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Aufführungen / Theater LaVox Theater Zürich, Bederstr. 72
Aufführungen / Film BLUUS CLUB Baden
Do, 29.2.2024, 20:15 Uhr
Aufführungen / Theater Theater der Künste Zürich Zürich, Gessnerallee 11
Aufführungen | Schauspiel

Blutstück

Schauspielhaus Zürich / Pfauen

Wir sind Oma-Mutter-Kind-Mischwesen. Wir alle beherbergen ein Leben lang Zellen unserer Mütter – und unsere Mütter einige von uns. In Blutbuch macht die Erzählfigur Kim eine Bestandsaufnahme der Dinge, die wir ungefragt weitertragen, die in unser Körpergedächtnis über Zellen und Erzählungen hineingesickert sind: Ängste, Lüste und Zugehörigkeiten. Grenzen, Regeln und all das, was nie gesagt wurde, aus Scham, Scheinheiligkeit oder Schmerz. Kim stemmt sich gegen das Beschweigen. Denn wenn wir mit allem verbunden sind, dann können wir es doch auch verändern? Wie bringt man also all dies wieder in Bewegung? Leonie Böhm und Autor*in Kim de l’Horizon sind sich letztes Jahr in Zürich begegnet. Leonie Böhm, die in ihren radikalen Klassikerbearbeitungen die Gedanken und Emotionen der kanonischen Texte im Hier und Jetzt erfahrbar macht und damit ihr transformatives Potential herauskehrt, wendet sich nun einem zeitgenössischen Stoff zu, der den Willen zum Dialog und zur Transformation bereits in sich trägt. Und Kim de l’Horizon gibt Blutbuch, das wohl meistbesprochene deutschsprachige literarische Debüt des letzten Jahres und ausgezeichnet mit dem Schweizer und dem Deutschen Buchpreis 2022, in einen künstlerischen Prozess mit offenem Ausgang. Inszenierung: Leonie Böhm Bühnenbild: Zahava Rodrigo Kostümbild: Mascha Mihoa Bischoff Licht: Gerhard Patzelt Dramaturgie: Helena Eckert Englische Übertitel
Aufführungen | Performance

Last Night a DJ Took My Life

Schauspielhaus Zürich / Schiffbau

Premiere: 10.4..2024 Euro Dance, das ist Tanzmusik aus den Hitschmieden Europas, aus Italien, den Niederlanden und natürlich Deutschland und der Schweiz. Eingängige Melodien, die uns in simplem Euro-Englisch von Liebe, Sex, Party und einer heilen Welt erzählen, in der Schwarz und weiss harmonisch zusammenleben. Das alles passt schlecht mit der gängigen Praxis weisser männlicher Musikproduzenten zusammen, Schwarze Sängerinnen für die eingängigen Songpassagen zu engagieren, ihnen aber jegliche Verwertungsrechte daran zu verwehren. In Last Night a DJ Took My Life macht sich die Choreografin und Regisseurin Joana Tischkau daran, die Strukturen hinter erfolgreichen Charts-Projekten der 1990er Jahre wie DJ Bobo, C&C Music Factory, Captain Hollywood Project, Technotronic und Culture Beat zu beleuchten. Inszenierung, Choreografie: Joana Tischkau Bühnenbild: Carlo Siegfried Kostümbild: Nadine Bakota Sound Design & Komposition: Frieder Blume Songwriting: Julian Warner / Fehler Kuti Video: Sondi Anke Licht: Michel Güntert Outside Eye: Elisabeth Hampe Dramaturgie: Yunus Ersoy
Aufführungen | Schauspiel

Carmen

Schauspielhaus Zürich / Schiffbau

Premiere: 4.5.2024 Inspiriert durch die Novelle von Prosper Mérimée Inszenierung: Moved by the Motion Moved by the Motion nimmt sich der berühmten Tragödie Carmen an. Ursprünglich von Prosper Mérimée geschrieben und von Georges Bizet in eine der ikonischsten Opern aller Zeiten verwandelt, wurde die Geschichte von Carmen auf zahlreiche Arten adaptiert, inspirierte die Populärkultur und ging als widersprüchliche Figur ins kollektive Gedächtnis ein. Carmen ist vieles: rebellischer Vogel, Wandererin, Stricherin, Fabrikarbeiterin, eine polylinguale, gestaltwandelnde Liebhaberin, staatenlos und unregierbar. In Zusammenarbeit mit den Autor*innen Sophia Al-Maria und Fred Moten gräbt Moved by the Motion das vielschichtige Erbe von Carmen aus und entwickelt das kanonische Material weiter. Bizets Originalpartitur verwebt sich mit musikalischen Interventionen der Komponist*innen Andrew Yee und Asma Maroof zu einem hybriden Opern-Theaterstück. Moved by the Motion arbeitet fliessend zwischen Sprache, Bewegung, Bild und Gesang und bildet eine genreübergreifende Adaption, die die Themen Liebe, Verlust und Befreiung, die Carmen verkörpert, neu interpretiert. Die Rolle der Carmen wird abwechslungsweise von Katia Ledoux (4./8./12./15. Mai) und Asude Karayavuz (7./10./14./23./25./27./28. Mai & 1./4./5./8. Juni) gesungen. Artistic Direction: Moved by the Motion Inszenierung: Wu Tsang Movement Direction: Tosh Basco Choreografie: Josh Johnson Musikalische Leitung: Asma Maroof, Zoi Tsokanou Komposition: Andrew Yee Korrepetition: Jonathan Palmer Lakeland Text: Sophia Al-Maria Bühnenbild: Nicole Hoesli / Nina Mader Kostümbild: Kyle Luu Maske: Sara Mathiasson Dramaturgie: Helena Eckert Artistic Research: Fred Moten / Pie.fmc (Pedro G. Romero, Joaquín Vázquez, Enrique Fuenteblanca)
Aufführungen | Schauspiel

