungen | Oper

La Cenerentola

Opernhaus Zürich

Cecilia Bartolis langjährige Verbundenheit mit dem Zürcher Opernhaus ist nicht zuletzt geprägt von ihren glanzvollen Rossini-Interpretationen. Hier zählt Rossinis Aschenbrödel Angelina seit langem zu einer ihrer Paraderollen. In unserer Wiederaufnahme von La Cenerentola steht ihr mit Alessandro Corbelli, Rebeca Olvera und Liliana Nikiteanu erneut ein hervorragendes und aufeinander eingespieltes Rossini-Ensemble zur Seite. Neu stellt sich als Prinz Don Ramiro der junge Südafrikaner Levy Sekgapane vor, der sich bereits international einen Namen als Rossini-Tenor gemacht hat. Für musikalische Frische aus dem Orchestergraben in historisch bewanderter Rossini-Lesart sorgt der Dirigent Gianluca Capuano. 1817 in Rom uraufgeführt, ist La Cenerentola neben dem Barbiere di Siviglia eine der erfolgreichsten Opere buffe Rossinis. Die Aschenbrödel-Version ist so quirlig und witzig wie von Rossini zu erwarten, doch besticht sie auch durch ihre tiefgründige, menschliche Seite. So hebt sich die von ihren garstigen Stiefschwestern schikanierte Angelina, die nur der Stimme ihres Herzens folgt, auch musikalisch von den Komödienturbulenzen ab; immer wieder singt sie ihr schlichtes, trauriges Lied von einem König, der sich eine Frau mit einem guten Herzen und ohne Ansehen des Standes wählte. Angelinas Sehnsucht nach Glück findet natürlich auch in dieser Cinderella-Geschichte ihre Erfüllung. Der Prinz Don Ramiro, der sich zunächst als sein eigener Kammerdiener Dandini ausgibt, verliebt sich in die angebliche Küchenmagd Angelina – ihre beiden Schwestern müssen leer ausgehen. Wenn Angelina zum Schluss als Braut zu ihrem berühmten Rondo anhebt und grossmütig ihren Schwestern verzeiht, schlagen die Rossini-Herzen im Publikum endgültig schneller: Die Oper endet mit einem an gesanglichen Höchstschwierigkeiten gespickten musikalischen Feuerwerk. Musikalische Leitung Gianluca Capuano Inszenierung Cesare Lievi Ausstattung Luigi Perego Lichtgestaltung Gigi Saccomandi Choreinstudierung Ernst Raffelsberger In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer: 3 Std. 15 Min. inkl. Pause nach dem 1. Akt nach ca. 1 Std. 40 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Oper

Jewgeni Onegin

Opernhaus Zürich

Gegen alle Warnungen seiner Freunde und Kollegen, der Stoff sei nicht dramatisch genug und biete zu wenig Effekt auf der Bühne, komponierte Tschaikowski seine intime, als «lyrische Szenen» bezeichnete Oper Jewgeni Onegin nach dem gleichnamigen Versepos von Alexander Puschkin. Schon bald nach seiner Moskauer Uraufführung etablierte sich der Onegin als bis heute beliebteste Oper Tschaikowskis. In der Wiederaufnahme der hochgelobten Inszenierung von Barrie Kosky steht als Onegin Igor Golovatenko auf der Bühne. Dem Bariton, der Ensemblemitglied am Bolschoi Theater in seiner Heimatstadt Moskau ist, gelang in den letzten Jahren eine beeindruckende internationale Karriere. Als Tatjana gibt die rumänische Sopranistin Anita Hartig ihr Rollendebüt, und als Lenski ist Benjamin Bernheim zu erleben, dessen kometenhafter Aufstieg in den Opernhimmel einst in Zürich seinen Anfang nahm. Am Pult der Philharmonia Zürich steht Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda, der seit seiner Zeit als Erster Gastdirigent am Mariinsky Theater in St. Petersburg eine besondere Beziehung zur russischen Musik hat. Jewgeni Onegin ist eine tragische Geschichte verpasster Chancen. Im Zentrum dieser Oper steht die romantische Tatjana, die ganz in der Welt ihrer Bücher lebt. Auf den ersten Blick verliebt sie sich in Onegin, einen verwöhnten, herablassend auftretenden Intellektuellen. Noch in der Nacht nach ihrer ersten Begegnung schreibt Tatjana Onegin einen schwärmerischen Brief, in dem sie ihm ihre Liebe gesteht und ihr Schicksal in seine Hände legt. Kühl weist Onegin sie ab – er sei für die Ehe nicht geschaffen. Als Onegin später auf einem Ball mit Tatjanas Schwester Olga flirtet, fordert ihn sein Freund Lenski, der Olga liebt, zum Duell. Onegin erschiesst Lenski. Jahre danach treffen sich Tatjana und Onegin unerwartet wieder. Tatjana ist nun die Ehefrau des reichen Fürsten Gremin. Onegins überschwängliches Liebesbekenntnis kommt zu spät. Musikalische Leitung: Gianandrea Noseda Inszenierung: Barrie Kosky Bühnenbild: Rebecca Ringst Kostüme: Klaus Bruns Lichtgestaltung: Franck Evin Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger Dramaturgie: Beate Breidenbach In russischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer 2 Std. 55 Min. inkl. Pause nach dem 2. Akt nach ca. 1 Std. 55 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Oper