Aucune idée

Schauspielhaus Zürich / Schiffbau

Premiere: 9.3.2024 Was ist die Verbindung zwischen dem Schweizer Regisseur Christoph Marthaler und dem schottischen Schauspieler Graham F. Valentine? Eine studentische Komplizenschaft, unzählige gemeinsame Auftritte und ein ausgeprägter Sinn für elegante Respektlosigkeit. Hier sind sie wieder zusammen, begleitet von Martin Zeller. Inszenierung: Christoph Marthaler Dramaturgie: Malte Ubenauf Bühnenbild: Duri Bischoff Musik: Martin Zeller Kostümbild: Sara Kittelmann Die Inszenierung findet hauptsächlich auf Französisch mit deutschen und englischen Übertiteln statt
Aufführungen | Tanz

Monkey off My Back or the Cat’s Meow

Schauspielhaus Zürich / Schiffbau

Von Trajal Harrell / Schauspielhaus Zürich Dance Ensemble Wie kann etwas aus nichts entstehen? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Philosophie seit ihren Anfängen, sondern auch den US-Choreografen Trajal Harrell. In seiner neuen Arbeit sucht er nach Formen, die sich frei und ohne äussere Einwirkung entwickeln. Ausgangspunkt des Projekts ist eine obskure Versammlung schillernder Charaktere in den weiten Dimensionen der Schiffbau-Halle. In der Zusammenkunft von Tänzer*innen und Schauspieler*innen des Zürcher Ensembles entfalten sich die Potenziale für Revolution und Schönheit gleichermassen, werden Konzepte von etwas und nichts in ein Nebeneinander gebracht. So entsteht ein Stück, das zwischen historischen Bezügen und Pop-Kultur, zwischen Alltagsgesten, sozialen Mustern und Posen die Kräfte des Körpers beschwört. Tickets für die Vorstellung im Rahmen der Swiss Dance Days am 2. März 2024 hier erhältlich oder via ticketing [​at​] swissdancedays.ch Inszenierung, Choreografie, Bühne, Kostüme, Soundtrack: Trajal Harrell Rehearsal Director: Maria Ferreira Silva / Ondrej Vidlar Co-Soundtrack: Asma Maroof Co-Bühne: Erik Flatmo Licht: Stéfane Perraud Dramaturgie: Laura Paetau / Tobias Staab 2h, keine Pause Auch interessant für Menschen ab 16
Aufführungen | Tanz

Swiss Dance Days: Open / Closed

Schauspielhaus Zürich / Schiffbau

Pierre Piton treibt dissonante Zustände des Körpers auf die Spitze und zeigt in Open/Closed einen Tanz voller Dualität an der Grenze zur Dystopie. Gedehnte Haltung, prekäres Gleichgewicht, Zittern und in einer fliessenden Beziehung zu Wänden und Boden: Pierre stellt sich der Herausforderung der Horizontalität und der Vertikalität der Ebenen, des Innen und des Aussen des Körpers. Diese choreografische Erforschung wird begleitet von organischen und verstörenden Klängen – jedes Geräusch wird von Simone Aubert live wiedergegeben und interpretiert – und spinnt zwischen Macht und Verletzlichkeit einen feinen Faden. In diesem komplexen Zusammenspiel von Licht, Geräuschen und Gerüchen wird der Raum zu einem lebenden Organismus. Die Grenzen des Selbst verschwinden, um einer Erfahrung Platz zu machen, bei der der Körper mit dem des anderen zusammentrifft und sich als Kontinuum versteht, das vergangene und künftige Organismen miteinander verbindet. Tickets für Open/Closed via Swiss Dance Days oder ticketing [​at​] swissdancedays.ch Konzept, Choreographie & Performance: Pierre Piton Musik & Performance: Simone Aubert Lichtdesign: Marek Lamprecht Production Management: Maxine Devaud / oh la la - performing arts production Fashion Design/Kostümbild: Marie Bajenova Dramaturgie & Bewegungsrecherche: Romane Peytavin Oeil Extérieur: Lucia Gugerli Hinweis: In dieser Vorstellung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz. Es gibt keine Sitzplätze. Das Publikum sitzt auf dem Boden und/oder bewegt sich.
Aufführungen | Schauspiel

Tambourines

Schauspielhaus Zürich / Schiffbau

Inspiriert vom Roman Der scharlachrote Buchstabe von Nathaniel Hawthrone Inszenierung und Choreografie: Trajal Harrell Eine junge Frau bekommt ein Kind und alle fragen sich, wer der Vater ist. Den aber will Hester Prynne par tout nicht verraten. So viel Halsstarrigkeit darf im Amerika des 17. Jahrhunderts nicht unbestraft bleiben und so wird Hester gezwungen, jederzeit gut sichtbar ein scharlachrotes “A” auf ihrer Brust zu tragen. Als der Schriftsteller Nathaniel Hawthorne den Roman Der scharlachrote Buchstabe schrieb, gab es noch keine Bezeichnung für Frauen, die einen freien Umgang mit ihrem Körper und ihrer Sexualität hatten. Geschweige denn Unterstützung. Ihnen zu Ehren blickt der Choreograf und Tänzer Trajal Harrell imaginierend zurück: Was hätte in jenen Kolonialzeiten, als europäische Siedler sich auf fremdem Territorium niederliessen und ihre Frauen willkürlichen Regeln unterwarfen, passieren können, wäre eine Frau mit einem unehelichen Kind tatsächlich dazu verurteilt worden, das scharlachrote «A» zu tragen? Von wo wäre Häme, wo Solidarität zu erwarten gewesen? Indem sie der reuevollen Geschichte ein Denkmal setzen, feiern Darsteller*innen und Publikum gemeinsam die Möglichkeit, die Zukunft zu verändern. Inszenierung, Choreografie, Bühnenbild, Kostümbild, Soundtrack: Trajal Harrell Licht: Sylvain Rausa Dramaturgie: Katinka Deecke Eine Produktion des Schauspielhaus Zürich mit dem Schauspielhaus Zürich Dance Ensemble Eine Koproduktion mit Festival d’Automne à Paris, Les Spectacles Vivants – Centre Pompidou Paris Unterstützt von Trajal Harrell Schauspielhaus Zürich Dance Ensemble Fan Club 80 Minuten Englische Übertitel
Aufführungen | Schauspiel

Hans Schleif

Schauspielhaus Zürich / Pfauen

Hans Schleif war Architekt, Archäologe, Familienvater und ranghohes Mitglied der SS. Sein Enkel Matthias Neukirch, seit 2015 Mitglied im Ensemble des Schauspielhauses, begab sich auf die Suche nach dessen Biografie. Was er dabei herausgefunden hat ist überraschend, verwirrend und wirft neue Fragen auf. Er nimmt uns mit auf diese Suche durch die Untiefen der Geschichte, um im Heute anzukommen. «Er gestaltet einen sehr persönlichen Abend, der gleichwohl auf bizarre Art antike Mythen, Holocaust und Wunderwaffen miteinander verknüpft. Selten ist Geschichte so greifbar geworden.» schrieb Tom Mustroph vom Berliner Tagesspiegel. Mit Matthias Neukirch, Julian Klein Regie, Einrichtung, Abendspielleitung: Julian Klein Empfohlen ab 16 Jahren Deutsch ohne englische Übertitel
Aufführungen | Schauspiel

Faust Ⅰ & Ⅱ

Schauspielhaus Zürich / Pfauen

Wer ihn noch nicht gesehen hat – Nicolas Stemanns Faust als Zeitgenossen und Radikalindividualist – hat weiter die Möglichkeit: Teil I und II als fast neunstündigen Marathon oder als Auskopplung nur den ersten Teil. Der Teufel flüstert in jedem Fall. Dieser Faust ist weit gereist. Die Inszenierung zählt zu den wichtigsten Arbeiten der beiden Intendanten und wurde 2012 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Theater Heute wählt sie zur Inszenierung des Jahres, Benjamin von Blomberg wird als Dramaturg des Jahres ausgezeichnet und das neue Ensemblemitglied Sebastian Rudolph als Schauspieler des Jahres. In der Begründung der Jury für den 3sat-Preis des Theatertreffens steht: «So wie Nicolas Stemann Faust Ⅰ & Ⅱ inszeniert, hat man ihn noch nicht gesehen. Seine Inszenierung ist selbst ein faustisches Ereignis, ein Grübeln und Ergründen, was dieses Drama im Innersten zusammenhält, was es bereithält – für uns heute.» Dass Faust heute als Zeitgenosse anmutet, ist verstörend, aber es ist die Gegenwart, von der Goethe erzählt: eine durchbefreite Gesellschaft von Radikalindividualist*innen, unfähig zu Gemeinschaft und Arbeit an kollektivem Sinn. Und der Teufel flüstert in die Ohren: Sei dein eigener Massstab! Statt Erkenntnis gibt es Machtgewinn: Frauen, Natur und Kolonien werden gleichermaßen unterworfen und zerstört – die Zerrissenheit in der Brust dient dabei als Antrieb und Ausrede gleichermaßen. Reicher um einige Jahre und Erfahrungen ist die Inszenierung nun endlich in einer für Zürich neu eingerichteten Version am Schauspielhaus zu sehen – und zwar sowohl als fast neunstündiger Marathon des gesamten Stückes (Faust I & II), als auch als Auskopplung nur des ersten Teils Faust Ⅰ. Inszenierung: Nicolas Stemann Bühne: Thomas Dreissigacker, Nicolas Stemann Kostüme: Marysol del Castillo Musik: Thomas Kürstner, Sebastian Vogel, Burkhard Niggemeier, Sven Kaiser Video: Claudia Lehmann, Eike Zuleeg Dramaturgie: Benjamin von Blomberg Licht: Paulus Vogt Puppenbauer: Felix Loycke, Florian Loycke 8 Stunden 35 Minuten, inkl. 3 Pausen Faust I: 14:00 bis 17:20 Pause: ca. 17:20 bis 18:20 Faust II dauert von ca. 18:20 bis 22:15, inkl. 2x 25 minütige Pausen
Aufführungen | Schauspiel