Roberto Devereux

Opernhaus Zürich

Premire: 5.2.2023 Die Tragedia lirica Roberto Devereux entstand mitten in Gaetano Donizettis grösster Lebenskrise. Innerhalb eines Jahres verlor der Komponist nacheinander seine Eltern, seine beiden Kinder und seine Frau – und brachte trotzdem die Kraft auf, mit seiner 57. Oper ein Werk zu schaffen, das zu den Höhepunkten seines gesamten Œuvres zählt. Die Partitur sprüht vor melodischen Einfällen. Ihre dramatische Schlagkraft und emotionale Eindringlichkeit hatte unmittelbaren Einfluss auf das spätere Musiktheater Giuseppe Verdis. Wie schon in den beiden Vorgängerwerken Anna Bolena und Maria Stuarda, die mit Roberto Devereux Donizettis «Tudor-Trilogie» bilden, birgt auch hier die Verschränkung von politischer Macht und individuellen Interessen der Herrschenden tragisches Potenzial. Im Zentrum steht dabei die Beziehung der alternden Königin Elisabeth I. von England (Elisabetta) zu ihrem jungen Günstling Roberto Devereux. Ihm droht ein Prozess wegen Staatsverrats. Elisabetta zögert das Urteil aus Liebe zu Devereux hinaus, doch als sie von Devereux’ Verhältnis zu Sara, Herzogin von Nottingham erfährt, fällt sie sein Todesurteil. Zu spät wird Elisabetta die Tragweite ihrer Entscheidung bewusst. Verbittert muss sie erkennen, dass sie sowohl privat als auch als Herrscherin nur Zerstörung gesät hat – «non regno, non vivo». Mit ihr, der «jungfräulichen Königin», wird das Geschlecht der Tudors aussterben. Donizetti schenkte seiner weiblichen Hauptfigur, die in ihrer abgrundtiefen Tragik einer Norma oder Lady Macbeth gleicht, das facettenreichste Rollenporträt. Die lettische Sopranistin Inga Kalna, die im Belcanto ebenso wie im virtuosen Barockgesang zuhause ist, wird sich in unserer Neuinszenierung dieser Herausforderung stellen. Enorme vokale Ansprüche stellt auch die Partie von Roberto Devereux, für den wir den Tenor Stephen Costello gewinnen konnten, der am Opernhaus bereits in Verdis Requiem zu erleben war. Besonders freuen wir uns zudem auf die Rückkehr der französischen Mezzosopranistin Stéphanie D’Oustrac als Herzogin Sara. Mit Roberto Devereux vollendet der amerikanische Regisseur David Alden nach seinen Inszenierungen von Anna Bolena und Maria Stuarda unsere Donizetti-Trilogie der drei Königinnen-Dramen. Musikalische Leitung: Enrique Mazzola Inszenierung: David Alden Bühnenbild und Kostüme: Gideon Davey Lichtgestaltung: Elfried Roller Choreografische Mitarbeit: Arturo Gama Choreinstudierung: Janko Kastelic Dramaturgie: Kathrin Brunner In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Ballett

On the Move

Opernhaus Zürich

On the Move Choreografie: Hans van Manen Bühnenbild und Kostüme: Keso Dekker Lichtgestaltung: Joop Caboort Musikalische Leitung: Alevtina Ioffe Musik: Sergej Prokofjew Einstudierung: Choreografie Ken Ossola Tal Choreografie: Louis Stiens Bühnenbild: Bettina Katja Lange Kostüme: Louis Stiens Soundcollagen: Michael Utz Lichtgestaltung: Martin Gebhardt Musikalische Leitung: Alevtina Ioffe Musik: Claude Debussy, Maurice Ravel Dramaturgie: Michael Küster Choreografische Assistenz: Shaked Heller Lontano Choreografie: Christian Spuck Bühnenbild: Rufus Didwiszus Kostüme: Emma Ryott Lichtgestaltung: Martin Gebhardt Musikalische Leitung: Alevtina Ioffe Musik: György Ligeti, John Zorn, Frédéric Chopin Dramaturgie: Michael Küster Philharmonia Zürich Ballett Zürich Junior Ballett Mit Beginn der Spielzeit 2023/24 übernimmt Christian Spuck die Leitung des Staatsballetts Berlin. Damit geht für das Ballett Zürich eine Ära zu Ende. Seit 2012 hat Christian Spuck das Ballett Zürich mit vielen erfolgreichen Produktionen als eine der führenden Ballettcompagnien Europas profiliert. Nach elf gemeinsamen Jahren verabschiedet er sich mit einer letzten Choreografie von Zürich und seinem Ensemble. Ins musikalische Zentrum stellt er dabei «Lontano», ein berühmtes Stück des ungarischen Komponisten György Ligeti (1923-2006). Die grossen Themen wie das Sich-Entfernen, Distanz und Abschied, die Ligetis Komposition anspricht, gewinnen in dieser neuen Choreografie vor dem Hintergrund von Spucks Abschied von Zürich und dem Eintritt in ein neues Lebenskapitel besondere Aktualität. Die tänzerische Heimat von Louis Stiens ist seit 2011 das Stuttgarter Ballett. Für die Stuttgarter Noverre-Gesellschaft sind seine ersten Stücke entstanden, mittlerweile hat er bereits mehrfach für das Stuttgarter Ballett choreografiert. Mit seiner Choreografie Wounded gab er 2018 seinen Einstand beim Junior Ballett, jetzt kehrt er mit einem neuen Stück nach Zürich zurück. Zur Musik grosser Orchesterpartituren von Maurice Ravel und Claude Debussy befragt er den Naturbegriff des französischen Impressionismus und versetzt den isolierten Körper in seiner Kraft und Schwäche in ein zeitgenössisches Naturbild. Hans van Manen gehört zu den Ballettlegenden des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Mit seiner unverwechselbaren Mischung aus akademischer Tanztechnik und eigenen Stilelementen hat er eine Tanzsprache entwickelt, die ihn zu einem der bedeutendsten Erneuerer des klassischen Balletts machte. Am 11. Juli 2022 feiert er seinen 90. Geburtstag. Mit On the Move zur Musik von Sergej Prokofjews Erstem Violinkonzert übernimmt das Ballett Zürich ein weiteres Meisterwerk des niederländischen Choreografen in sein Repertoire. 1992 für das Nederlands Dans Theater entstanden, wurde das Stück 2017 von Hans van Manen noch einmal überarbeitet. Wie in all seinen Werken thematisiert er auch in On the Move die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das Geheimnis seiner spannungsgeprägten Stücke hat Hans van Manen mit einem Satz auf den Punkt gebracht: «Spannung entsteht, wenn man sich gegenseitig wahrnimmt, besonders bei einem Pas de deux.» Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn. Die Einführungsmatinee findet am 8. Januar 2023 statt.
Aufführungen | Theater