Biedermann und die Brandstifter

Schauspielhaus Zürich / Pfauen

Premiere: 21.3.2024 Als Max Frischs Biedermann und die Brandstifter vor 65 Jahren am Pfauen uraufgeführt wurde, beruhten die positiven Reaktionen auf einem Missverständnis: Das Zürcher Publikum verstand das Stück nicht als Farce über bürgerliche Heuchelei, sondern ganz direkt als Aufruf, keine Fremden ins Haus zu lassen. Max Frisch war bestürzt und versah das Stück mit einem Epilog, der seine satirische Absicht deutlich machen sollte. Der Bestürzung des Autors zum Trotz ist das Missverständnis der Zürcher Uraufführung vielleicht dennoch nicht ganz zufällig: Sind es doch im Stück die armen und mittellosen Hausierer, die die Stadt abfackeln, nicht etwa die wohlhabenden Biedermänner. Dass deren Wohlstand unter anderem darauf basiert, dass sie über Leichen gehen, wird im Stück zwar deutlich erwähnt, bleibt aber unsichtbar – man profitiert vom Leid der Welt, aber sehen möchte man es nicht. Am Ende einer turbulenten und an Missverständnissen nicht armen Intendanz nimmt sich Co-Intendant Nicolas Stemann die Schweizer Satire über bürgerliche Verlogenheit, falsche Gastfreundschaft und verzerrte Selbstbilder noch einmal vor. Am Ende brennen jedenfalls nicht nur die Dachgiebel – so zumindest steht es im Stück. Inszenierung: Nicolas Stemann Bühnenbild: Katrin Nottrodt Kostümbild: Marysol del Castillo Musik: Thomas Kürstner / Sebastian Vogel Video: Claudia Lehmann / Konrad Hempel Dramaturgie: Benjamin von Blomberg Auch interessant für Menschen ab 16
Aufführungen | Tanz

The Köln Concert

Schauspielhaus Zürich / Pfauen

Inszenierung & Choreographie: Trajal Harrell Zur Musik von Keith Jarrett und Joni Mitchell Verwendung nach Vereinbarung mit ECM Records Trajal Harrell antwortet auf die physical distance-Bühnenregeln mit einem seit Jahren gehegten Plan: Eine Choreografie zu Keith Jarretts Köln Concert, die erfolgreichste Soloklavier-Einspielung aller Zeiten, die Harrell an diesem Abend von Joni Mitchell eröffnen lässt. Es gilt, neu zu lernen, Theater zu machen. Tanz. Vor einem Publikum. Mit Distanz und Vorsicht. Aber nicht weniger Hingabe Inszenierung, Choreografie, Bühne, Kostüme: Trajal Harrell Licht: Sylvain Rausa Dramaturgie: Katinka Deecke 50 Minuten Auch interessant für Menschen ab 16
Aufführungen

Von Wagners «Ring» zu «Star Wars»

Opernhaus Zürich

Richard Wagner ersann für sein Festspielhaus in Bayreuth einen «Raum, der für nichts Anderes berechnet ist, als darin zu schauen». Diese Beschreibung passt ebenso gut auf einen Kinosaal. Allerdings starb Wagner zwölf Jahre vor der ersten Kinovorführung. Deshalb bleibt bis heute Spekulation, wie er auf den Film reagiert hätte. Unbestritten ist jedoch sein Einfluss auf die Filmmusik. Mit dem Filmpublizisten Thomas Binotto schlagen wir mehrere Bögen zwischen dem Monumentalwerk Wagners und der Filmkunst. Dabei taucht Walt Disney als visionärer Seelenverwandter auf und wir lernen das in seinen Studios entwickelte Storyboard als Mittel kennen, um komplexe Figurenkonstellationen und Plotstrukturen in den Griff zu bekommen. Die Heldenreise wird als dramaturgisches Prinzip entdeckt, dem sowohl Siegfried als auch Luke Skywalker folgen. Es werden Bezüge zwischen Wagners Vorstellung eines Gesamtkunstwerks und der Filmmontage geschaffen. Wir durchleuchten das vielschichtige Motiv des Waldes – sowohl im Ring des Nibelungen als auch in Lord of the Rings. Und an John Williams und seiner Leitmotiv-Musik für Star Wars zeigt sich der immense Einfluss Wagners auf die Filmmusik. Mi 20 Mär 2024: Personenkonstellationen im Ring und in Star Wars Mi 10 Apr 2024: Heldenreise Mi 17 Apr 2024: Probenbesuch von Das Rheingold Mi 15 Mai 2024: Montage im Film, Leitmotive Mi 22 Mai 2024: Wald – Natur – Naturzerstörung Mi 5 Jun 2024: Werk und (Nach-)Wirkung (Nachbeben) jeweils 19.00 bis 21.30 Uhr; Treffpunkt: Billettkasse CHF 20 für die gesamte Reihe Leitung: Thomas Binotto und Roger Lämmli Anmeldungen per E-Mail an musiktheaterpaedagogik@opernhaus.ch ab 16 Jahren
Aufführungen | Ballett

Atonement

Opernhaus Zürich

Premiere: 28.4.2024 Nach dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan Auftragskomposition von Laura Rossi Ian McEwan, Jahrgang 1948, zählt zu den wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen englischen Literatur. In seinem Erfolgsroman Atonement von 2001 erzählt er von der lebenslangen Sühne einer frühen Schuld. Durch eine bewusste Falschaussage bringt Briony Tallis, eine pubertierende, übereifrige Autorin im England der 1930er-Jahre, den nicht standesgemässen Liebhaber ihrer älteren Schwester ins Gefängnis und zerstört das Leben und die Liebe zweier Menschen. Atonement, auf Deutsch Abbitte, ist sowohl im Englischen als auch im Deutschen ein sehr selten gebrauchtes Wort. Dabei ist das demütige Um-Verzeihung-Bitten ein zutiefst menschlicher Akt und ein Zeugnis von grosser Reue und Selbstüberwindung. Obwohl sie den beiden Liebenden in einem Roman zu dem Glück verhilft, das ihnen im Leben nicht vergönnt war, gelingt es Briony Tallis nicht, Vergebung für ihr schweres Vergehen zu erlangen. Ihre Schuld begleitet sie bis ans Ende ihres Lebens. McEwans Roman ist mehr als eine tragische Liebesgeschichte vor zeitgeschichtlichem Hintergrund. Anhand der schrecklichen Konsequenzen einer einzigen Lüge entlarvt er nicht nur die Mechanismen der britischen Klassengesellschaft, sondern reflektiert auch die gefährliche Seite künstlerischer Kreativität und fragt nach der Moral des Schreibens. In ihrer ersten Neukreation für das Ballett Zürich verlegt Cathy Marston gemeinsam mit ihrem langjährigen künstlerischen Partner Edward Kemp das Geschehen von Atonement in die Ballettwelt. In ihrer Adaption wird Briony Tallis zur gefeierten Choreografin, die die schicksalhaften Verfehlungen ihrer Jugend in ihren Tanzstücken zu verarbeiten sucht. Cathy Marston reflektiert in ihrem grossen Handlungsballett über die kleinen und grossen Selbsttäuschungen, die unsere Erinnerungen prägen, und über den schwierigen Umgang mit Schuld – der Schuld der anderen, aber vor allem unserer eigenen. Die Musik zu Atonement entsteht als Auftragskomposition der namhaften englischen Komponistin Laura Rossi. Am Pult der Philharmonia Zürich steht Jonathan Lo, der Musikdirektor des Australian Ballet. Choreografie und Inszenierung: Cathy Marston Szenarium: Cathy Marston, Edward Kemp Komposition: Laura Rossi Musikalische Leitung: Jonathan Lo Bühnenbild: Michael Levine Kostüme: Bregje van Balen Lichtgestaltung: Martin Gebhardt Dramaturgie: Edward Kemp, Michael Küster Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn
Aufführungen | Oper

Das Rheingold

Opernhaus Zürich

Mit der Götterdämmerung wird er im Herbst 2023 vollendet – der neue Zürcher Ring des Nibelungen unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda und in der Inszenierung von Intendant und Regisseur Andreas Homoki. Und im Frühling 2024 präsentieren wir alle vier Teile von Richard Wagners grandiosem Weltdeutungsmythos – als Zyklus in kurzer zeitlicher Abfolge der vier Werke, wie vom Komponisten gedacht. Zurück zum Ursprung, so lautet eins der Leitmotive in Andreas Homokis Gesamtkonzeption für dieses Monumentalwerk, das von nichts Geringerem erzählt als von der Entstehung und dem Untergang einer Welt. Zugleich ist der Ring des Nibelungen auch eine Familiengeschichte um den Göttervater Wotan und sein Ringen um das Wahren und Brechen von Verträgen, um Freiheit und Unfreiheit und sein verzweifeltes Bestreben, den von ihm selbst verschuldeten Untergang aufzuhalten. Die Inszenierung von Andreas Homoki holt die Figuren des Rings, die Götter, Menschen und Fabelwesen, ganz nah an uns heran und macht in präziser Figurenzeichnung die Motivationen und Beziehungen der Figuren zueinander nachvollziehbar. Die zyklische Aufführung des gesamten Rings ermöglicht es nun, diese äusserst komplexen szenischen und musikalischen Entwicklungen, das dicht gewobene Netz der musikalischen und erzählerischen Motive über alle vier Abende zu verfolgen; dies ist nicht zuletzt deshalb besonders reizvoll, weil in unserer Neuinszenierung die Figuren in allen vier Teilen von denselben Sängerinnen und Sängern verkörpert werden – Tomasz Konieczny ist Wotan, Camilla Nylund Brünnhilde, Christopher Purves Alberich, Wolfgang Ablinger Sperrhacke Mime und Klaus Florian Vogt Siegfried. Musikalische Leitung: Gianandrea Noseda Inszenierung: Andreas Homoki Gesamtausstattung: Christian Schmidt Lichtgestaltung: Franck Evin Dramaturgie: Werner Hintze, Beate Breidenbach In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer 2 Std. 30 Min. Keine Pause Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn. Mit freundlicher Unterstützung der Freunde der Oper Zürich
Aufführungen | Oper