Top Dogs

Theater Kanton Zürich

Aufstieg und Fall liegen im Karrierestreben äusserst nah zusammen. Die Arbeit steht für Selbstverwirklichung, Wohlstand, Image, Sinnhaftigkeit. Doch wie weiter ohne sie? In Urs Widmers komischem und visionärem Erfolgsstück, das 1996 am Theater Neumarkt unter der Mitarbeit des Ensembles entstand, müssen Spitzenmanagerinnen und -manager völlig unerwartet ihre eigene Entlassung verkraften. Sie können kaum begreifen, dass sie nun das, was sie anderen angetan haben, selbst erleben. Das Stück zeigt humorvoll die völlige Entfremdung der «Top Dogs» von ihrem Beruf, ihrem Privatleben und sich selbst. Keine:r der entlassenen Manager:innen schafft es, nach der Kündigung in ein normales Leben zurückzufinden. Alle sind sie gefangen in dem Wahn, nach ihren alten Zielen zu streben: Macht, Einfluss, Ansehen und Geld. Denn ihre Identität definiert sich über ihre Arbeit. Ohne sie verlieren sie die Orientierung. Für ihre «Karrierefortsetzung» sind sie bereit, auch die absurdesten Methoden und Massnahmen zur Wiedereingliederung der Outplacement-Agentur, in der sie gelandet sind, als «Challenge» zu akzeptieren. Mit: Katharina von Bock Pit-Arne Pietz Manuel Herwig Andreas Storm Leonie Merlin Young Miriam Wagner Leitung: Rüdiger Burbach und Ensemble Bühne und Kostüme: Anja Furthmann Dramaturgie: Ann-Marie Arioli Regieassistenz: Sophia Pervilhac HAKA-Training: Peter Oberhänsli Vorverkauf: 052 212 14 42 | info@tkz.ch
Aufführungen | Oper

Eliogabalo

Opernhaus Zürich

In die Geschichtsbücher ist er eingegangen als Symbol für die Dekadenz des alten Roms: Elagabalus, wie er damals genannt wurde, gelangte 218 nach Christus als 14-jähriger auf den römischen Kaiserthron und wurde nur vier Jahre später wegen seiner Exzesse und bizarren sexuellen Vorlieben brutal ermordet. Obwohl nur so kurz, war das Leben des jungen Kaisers wie geschaffen als Vorlage für eine Oper, die von politischem Grössenwahn erzählt und von einem emotional labilen Politiker, der gewissenlos seine Macht missbraucht, um seine Lust zu befriedigen. Besitzen will er eigentlich alle Frauen, und um dieses Ziel zu erreichen, greift Eliogabalo zu durchaus fantasievollen Mitteln – so gründet er einen Senat nur aus Frauen, der auf den ersten Blick fortschrittlich scheint, letztlich aber auch wieder nur dem eigenen Lustgewinn dienen soll. Als der Plan nicht zum Ziel führt, will er die von ihm besonders begehrte Gemmira mit Schlafmitteln gefügig machen. Schliesslich schreckt Eliogabalo auch vor Mord nicht zurück – er plant einen brutalen Anschlag auf Alessandro, den Verlobten Gemmiras, der zugleich beim Volk beliebter ist als er selbst und ihm seine Macht streitig machen könnte... Francesco Cavalli war Kollege und Schüler Monteverdis. Sein Eliogabalo entstand 1668 für die Karnevalssaison in Venedig, wurde aber kurz vor der Uraufführung zurückgezogen und galt lange Zeit als verschollen; erst 1999 wurde die Oper des seinerzeit erfolgreichsten Opernkomponisten wiederentdeckt. Dass Eliogabalo damals nicht uraufgeführt wurde, hing vermutlich mit dem sich verändernden Geschmack des venezianischen Publikums zusammen, das einprägsame Melodien forderte. Heute schätzen wir Cavalli gerade wegen seiner kraftvoll-dramatischen, äusserst modern wirkenden Rezitative. Am Opernhaus Zürich wird sich der Regisseur Calixto Bieito, der zuletzt mit Monteverdis Poppea Publikum und Kritik begeisterte, dieser fraglos aktuellen Geschichte um den egozentrischen Machtpolitiker Eliogabalo annehmen und der Frage nachgehen, was Männlichkeit heute bedeutet. Dmitry Sinkovsky ist einer der vielseitigsten Musiker seiner Generation; zusammen mit dem Orchestra La Scintilla wird er Cavallis Musik farbenreich zum Leben erwecken. In der Titelpartie debütiert Yuriy Mynenko am Opernhaus Zürich, der zurzeit international zu den gefragtesten Countertenören gehört. Musikalische Leitung: Dmitry Sinkovsky Inszenierung: Calixto Bieito Bühnenbild: Anna-Sofia Kirsch, Calixto Bieito Kostüme: Ingo Krügler Lichtgestaltung: Franck Evin Video Adria Bieito Dramaturgie: Beate Breidenbach
Aufführungen | Oper