Carmen

Opernhaus Zürich

Premiere: 7.4.2024 Opéra-Comique in vier Akten Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der Novelle «Carmen» von Prosper Mérimée Es gibt wohl kein stärkeres Motiv für Hass und Mord als enttäuschte Liebe. In Georges Bizets Oper Carmen wird aus dem einfachen Soldaten Don José in kurzer Zeit ein Mörder. Als er die attraktive Carmen kennenlernt, ist er ihr hoffnungslos verfallen – Don José bindet sich auf Leben und Tod an sie. Doch Carmen wendet sich schon bald dem Torero Escamillo zu. Allesamt Grenzgänger im Leben, bewegen sich Bizets Figuren in einem gefährlich-explosiven Spannungsfeld zwischen Anziehung und Ablehnung, zwischen Ernst und Spiel, zwischen Lust und Selbstaufgabe, Pflicht und Verlangen. Bis heute hat Bizets Carmen in ihrer unerbittlichen Dramatik und der Elementarwirkung ihrer Melodik nichts an Faszinationskraft eingebüsst. «Das ist im wahrsten Sinne ein Meisterwerk, eine jener seltenen Kompositionen, die in höchstem Grade das musikalische Streben eines ganzen Zeitalters widerspiegeln», befand Tschaikowski. Das bürgerliche Publikum der Uraufführung von 1875 an der Pariser Opéra Comique reagierte jedoch zunächst mit Ablehnung auf Bizets Werk. Es wurde als zu grell und zu unmoralisch wahrgenommen. In ihrem anarchischen Freiheitsdrang und ihrer lustvoll gelebten Weiblichkeit stellte die Titelfigur eine Gefahr für die etablierte Ordnung dar. Doch schon bald trat die Oper ihren Siegeszug an und wurde zu einem Opern-Mythos der Neuzeit. Regisseur Andreas Homoki kombiniert das Überzeitliche des Stoffes mit einer konkreten Theatersituation: Ausgangspunkt seiner Inszenierung ist der Ort der Uraufführung, die Opéra Comique – Bizets Werk ist in seiner spielerisch-offenen Form und den vielschichtigen theatralen Ebenen spürbar mit dem dort gepflegten Genre verbunden. Als Carmen debütiert die in Lausanne geborene, aufstrebende Mezzosopranistin Marina Viotti. Freuen darf man sich auch auf den mit dem Opernhaus Zürich eng verbundenen Star-Tenor Saimir Pirgu als Don José. Łukasz Goliński ist als Escamillo derzeit weltweit gefragt. Bizets ungeheuer suggestive Partitur bietet immer noch unausgeschöpftes Interpretationspotenzial – Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda wird diesem viel gespielten Werk bestimmt neue Töne entlocken. Musikalische Leitung: Gianandrea Noseda Inszenierung: Andreas Homoki Bühnenbild: Paul Zoller Kostüme: Gideon Davey Lichtgestaltung: Franck Evin Dramaturgie: Kathrin Brunner In französischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen

neue Veranstaltung

Opernhaus Zürich

Aufführungen | Ballett

The Cellist

Opernhaus Zürich

Szenarium von Cathy Marston und Edward Kemp Musik von Philip Feeney nach Edward Elgar, Ludwig van Beethoven, Gabriel Fauré, Felix Mendelssohn Bartholdy, Alfredo Piatti, Sergej Rachmaninow und Franz Schubert Im Herbst 2023 übernimmt die britische Choreografin Cathy Marston als Nachfolgerin von Christian Spuck die Leitung des Balletts Zürich. Von 2007 bis 2013 war sie Ballettdirektorin am Konzert Theater Bern und kreierte dort zahlreiche Uraufführungen. Sehr erfolgreich hat sie in den letzten Jahren mit renommierten Ballettcompagnien in den USA, Grossbritannien und Australien gearbeitet. In ihren Stücken erkundet Cathy Marston bekannte Sujets aus neuer Perspektive und nähert sich Persönlichkeiten aus Literatur und Kunst auf ungewohnte und originelle Weise. Bereits in dieser Saison stellt sich Cathy Marston dem Zürcher Publikum mit einer ihrer erfolgreichsten Arbeiten vor. Das Ballett The Cellist erlebte 2020 beim Royal Ballet in London seine gefeierte Uraufführung. Inspiriert wurde das Stück von der Biografie der Cellistin Jacqueline du Pré. Für eine kurze Zeit erhellte ihr Stern den Musikhimmel, bis er von jetzt auf gleich erlosch. Heute sind ihre Musikalität, ihre unmittelbare Natürlichkeit und Präsenz Legende. Als Vierjährige bekommt Jacqueline du Pré den ersten Cellounterricht, ist Meisterschülerin von Tortelier und Rostropowitsch – ein «Wunderkind». In den 1960er-Jahren spielt sie sich an die Weltspitze. Als Instrumentalistin, aber auch als Frau ist Jacqueline du Pré eine Ausnahmeerscheinung. Sie dringt nicht nur in eine Männerdomäne vor, sondern geht konsequent ihren eigenen Weg. Als sie den jungen Dirigenten Daniel Barenboim kennenlernt, scheint das Glück vollkommen. Auf der ganzen Welt geben die beiden Konzerte, da beendet die Diagnose Multiple Sklerose Jacqueline du Prés Karriere. 1987 stirbt sie in London. Bis heute hat ihr Spiel Generationen von Cellisten beeinflusst. Cathy Marston stellt Jacqueline du Prés geradezu symbiotische Beziehung zu ihrem Instrument in den Mittelpunkt ihres Balletts. In innigen, verzweifelten, existenziellen Pas de deux verleiht sie dem Violoncello tänzerische Kontur und erzählt vom Seelentanz einer Jahrhundertkünstlerin. Choreografie: Cathy Marston Musikalische Leitung: Paul Connelly Bühnenbild: Hildegard Bechtler Kostüme: Bregje van Balen Lichtgestaltung: Jon Clark Dramaturgie: Edward Kemp, Michael Küster Dauer ca. 1 Std. 05 Min. Keine Pause Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Operette

Die Csárdásfürstin

Opernhaus Zürich

Als Emmerich Kálmán Die Csárdásfürstin schrieb, ging die Welt in Flammen auf. Die Entstehung der Operette fiel mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs zusammen. Der Komponist musste die Arbeit an seinem neuen Werk unterbrechen. Die Uraufführung fand – später als geplant – 1915 in Wien statt, weil die Theater zu Kriegsbeginn geschlossen waren. Die allgemeinen Gefühlslagen im Moment eines ausbrechenden Krieges haben sich in der Csárdásfürstin vor allem in den Texten niedergeschlagen. «Wo man tanzt und küsst und lacht, pfeif’ ich auf der Welt Misere», singen die Protagonisten gleich zu Beginn. Und im finalen Duett am Ende beschwört das Liebespaar die Zweisamkeit als privaten Rettungsanker vor dem Weltuntergang: «Mag die ganze Welt versinken, hab ich dich!» Für den Tanz über dem Abgrund und Ausgelassenheit im Angesicht einer heraufziehenden Katastrophe hat der Regisseur Jan Philipp Gloger nach einer szenischen Entsprechung in der Gegenwart gesucht: Seine Zürcher Csárdásfürstin spielt auf einer Luxusjacht, auf der eine Clique von Superreichen rund um den Globus reist und sich die Feierlaune von den Krisen der Welt nicht verderben lassen will. Sie verschliessen die Augen vor der Wohlstandsverwahrlosung, in der sie leben, und überspielen ihre persönlichen Beziehungskrisen mit Übermut und Champagner. Gloger zeigte die Operette als surreale, überdrehte Fahrt in eine Totalkatastrophe: Flüchtlingsboote, touristisch kommerzialisierte Südsee-Romantik, ein vermülltes Meer, schmelzende Eisberge und schwitzende Eisbären säumen den Weg einer amüsierwütigen Gesellschaft. Der Spass am Operettenschwung kommt dabei trotzdem nicht zu kurz. Auch in unserer Wiederaufnahme singt Annette Dasch die aus kleinen Verhältnissen kommende Varietékünstlerin Silva Varescu, und Pavol Breslik versucht, sie mit Tenorschmelz und Geld in der Partie des Fürstensohns Edwin für sich zu gewinnen. Am Dirigentenpult steht wie bei der Premiere der Schweizer Lorenzo Viotti, der längst zu den glamourösesten Stars unter den Dirigenten der jüngeren Generation gehört. Musikalische Leitung: Lorenzo Viotti Inszenierung: Jan Philipp Gloger Bühnenbild: Franziska Bornkamm Kostüme: Karin Jud Lichtgestaltung: Martin Gebhardt Video: Tieni Burkhalter Choreinstudierung: Janko Kastelic Choreografie: Melissa King Dramaturgie: Claus Spahn In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer ca. 1 Std. 50 Min. Keine Pause. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Oper