Salome

Opernhaus Zürich

Von der weiblichen Figur der Salome geht eine so grosse Faszination aus, dass sich ihr Mythos seit zweitausend Jahren durch die Kulturgeschichte der Menschheit zieht. In der Bibel taucht sie erstmals auf, und über die Jahrhunderte hinweg haben sich immer neue Interpretationsschichten an das Bild von der sehr jungen Frau angelagert, die vor ihrem Stiefvater Herodes einen erotischen Tanz aufführt und sich als Gegenleistung dafür den abgeschlagenen Kopf von Johannes, dem Täufer, bringen lässt. Die Kombination aus sündiger Erotik und grausamer Bluttat, gerahmt von orientalischer Opulenz, war für Künstler aller Zeiten hochattraktiv. Ende des 19. Jahrhunderts wird Salome zur Symbolfigur für die gefährliche Macht der weiblichen Sexualität, und der Dichter Oscar Wilde schrieb ein skandalumwittertes Fin-de Siècle-Drama, das Salome als starke, begehrende Frau zeigte und die Dekadenz einer zum Untergang verurteilten Welt in schillernden Farben aufblühen liess. Daraus machte Richard Strauss 1905 einen packenden Operneinakter, der ihm seinen ersten Welterfolg bescherte: Salome gehört bis heute zu den meistgespielten Opern des Repertoires. Die Inszenierung von Andreas Homoki, die in der vergangenen Spielzeit Premiere hatte, zeigt die Oper in einem abstrakten Bühnenbild, das im Wesentlichen aus zwei rotierenden Mondsicheln besteht und die Handlung ganz aus der suggestiven Beziehungsspannung der Figuren im leeren Raum entwickelt. Salome ist bei Homoki eine erfahrungshungrige Frau, die der Enge und der Zudringlichkeiten der Gesellschaft, in die sie hineingeboren wurde, überdrüssig ist. Sie trifft auf den Propheten Jochanaan, der genau die Verhältnisse kritisiert, aus denen sie ausbrechen will. Bei Homoki ist Jochanaan kein christlicher Heilsverkünder im härenen Gewand, sondern ein Typ mit Charisma und starker männlicher Verführungskraft, der sich der erotischen Anziehung Salomes seinerseits nicht entziehen kann. Das fatale Begehren, das in die grausame Bluttat mündet, ist beidseitig. Die in ihrer Verbindung von stimmlicher Energie und Jugendlichkeit begeisternde russische Sopranistin Elena Stikhina als Salome und der kraftvolle litauische Bassbariton Kostas Smoriginas als Jochanaan bilden auch in der Wiederaufnahme das Paar, das diese Salome-Produktion bei der Premiere zu einem grossen Erfolg werden liess. Musikalische Leitung: Erik Nielsen Inszenierung: Andreas Homoki Bühnenbild: Hartmut Meyer Kostüme: Mechthild Seipel Lichtgestaltung: Franck Evin Choreografische Mitarbeit: Arturo Gama Dramaturgie: Claus Spahn In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer 1 Std. 40 Min. Keine Pause. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn. Unterstützt von Atto primo und der René und Susanne Braginsky-Stiftung
Aufführungen | Aufführung

FORTUNE

Theater Kanton Zürich

Der Pakt mit dem Teufel ist heutzutage ein kurzer, bequemer Vertrag, den man auf dem Smartphone besiegelt. Fortune George, ein ausgebrannter Filmregisseur, kann sein Glück kaum fassen, als er Lucy, einer Teufelin, in einem Club in London seine Seele verkauft. Zwölf Jahre lang wird ihm ab jetzt jeder Wunsch erfüllt. Er erobert mit der glücklich verheirateten Maggie die Liebe seines Lebens, und sein nächster Film wird ein Welterfolg. Erst allmählich merkt Fortune, dass er dafür einen hohen Preis bezahlt und seine Taten brutale Konsequenzen haben. «Fortune» ist die Geschichte eines modernen «Faust». Mit grosser Zärtlichkeit für seine ambivalenten Figuren entwirft Simon Stephens ein Gesellschaftsbild des 21. Jahrhunderts, das sich aus vielen Quellen speist, von Goethes «Faust» bis hin zu den Bildwelten von David Lynchs Filmen. Mit: Martin Butzke Michael von Burg Axel Julius Fündeling Mia Lüscher Pit-Arne Pietz Simone Stahlecker Leonie Merlin Young Regie: Rüdiger Burbach Bühne & Kostüme: Beate Fassnacht Musik: Emanuel Steffen Video: Ivan Engler Dramaturgie: Ann-Marie Arioli Regieassistenz: Sophia Pervilhac Vorverkauf: 052 267 66 80, theater.kasse@win.ch, www.theaterwinterthur.ch
Aufführungen | Schauspiel

Sonne, los jetzt!