Amerika

Opernhaus Zürich

Premiere: 3.3.2024 Oper in zwei Teilen von Roman Haubenstock-Ramati (1919-1994) nach dem gleichnamigen Roman von Franz Kafka Libretto von Roman Haubenstock-Ramati Franz Kafkas zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenes Romanfragment Amerika hat die grossen Krisen der Moderne vorausgeahnt. Unvollendet geblieben, erzählt es von der albtraumhaften Lebensreise des Karl Rossmann in das Amerika der grossen Glücksversprechen, das sich aber bald als ein Land absurder Zwänge und Unmöglichkeiten erweist. Wie zufällig begegnet Karl scheinfürsorglichen Verwandten, übergriffigen Frauen, hinterhältigen Kriminellen und autoritären Vorgesetzten und gerät immer tiefer in eine Mechanik aus Hoffnung, Abhängigkeit, Ausnutzung und Verstossung. Karl ist «Der Verschollene», so der ursprüngliche Titel Kafkas. Ein in der Welt der Musik nahezu Verschollener ist auch der Komponist Roman Haubenstock-Ramati. Der 1994 verstorbene Musiker polnisch-israelischer Abstammung lebte nach kafkaesken Flucht- und Exilstationen als Musiklektor und Kompositionslehrer in Wien. Sein Hauptwerk ist ein 1969 in Berlin uraufgeführtes Musiktheater auf Kafkas Amerika, das Legendenstatus geniesst. Nur zweimal wurde das Werk seit der Uraufführung gespielt, als kühner Musiktheaterentwurf gehört es dennoch zu den Marksteinen des Opernkomponierens im 20. Jahrhundert. Amerika verbindet kompositorische Präzision mit einer grossen Freiheit der Formen. Die Stationen des Kafka-Romans fügen sich bei Haubenstock-Ramati zu atemberaubenden Mobiles aus Klang, Bild, Aktion und Licht, wobei auch der Zuschauerraum durch Klangprojektionen in die Aufführung integriert wird. Nach Bernd Alois Zimmermanns Soldaten, Wolfgang Rihms Hamletmaschine, Heinz Holligers Lunea oder Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern setzt das Opernhaus mit Amerika seine Werkreihe fort, in der exzeptionelle Musiktheaterkonzepte der Moderne zur Diskussion gestellt werden. Haubenstock-Ramatis alle Sinne forderndes Hör-, Seh- und Denkabenteuer wird vom deutschen Regisseur Sebastian Baumgarten inszeniert, der viel Erfahrung mitbringt im Umgang mit nichtnarrativen, multimedialen Theaterformen. Musikalisch geleitet wird die extrem aufwendige Produktion von Gabriel Feltz, einem Dirigenten, der auch die grössten Herausforderungen der Gegenwartsmusik mit Umsicht und Passion zu meistern versteht. Musikalische Leitung: Gabriel Feltz Inszenierung: Sebastian Baumgarten Ausstattung: Christina Schmitt Choreografie: Takao Baba Lichtgestaltung: Elfried Roller Video: Robi Voigt Klangregie: Oleg Surgutschow Sounddesign: Raphael Paciorek Dramaturgie: Claus Spahn In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer ca. 1 Std. 45 Min. Keine Pause. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Aufführungen | Operette

Die lustige Witwe

Opernhaus Zürich

Operette in drei Akten Libretto von Victor Léon und Leo Steinnach nach der Komödie «L'Attaché d'ambassade» von Henri Meilhac Franz Lehárs Operette Die lustige Witwe kam 1905 in Wien zum ersten Mal auf die Bühne und löste innert kurzer Zeit ein bis dahin ungekanntes, weltweites Operettenfieber aus. In New York schwappte die Begeisterung bald auch auf den Alltag über: Man trug Merry- Widow-Hüte, rauchte Merry-Widow-Zigarren und schlürfte Merry-Widow-Cocktails. Die brodelnden Grossstädte des frühen 20. Jahrhunderts boten den idealen Nährboden für einen solchen kommerziellen Operettenkult, und der Philosoph Theodor W. Adorno verglich den Trubel rund um die Lustige Witwe mit dem Erfolg der damals aufkommenden Warenhäuser. Wie in einer Schaufensterauslage bietet Lehárs Operette – vom einprägsamen Schlager über die folkloristische Weise und vom frivolen Cancan bis hin zum rührseligen Walzerduett – denn auch musikalisch alles, was das Herz für die leichte Muse begehrt. Auch die Handlung selbst entführt das Publikum in eine illusionäre Welt um Liebe und monetäres Glück: Die reiche Witwe Hanna Glawari wird von Pariser Männern umschwärmt. Mirko Zeta, Botschafter des stark verschuldeten Staats Pontevedro, sorgt sich indes, dass die Witwe ihr Herz und ihre Millionen an einen Franzosen verlieren könnte, und setzt den Lebemann Danilo auf sie an. Doch Hanna und Danilo wollen nicht den Anschein erwecken, dass es bei ihrer Verbindung nur ums Geld geht, und lassen sich Zeit. Aus heutiger Sicht besteht kein Zweifel daran, dass hinter dem fiktiven Operettenstaat Pontevedro und der exzessiv behaupteten Daseins-Leichtigkeit der Lustigen Witwe auch die Ahnung vom nahenden Niedergang der bürgerlichen Welt, von politischen Konflikten und drohender Inflation mitschwingt. Der Regisseur Barrie Kosky, der das Genre der Operette in den vergangenen Jahren an der Komischen Oper in Berlin mit zahlreichen originellen Inszenierungen wiederaufleben liess, wird mit der Lustigen Witwe erstmals eine Operette am Opernhaus Zürich erarbeiten. Mit Marlis Petersen und Michael Volle spielen zwei gesanglich wie darstellerisch herausragende Persönlichkeiten die zentralen Rollen. Am Pult der Philharmonia Zürich steht der junge, hochtalentierte Österreicher Patrick Hahn. Musikalische Leitung: Patrick Hahn Inszenierung: Barrie Kosky Bühnenbild und Lichtgestaltung: Klaus Grünberg Bühnenbildmitarbeit: Anne Kuhn Kostüme: Gianluca Falaschi Choreografie: Kim Duddy Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger Dramaturgie: Fabio Dietsche In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer ca. 2 Std. 45 Min. inkl. Pause nach ca. 55 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

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