Schauspielhaus Zürich / Pfauen

Kaum eine Autorin schiesst mit wortmächtigeren Salven in die politische Weltlage als Elfriede Jelinek. Und so schien es nur eine Frage der Zeit, bis sie sich dem Thema Klimawandel annehmen und uns gehörig die Leviten lesen würde. Das Irren und Wirren des Menschen in seiner Umwelt betrachtet Jelinek dabei mit gehörigem Abstand, indem sie ihre Stimme der Sonne leiht. In einem fulminanten Monolog wirft sie ihr Licht auf die griechische Mythologie, auf Wittgenstein – und auf den Strand. Dort lebt der Mensch auf einem Küstenstreifen, einer dünnen Linie zwischen sengender Glut und verschlingender Flut. Wenn es nach der Sonne gehen würde: auflodern und dann verschwinden lassen. Doch vielleicht trocknet ihre Wärme am Ende nur ein paar Tränen und der Untergang bleibt (vorerst) aus. Sonne, los jetzt! ist nach langer Zeit die erste Uraufführung eines Jelinek-Texts am Schauspielhaus Zürich. Dabei sind Nicolas Stemann und Elfriede Jelinek alte Weggefährt*innen. Zehn Stücke und Uraufführungen der österreichischen Nobelpreisträgerin brachte der Co-Intendant bereits auf die Bühne. Nun präsentiert er sich dem Zürcher Publikum das erste Mal mit einem brandneuen Text als energischer Verdichter der Jelinekschen Wortgewalten. Inszenierung: Nicolas Stemann Bühnenbild: Katrin Nottrodt Kostümbild: Katrin Wolfermann Musik: Thomas Kürstner / Sebastian Vogel Video Licht: Rainer Küng Dramaturgie: Bendix Fesefeldt
Aufführungen | Schauspiel

Pinocchio

Schauspielhaus Zürich / Pfauen

In seinem Roman «Abenteuer des Pinocchio» verfolgt Carlo Collodi den Weg Pinocchios vom beseelten Holzscheit zum «echten Jungen», der ihn über alle möglichen Prüfungen führt, die seine Moral und Urteilsfähigkeit auf die Probe stellen. Eine Reihe von phantastischen Gestalten – mal mehr, mal weniger vertrauenswürdig – begleiten ihn auf dieser wunderlichen Reise. Im diesjährigen Familienstück nimmt sich die Gruppe Moved by the Motion rund um Wu Tsang, Tosh Basco, Josh Johnson und Asma Maroof diesem klassischen Stoff an und behandelt dabei die philosophische Frage, was es eigentlich bedeutet, ein «echter Junge» zu werden: Welche Zurichtungen auf diesem Weg zum «echten» Menschen muss Pinocchio ertragen, was geht auf dieser einsamen Reise verloren, wie prägen ihn die Verbindungen zu seiner wundersamen Umwelt? Mit der Autorin Sophia Al Maria spüren Moved by the Motion die poetischen und philosophischen Aspekte des Romans auf und verdichten sie zu einer phantastischen Welt aus Bewegung, Poesie, Virtual Reality und Musik, in die sich Kinder und ihre Begleitungen gleichermassen verstricken können. Artistic Direction: Moved by the Motion (Wu Tsang, Tosh Basco, Asma Maroof, Josh Johnson, Patrick Belaga) Inszenierung: Wu Tsang Movement Direction: Tosh Basco Choreographie: Josh Johnson Musik: Asma Maroof Text: Sophia Al-Maria / Wu Tsang Bühnenbild: Nina Mader Kostümbild: Kyle Luu Hair Design: Sara Matthiasson Dramaturgie: Joshua Wicke Auch interessant für Menschen ab 8
Aufführungen | Oper

La traviata

Opernhaus Zürich

Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Schauspiel «La Dame aux camélias» von Alexandre Dumas fils In seiner Deutung der Traviata entwirft Regisseur David Hermann die Geschichte vom Untergang der Edelkurtisane als Porträtstudie eines modernen High-Class-Escort-Girls, das im Räderwerk der modernen Konkurrenz- und Leistungsgesellschaft zermahlen wird, in einer kaltdüsteren Bühnenlandschaft aus schwarzledernen Sitzmöbeln und Podesten, in der sich das Öffentliche vom Privaten nicht mehr trennen lässt. Bereits Giuseppe Verdi hatte mit seiner für die damalige Zeit schockierend realistischen und zeitkritischen Stoffwahl auf die Gegenwart gezielt. Dieser Intention folgt auch die Inszenierung von David Hermann: Sie handelt von hedonistischer Freiheitslust und modernen Selbstoptimierungszwängen. In dieser Wiederaufnahme ist erstmals in Zürich die russische Sopranistin Nadezhda Pavlova zu erleben, die für ihre Interpretation der Violetta am Bolschoi Theater in Moskau mit der Goldenen Maske, dem höchsten russischen Theaterpreis, ausgezeichnet wurde. Am Pult der Philharmonia Zürich steht mit Francesco Ivan Ciampa ein ausgewiesener Spezialist für das italienische Repertoire. Violetta Valéry, schön, klug und von allen begehrt, aber todkrank, lebt als Pariser Edelkurtisane ganz den Rausch des Augenblicks. Echte Gefühle gesteht sie sich nicht zu, die grosse Liebe hält sie für eine Utopie – bis sie eines Tages Alfredo begegnet: Mit ihm will sie weit weg von der vergnügungssüchtigen Pariser Gesellschaft ein ganz neues Leben wagen. Doch die Vergangenheit holt Violetta ein; Alfredos Vater Giorgio Germont fordert die Trennung, um den guten Ruf der Familie und die Hochzeit von Alfredos Schwester nicht zu gefährden. Violetta verzichtet auf Alfredo und kehrt für kurze Zeit in ihr altes Leben zurück. Wenig später holt die tödliche Krankheit sie ein. «Amore e morte» – Liebe und Tod – sollte La traviata ursprünglich heissen, und tatsächlich sind es diese beiden Pole, zwischen denen sich die tragische Geschichte Violettas abspielt; die Liebe, von der Violetta träumt, bleibt Utopie, weil sie innerhalb des Wertesystems der Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist. Nur Verdis Musik verweist mit transzendenter Kraft über den Tod hinaus auf ein besseres, menschenwürdigeres Leben. Musikalische Leitung: Francesco Ivan Ciampa Inszenierung: David Hermann Ausstattung: Christof Hetzer Lichtgestaltung: Franck Evin Video: Anna Henckel-Donnersmarck Choreinstudierung: Janko Kastelic Dramaturgie Beate Breidenbach In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer 2 Std. 40 Min. inkl. Pause nach ca. 1 Std. 20 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Oper

Tosca

Opernhaus Zürich

Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama «La Tosca» von Victorien Sardou Diese Aufführungsserie von Puccinis Opern- Thriller Tosca steht ganz im Zeichen der Stars, die sie auf der Bühne vereint. In ihr darf die Rückkehr von Jonas Kaufmann ans Opernhaus Zürich gefeiert werden. Kaufmanns Weltkarriere hat in Zürich begonnen und entscheidende Schubkraft entwickelt, hier war er in vielen Rollen zu erleben. 2009 sang er den Cavaradossi in der Premiere der Tosca-Inszenierung von Robert Carsen, in die er nun für drei Vorstellungen zurückkehrt. Nicht minder hochkarätig ist die Titelrolle besetzt: Die amerikanische Sopranistin Sondra Radvanovsky, die an allen grossen Opernhäusern der Welt, vor allem aber an der New Yorker Metropolitan Opera zu Hause ist, singt die Floria Tosca an Kaufmanns Seite. Und kein Geringerer als der walisische Bariton Bryn Terfel, der die Herzen des Zürcher Publikums als Holländer, Falstaff und Sweeney Todd erobert hat, gibt den finsteren Baron Scarpia. Der aserbaidschanische Tenor Yusif Eyvazov, der alternierend mit Kaufmann als Cavaradossi auftritt, komplettiert die spektakuläre Besetzung. Genau der richtige Dirigent für so viel Sängerprominenz ist unser Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda am Pult der Philharmonia Zürich. Musikalische Leitung: Gianandrea Noseda Inszenierung: Robert Carsen Ausstattung: Anthony Ward Ausstattungsmitarbeit: Alexander Lowde Lichtgestaltung: Davy Cunningham Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer 2 Std. 30 Min. inkl. Pause nach dem 1. Akt nach ca. 50 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Oper

La bohème

Opernhaus Zürich

Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Roman «Scènes de la vie de Bohème» Mit seiner Oper über vier junge Bohemiens, die vom künstlerischen Erfolg und der grossen Liebe träumen, ist Giacomo Puccini eines der wirkungsvollsten Werke für die Opernbühne gelungen. Der norwegische Regisseur Ole Anders Tandberg nimmt La bohème als Künstleroper ernst und verlegt sie bildstark und mit viel surrealer Fantasie in das Milieu seiner Heimat: In einem provinziellen Theatersaal mit kleiner Bühne erwachen die poetischen Grossstadtfantasien des jungen Künstlers zum Leben. Zu spät wird Rodolfo am Ende von der bitteren Wahrheit eingeholt, wenn er realisiert, dass Mimì nicht nur eine Muse, sondern auch eine Frau ist, die wirkliche Liebe und Zuwendung benötigt hätte. Mit Rodolfos und Mimìs Arien «Che gelida manina» und «Mi chiamano Mimì» sowie Musettas Walzer «Quando me’n vo’» enthält Puccinis Partitur einige seiner berühmtesten Melodien. Als Mimì ist in dieser Wiederaufnahme Olga Kulchynska zu erleben, die in derselben Produktion zuvor die Musetta gesungen hat, aber dem Opernhaus-Publikum u.a. auch als Giulietta in Bellinis I Capuleti e i Montecchi bekannt ist. Der junge lyrische Tenor Kang Wang, der u.a. im Young Artists Program der New Yorker Met ausgebildet wurde, debütiert am Opernhaus als Rodolfo. Musikalische Leitung: Kirill Karabits Inszenierung: Ole Anders Tandberg Bühnenbild: Erlend Birkeland Kostüme: Maria Geber Lichtgestaltung: Franck Evin Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger Dramaturgie: Fabio Dietsche In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer 2 Std. 30 Min. inkl. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 1 Std. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Oper

Barkouf

Opernhaus Zürich

Libretto von Eugène Scribe und Henry Boisseau Schweizer Erstaufführung Bereits im Titel dieser Oper knurrt und bellt es: Hinter dem Namen «Barkouf» verbirgt sich tatsächlich ein Hund. Der Vierbeiner ist sogar Oberhaupt der orientalischen Stadt Lahore. Eingesetzt wurde er vom Grossmogul höchstpersönlich, dem «Herrscher aller Herrscher, Stern aller Sterne», zur Demütigung seines unangenehm aufsässigen Volkes. Ein Hund an der Macht – diese ungeheure Provokation kann nur von einem frechen Künstlergenie wie Jacques Offenbach stammen, der mit diesem Werk 1860 seinen kompositorischen Einstand in der Pariser Opéra Comique gab. Kein Wunder, dass die Zensur im Paris des Zweiten Kaiserreiches tobte und dieses «fremdartige Werk, das eine fortwährende Verhöhnung der höchsten Autorität unserer Zeit und unseres Landes bildet», zunächst einmal kassierte. Anstössig war auch die Tatsache, dass die eigentlichen Zügel der Macht in diesem Stück eine Frau in den Händen hält. Es ist Barkoufs ehemaliges Frauchen Maïma, eine junge Blumenverkäuferin, die ihren verschollen geglaubten Hund auf dem Thron wiederfindet und sich vom Grosswesir Bababeck zur Übersetzerin des neuen Staatsoberhauptes Barkouf machen lässt. Bababeck möchte durch Maïma seine eigenen Befehle übermitteln, doch Maïma nutzt die Gunst der Stunde und gewährt als Sprachrohr Barkoufs grosszügige Amnestien und Steuersenkungen für das Volk. Während letzteres jubelt, nehmen die Verschwörer Fahrt auf... Kein Werk Offenbachs ist politisch derart bissig wie dieses erst kürzlich in einem Archiv der Nachfahren Offenbachs wieder aufgetauchte Stück. Auch musikalisch ist Barkouf ein wahres Bijou. Es oszilliert zwischen grosser Oper und Operette, begeistert mit schmissiger Musik, spielt aber auch charmant mit dem Belcanto-Schmelz eines Donizetti oder Rossini. Dass Offenbach dabei gelegentlich zu seinem Antipoden Richard Wagner schielt, verraten kühne harmonische Wendungen in der Partitur. Die Inszenierung dieser attraktiven Offenbach-Entdeckung liegt in den Händen des deutschen Regisseurs und Schauspielers Max Hopp, für den musikalischen Drive dieses Abends ist der französische Dirigent Jérémie Rhorer verantwortlich. Als Maïma ist die in Zürich bestens bekannte Amerikanerin Brenda Rae zu erleben, während Rachael Wilson als Balkis sowie der Holländer Marcel Beekman als Bababeck ihre Debüts am Opernhaus Zürich geben. Musikalische Leitung: Jérémie Rhorer Inszenierung: Max Hopp Bühnenbild: Marie Caroline Rössle Kostüme: Ursula Kudrna Lichtgestaltung: Franck Evin Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger Choreografie: Martina Borroni Dramaturgie: Kathrin Brunner In französischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Oper

Jakob Lenz

Opernhaus Zürich

Text von Michael Fröhling frei nach Georg Büchners «Lenz» «Als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihm» geht Jakob Lenz im Januar 1778 durchs Gebirge. Der getriebene Dichter findet Zuflucht beim elsässischen Pfarrer Oberlin. Basierend auf dessen historischen Aufzeichnungen hat Georg Büchner in seiner Novelle Lenz das Schicksal eines jungen, hochsensiblen Aussenseiters der Sturm und Drang-Zeit geschildert. Dieser Text inspirierte den 25-jährigen Komponisten Wolfgang Rihm 1978 zu einem frühen Erfolgswerk, das inzwischen zu den meistgespielten Kammeropern des 20. Jahrhunderts gehört. Die musikalische Konsequenz aus Lenz’ Zustand sei, so Rihm, «eine Stunde extreme Kammermusik, eigentlich kein Kommentar, sondern die Hauptperson selbst als vielschichtige Handlungsebene.» Rihm hat vor allem die Stimmen vertont, «die nur Lenz hört». Mit ihrem hochexpressiven, scharfkantigen, aber auch lyrisch empfindsamen Ton führt Rihms Musik direkt in die Seele seines Protagonisten. Die Kammeroper, in der «das Menschliche oft ins Märchenhafte» umschlägt, wird im Rahmen unseres Programms zu Rihms 70. Geburtstag von der Schweizer Regisseurin Mélanie Huber inszeniert. Auf der Theaterbühne hat sie sich u.a. mit Robert Walsers Kleist in Thun oder Melvilles Bartleby bereits mehrfach mit Aussenseiterfiguren beschäftigt. Musikalische Leitung: Adrian Kelly Inszenierung: Mélanie Huber Ausstattung: Lena Hiebel Lichtgestaltung: Dino Strucken Dramaturgie: Fabio Dietsche
Aufführungen | Theater

Andorra

Theater Kanton Zürich

Der junge Andri wird von seiner Umwelt so lange ausgegrenzt, als anders und fremd betrachtet, bis er sich selbst so sieht und sich dementsprechend verhält. Dabei gründet alles auf einer Lebenslüge seines Vaters, des Lehrers Can, der ihn unehelich gezeugt hat und Andri deshalb als seinen jüdischen Pflegesohn ausgibt. Doch dann verlieben sich Barblin, die Tochter des Lehrerehepaars, und Andri ineinander. Als nun seine eigene Pflegefamilie ihre Beziehung ablehnt, wittert er bei allen, die behaupten, ihn zu lieben, Vorurteile und Hass. Selbst nachdem er die Wahrheit über seine Herkunft erfährt, stürzt ihn die Unmöglichkeit seiner Liebe zu Barblin in noch grössere Verzweiflung, und er hält an der ihm zugewiesenen Position des Aussenseiters fest. Max Frisch hat «Andorra» 1961 als Stück über Angst und Antisemitismus geschrieben. Gelungen ist ihm ein zeitloses Werk über die Macht der Aussenwahrnehmung und von Vorurteilen, das viele Generationen nachhaltig beeinflusst hat. Mit: Katharina von Bock, Michael von Burg, Axel Julius Fündeling, Stefan Lahr, Antonio Ramón Luque, Mia Lüscher, Pit-Arne Pietz, Miriam Wagner Regie: Mark Zurmühle Bühne und Kostüme: Eleonore Bircher Video: Aaron Noah Bircher Dramaturgie: Ann-Marie Arioli Theaterpädagogik: Carola Berendts Licht: Patrick Hunka Ab 14 Jahren Vorverkauf: 052 212 14 42, info@tkz.ch
Aufführungen | Schauspiel

My Heart Is Full of Na-Na-Na

Schauspielhaus Zürich / Schiffbau

Da plumpst einer mit gebrochenen Flügeln vom Dach mitten ins Nest einer gebrochenen Familie: Auftritt Tearjerker, schweizweit berühmt für seinen verpatzten Eurovision Song Contest. Er findet einen Vater und einen Sohn vor, die um ihre Partnerin und Mutter trauern, dazu eine Menge gelebter und verdrängter Gefühle, verdruckste Versuche von Zärtlichkeit und die Frage, wie das eigentlich geht mit dem Füreinander-da-sein. Jenseits von Papa-Verehrung und Patriarchat untersucht Regisseurin Suna Gürler mit vier männlich sozialisierten Spielern zwischen 13 und 41, was es bedeutet, gemeinsam in Beziehung zu sein. Und schaut ihnen zu, wie sie Krankheit und Trauer in Worte fassen lernen, in Vaterrollen schlüpfen, Familie und Freundschaft jenseits aller Selbstverständlichkeiten austesten. Als «Mann» leben und verwoben sein mit einer lebendigen Welt – wie könnte das gehen, aller Unsicherheit zum Trotz? Inszenierung: Suna Gürler Bühnenbild: Moïra Gilliéron Kostümbild: Mariana Vieira Grünig Musik: Yanik Soland Licht: Gerhard Patzelt Dramaturgie: Fadrina Arpagaus
Aufführungen | Schauspiel

Schwestern

Schauspielhaus Zürich / Pfauen

Premiere: 21.1.2023 Tschechows Drei Schwestern und ihren Nächsten – und trotzdem geht am Ende des Stücks niemand. In der Zürcher Version Schwestern bleibt sogar nur ein einzelner Verbliebener alleine zurück. Regisseurin Leonie Böhm und Schauspieler Lukas Vögler entwerfen mit einer feinen Skizze, die das Ende des Stücks weiterdenkt, einen eindringlichen Monolog über das Aussteigen aus schalen Lebensentwürfen und die Kraft, die unter der eigenen Passivität schlummert. Sie suchen nach dem Moment, wenn eine Verwundung das innere Feuer schürt und zum Sprungbrett wird für eine neue Zukunft jenseits von fremden Rollenzuschreibungen und vorgeprägten Gefühlen, die wir uns manchmal umlegen wie Schnittmuster. Schwestern ist im Frühjahrs-Lockdown 2021 entstanden und wurde nur ein einziges Mal als Onlinestream aufgeführt. Die Live-Kamera aus dem leeren Pfauen war dabei intime Zeugin des Gangs eines Schauspielers in die Einsamkeit. Doch wie verlässt man reale Menschen, Anwesende im Raum? Leonie Böhm und Lukas Vögler gehen in diesem Winter einen Schritt weiter und setzen sich mit ihren Fragen ohne digitalen Filter direkt dem Zürcher Publikum aus. Inszenierung: Leonie Böhm Bühne: Sören Gerhardt Kostüme: Zahava Rodrigo Musik: Lukas Vögler Dramaturgie: Bendix Fesefeldt Mit Lukas Vögler

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